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Tschernobyl kostet 180 Milliarden Dollar

29.04.2013 | Energienachrichten

Der ukrainische Präsident Wiktor Janukowitsch hat anlässlich eines Besuchs des Kraftwerks in Tschernobyl am 27. Jahrestag der Nuklearkatastrophe erklärt, ein umfassendes Entwicklungsprogramm für die von der Explosion des Kernkraftwerks 1986 betroffenen Regionen aufstellen zu wollen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Katastrophe, so Janukowitsch, würden sich bis zum Jahr 2015 auf etwa 180 Milliarden US-Dollar belaufen.

Einer der wichtigsten Aspekte für die Umwandlung der nuklearen Zone in ein ökologisch sicheres Gebiet sei der Bau einer dauerhaft verlässlichen Ummantelung, betonte der ukrainische Präsident während seines Besuchs. Noch heute arbeiten etwa 2.700 Menschen im Kernkraftwerk in Tschernobyl, obwohl der letzte Reaktor im Jahr 2000 abgeschaltet wurde.

Das ukrainische Parlament hat ein vierstufiges Programm zur Stilllegung des Kraftwerks beschlossen. Demzufolge soll in diesem Jahr zunächst die Entfernung der Nuklearbrennstoffe abgeschlossen werden. Bis 2022 wird man sich in Phase zwei dem Schutz der Reaktorsysteme widmen, um bis zum Jahr 2045 die System-Radioaktivität zu senken. Zwischen 2045 und 2065 soll in der vierten Phase schließlich der Rückbau stattfinden.

Am vergangenen Freitag hatte der ukrainische Premierminister Mykola Asarow mitgeteilt, dass die Arbeiten an der neuen, sicheren Ummantelung des vierten Reaktors begonnen hätten und bis 2015 abgeschlossen werden würden. Die neue Schutzhülle wird von mehr als 40 Staaten gesponsert und über den sogenannten Tschernobyl Shelter Fund, der seit 1997 besteht, finanziert. Bis heute ist der Reaktor noch immer in seinem ursprünglichen Sarkophag eingeschlossen, der zum Zeitpunkt der Katastrophe in größter Eile errichtet werden musste. Dabei wurden mehr als 400.000 Kubikmeter Beton und 7.300 Tonnen Metall verbaut, um viele Tonnen Uran, Plutonium, radioaktives Corium und kontaminierten Staub einzuschliessen.

Infolge der Katastrophe von Tschernobyl, das 100 Kilometer nördlich der ukrainischen Hauptstadt Kiew liegt, haben radioaktive Substanzen eine 145.000 Quadratkilometer große Zone kontaminiert, die Gebiete der Ukraine, Weissrusslands und Russlands umfasst. Nahezu fünf Millionen Menschen waren von den Folgen betroffen. Das Gebiet im Radius von 30 Kilometern um das Kraftwerk ist nach wie vor offiziell unbewohnt.

© 2013 StromAuskunft.de

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft


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