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Störfallrisiko bei Alt-AWK

07.08.2009

Nach einer heute veröffentlichten Studie des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erhöhen längere Laufzeiten für alte Atomkraftwerke deutlich das Störfallrisiko. Betroffen seien besonders die Atomkraftwerke Brunsbüttel, Isar 1, Philippsburg 1, Krümmel, Neckarwestheim, Unterweser, Biblis A und Biblis B. Diese Reaktoren erfüllen laut BUND nicht die modernen Sicherheitsstandards, auch dann nicht, wenn sie nachgerüstet würden. Alterungseffekte wie Materialverschleiß seien kaum zu kontrollieren und ein massives Sicherheitsproblem. Die Forderung von CDU, CSU und FDP nach Laufzeitverlängerungen gerade für die störanfälligen Reaktoren bezeichnet der BUND als Skandal.

Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND: "Es ist unverantwortlich, dass CDU, CSU und FDP gerade für die ältesten und unsichersten Reaktoren längere Laufzeiten fordern, die aus heutiger Sicht aus Sicherheitsgründen überhaupt nicht mehr zugelassen würden. Mit ihrer Forderung nach einem Ausstieg aus dem Atomausstieg setzen die Unionsparteien und die FDP die Bevölkerung einem untragbaren Risiko aus." Der BUND fordert die sofortige Stilllegung der acht ältesten Atomkraftwerke ohne dafür neuere Reaktoren länger laufen zu lassen.

Die Alt-AKW haben laut BUND-Studie zum Teil nur ein Drittel der Wandstärke modernerer Reaktoren und weisen zudem eine unzureichende Notstromversorgung auf. Dadurch seien Reaktoren wie Biblis A oder Brunsbüttel gleichermaßen schlecht gegen Außeneinwirkungen wie Flugzeugabstürze oder Terroranschläge wie auch gegen Kurzschlüsse geschützt. Auch sei bei den alten AKW die Wahrscheinlichkeit von gefährlichen Rissen und Kühlmittelverlusten höher. Nachrüstungsmaßnahmen hätten die Sicherheit bisher nicht erhöhen können.

Thorben Becker, BUND-Atomexperte: "In deutschen Atomkraftwerken ist eine starke Häufung von altersbedingten Schäden zu beobachten. Deshalb steigt das Risiko mit dem Betriebsalter der Atomkraftwerke sprunghaft an. Wenn es zu Laufzeitverlängerungen kommt, wird es auch immer mehr Störfälle wie Leckagen, Risse oder Kurzschlüsse geben." Nicht nur in den von Vattenfall betriebenen Anlagen Krümmel und Brunsbüttel seien Störfälle durch eine mangelhafte Sicherheitskultur verursacht worden, sondern auch in anderen Altanlagen. Gerade bei älteren Atomkraftwerken sei es besonders gefährlich, wenn die Betreiber Profit vor Sicherheit stellten. Deshalb müssten die Betreiber gezwungen werden, ihre alten AKW schnell vom Netz zu nehmen.

© 2009 StromAuskunft

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft

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