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Schwindel beim Ökostrom

14.04.2009 | Energienachrichten

Unter der Kennzeichnung "Ökostrom" werden zahlreiche Energieprodukte angeboten, die dieses Prädikat nicht verdienen - dies ist das Ergebnis einer im Auftrag von Greenpeace erstellten Studie. Viele Ökostrom-Geschäftsmodelle der Energiekonzerne basieren lediglich auf dem Handel mit Herkunfts-Nachweisen. Dabei kauft ein Stromunternehmen beispielsweise in Skandinavien billige Zertifikate für Ökostrom aus Wasserkraft, nicht jedoch den Strom selbst. In Deutschland wird dann der konventionelle Strom mit den Zertifikaten zu Ökostrom umdeklariert.

"Viele Energiekonzerne betreiben nichts anderes als Greenwashing", erklärt Andree Böhling, Energie-Experte von Greenpeace. "Wenn ganze Städte, so wie es in Kassel, Friedrichshafen und Saarbrücken der Fall war, ohne Aufpreis über Nacht auf Ökostrom umstellen, sollten die Kunden stutzig werden. Jedem muss bewusst sein, dass es Ökostrom nicht zum Nulltarif gibt. Schließlich ist er mit zusätzlichen Investitionen in umweltfreundliche Kraftwerke verbunden."

Die Greenpeace-Studie nennt zwei zentrale Kriterien für echte Ökostrom-Angebote: Investitionen des Stromanbieters in neue Öko-Kraftwerke und detaillierte Informationen über die tatsächliche Herkunft des Stroms. Die Studie empfiehlt auch die Einführung eines einheitlichen Labels für Ökostromprodukte. Das heutige Nebeneinander verschiedener Zertifikate sei laut Studie zu verwirrend. Guter Ökostrom wird laut Greenpeace von Unternehmen angeboten, die nachweislich alle Anstrengungen auf den Ausbau umweltfreundlicher Kraftwerke ohne Atom- und Kohlestrom legen.

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© 2009 StromAuskunft

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft


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