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Energiesparkompass 2009

27.03.2009 | Energienachrichten

Mit dem "Energiesparkompass 2009" stellt der Fachverband Wärmedämmverbund-Systeme erstmals eine umfassende Datensammlung zur Energieeffizienz im Gebäudebereich vor. Sie belegt: Die Regierung ist weit von ihren Zielen entfernt, weil viele Menschen kaum über Sparpotenziale informiert sind und nur zögerlich handeln.

Deutschlands Gebäude müssen sparsamer werden. Das ist die Kernaussage des "Energiesparkompass 2009", der heute in Berlin vorgestellt wurde. Danach ließe sich allein durch Energieeffizienzmaßnahmen im Gebäudebestand fünfmal so viel Energie einsparen, wie alle deutschen Atomkraftwerke 2007 ins Netz einspeisten. Warum passiert trotz derart großer Chancen so wenig? Für die Antwort verknüpfte die Studie erstmals die Daten zur Energieeffizienz im Gebäudebestand mit einer repräsentativen dimap-Umfrage unter deutschen Wohneigentümern und Mietern. Das Fazit: Die Menschen wissen zu wenig und handeln zu zögerlich - auch weil die Politik das Thema noch nicht ausreichend forciert.

Neben einem latenten Informationsdefizit fürchten viele Immobilienbesitzer die Investitionskosten für energetische Modernisierungen. Die sich daraus ergebende Sanierungszurückhaltung stellt die Bundesregierung vor eine große Herausforderung. Sie muss die Menschen zu mehr Eigeninitiative animieren - etwa durch bessere Informationsangebote, breitere Fördermöglichkeiten und attraktive Steueranreize. "Energiesparen ist volkswirtschaftlich lohnend, da man mit wachstumssteigernden Investitionen Energiekosten einspart", sagt die Wirtschaftsökonomin Prof. Claudia Kemfert im Energiesparkompass. Sie beurteilt es daher als "wünschenswert, wenn das teilweise nun völlig unnütz ausgegebene Geld - wie beispielsweise für die Abwrackprämie - mehr für das Energiesparen von Gebäuden eingesetzt" würde. Denn Klimaschutz sei ein "Wirtschaftsmotor".

Allein die Umsetzung von Wärmeschutzmaßnahmen bei Gebäuden bietet bis 2030 rund 200 Milliarden Euro Investitionspotenzial. Zugleich könnte das Klima jährlich um über 63 Megatonnen Kohlendioxidausstoß entlastet werden. Nach Berechnungen des renommierten Münchner Bauphysikers Prof. Gerd Hauser handelt es sich dabei um "Potenziale, die um eine Zehnerpotenz höher sind als die der erneuerbaren Energien".

Über Einsparungen beim Wärme- und Stromverbrauch sowie zu etwaigen Fördermitteln für Modernisierungen informiert Sie unser Energiespar-Ratgeber.

© 2009 StromAuskunft

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft