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Preis für Industriestrom soll auf sechs Cent gedeckelt werden

Preis für Industriestrom soll auf sechs Cent gedeckelt werden

08.05.2023 | Energienachrichten

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat Pläne für einen Strompreisdeckel für energieintensive Industrien vorgelegt. Demnach könnte der Industriestrompreis auf sechs Cent pro Kilowattstunde begrenzt werden. Die Unternehmen - beispielsweise der Chemie- und Stahlbranche - sollen damit international wettbewerbsfähig und Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Habeck will Industrie entlasten

Der staatlich bezuschusste Preis soll nach dem vorliegenden Konzept für 80 Prozent des Verbrauchs gelten, um Effizienzanreize zu schaffen. EIn ähnliches Prinzip liegt bereits der Preisbremse für Haushaltsstrom zugrunde. Auch werden Bedingungen an die betreffenden Unternehmen gestellt, insbesondere müssen sie ihrem Standort in Deutschland treu bleiben.

Der Preisdeckel soll maximal bis 2030 laufen. Die Kosten kalkuliert das Bundeswirtschaftsministerium bis dahin auf 25 bis 30 Milliarden Euro. Das Bundesfinanzministerium hat den Plänen aufgrund der hohen Kosten zunächst widersprochen - es seien keine entsprechenden Mittel vorhanden.

Energiekosten sind entscheidender Standortfaktor

Michael Vassiliadis, Vorsitzender der der Industriegewerkschaft IGBCE (Bergbau, Chemie, Energie), begrüßt das Vorhaben: "Für weite Teile der Industrie ist Energie inzwischen der größte Ausgabenposten und damit der entscheidende Standortfaktor." Die Strompreise für hiesige Betriebe lägen derzeit sieben Mal so hoch wie in China, viermal so hoch wie in den USA und dreimal so hoch wie in Frankreich, das längst einen nationalen Industriestrompreis eingeführt habe.

"Gerade die energieintensiven Industrien stehen in den nächsten Jahren vor gewaltigen Investitionen, um ihre Produktionsprozesse klimagerecht zu modernisieren", so Vassiliadis. "Mit einem wettbewerbsfähigen Industriestrompreis geben wir ihnen die Sicherheit, dass sich der Weg der Transformation lohnt und dass man ihn in Deutschland gehen kann und nicht anderswo."

Keine Kostenabwälzung auf Haushalte

Kerstin Andreae, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), erklärt: "Ganz klar: Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie muss erhalten werden. Unternehmen mit besonders energieintensiven Produktions-Prozessen brauchen angesichts der hohen Großhandelspreise deutliche Entlastungen. Es ist deshalb gut, dass das Bundeswirtschaftsministerium einen ersten detaillierten Vorschlag veröffentlicht hat."

Richtig sei vor allem der Ansatz des Ministeriums, die Kosten für die Entlastungen aus dem Wirtschafts- und Stabilisierungsfonds zu finanzieren, statt die Belastungen auf alle anderen Verbrauchsgruppen wie Privathaushalte und nicht begünstigte Unternehmen abzuwälzen.

-> Industriestromangebote für Unternehmen

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft.de

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