Konzernspitzen von E.ON und EnBW kommentieren hohe Strompreise

Konzernspitzen von E.ON und EnBW kommentieren hohe Strompreise

21.04.2023 | Energienachrichten

Karl-Ludwig Kley, Aufsichtsratschef von Deutschlands größtem Energiekonzern E.ON, und EnBW-CEO Andreas Schell haben in Interviews mit verschiedenen Zeitungen die hohen Strompreise in Deutschland kommentiert. Beide gehen nicht von schnellen Entlastungen aus.

Auf absehbare Zeit hohe Energiepreise

"Ich denke, wir werden auf absehbare Zeit mit höheren Energiepreisen leben müssen", so E.ON-Aufsichtsratschef Kley in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. "Die Energiepreise in Deutschland waren im weltweiten und auch im europäischen Vergleich schon vor dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs mit die höchsten. Mit dem russischen Angriffskrieg ist die Lage noch schwieriger geworden."

Er sehe insbesondere Gefahren für die industrielle Basis in Deutschland: "Es gibt schon lange einen schleichenden Prozess, der sich jetzt beschleunigen könnte. In der Chemieindustrie wird das besonders deutlich: In den vergangenen 15 Jahren ist fast jede Großinvestition der heimischen Unternehmen außerhalb Deutschlands erfolgt, weitgehend sogar außerhalb Europas. Das ist alarmierend."

Keine Spekulationen über sinkende Kosten

EnBW-CEO Andreas Schell räumt im Gespräch mit der Wochenzeitung Die Zeit ein, selbst gerade "sehr viel" für Strom zu bezahlen - mehr als 50 Cent pro Kilowattstunde. "Das liegt daran, dass ich zum Jahresende meinen Stromanbieter gewechselt habe, das war ein sehr ungünstiger Zeitpunkt. Aber als neuer Chef von EnBW wollte ich auch gleich bei uns Kunde werden", so Schell. Preissenkungen plane man bei EnBW aktuell nicht. "Unsere langfristig ausgerichteten Beschaffungspreise liegen derzeit höher als die tagesaktuellen Spotmarktpreise." Über baldige Entlastungen zu spekulieren sei derzeit "nicht seriös".

Schell kündigte im Zeit-Interview darüber hinaus "besser zugeschnittene Stromtarife" für die nahe Zukunft an. "Wenn ein Kunde sein E-Auto zu jeder Zeit sofort vollladen will, wäre es doch nur fair, dass sein Tarif dann etwas höher ist als bei jemandem, der flexibler ist. Und wenn ein Kunde einen Batteriespeicher im Keller hat und einen Teil der Kapazität bereitstellt, um Nachfragespitzen im Stromnetz abzufangen, indem sein Speicher dann Strom ins Netz abgibt, könnte er einen billigeren Stromtarif bekommen."

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft.de

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