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Bleibt Ökostrom trotz Strompreisbremse profitabel?

Bleibt Ökostrom trotz Strompreisbremse profitabel?

25.11.2022 | Energienachrichten

Um die im kommenden Jahr in Kraft tretende Strompreisbremse zu finanzieren, will die Bundesregierung Zusatzgewinne aus der Energiebranche abschöpfen. Die deutschen Ökostromerzeuger laufen Sturm gegen die Planungen, befürchten hohe Umsatzeinbußen und halten den Markteingriff sogar für verfassungswidrig.

Gewinnabschöpfung bei Ökostromerzeugern

Auf dem europäischen Strommarkt gilt das sogenannte Merit-Order-Prinzip. Kurzgefasst besagt es, dass stets die teuerste Stromerzeugungsart den Preis bestimmt - in der aktuellen Energiekrise sind dies Gaskraftwerke. Betreiber von Kohle- und Atomkraftwerken, aber auch Ökostromerzeuger produzieren derzeit günstiger, kassieren dennoch die von der Gasverstromung in die Höhe getriebenen Preise. Diese als Über-, Zusatz-, Zufalls- oder Sondergewinne bezeichneten Mehreinnahmen der Stromerzeuger will die Bundesregierung prozentual abschöpfen, um damit Verbraucher über die kommende Strompreisbremse zu entlasten.

Drohende Klagewelle gegen Strompreisbremse

Insbesondere die Branche erneuerbarer Energien übt scharfe Kritik am geplanten Abschöpfungsmechanismus. Es sei damit zu rechnen, dass der weitere Ausbau von Windkraft- und Photovoltaikanlagen ins Stocken gerate. Außerdem befürchtet man Zahlungsausfälle bei Anlagenbetreibern und steigende Strompreise für Verbraucher.

Der Hamburger Ökostromanbieter LichtBlick kommt in einem aktuellen Rechtsgutachten sogar zu dem Schluss, dass der Gesetzentwurf zur Strompreisbremse gegen EU-Recht verstoße und die Eigentumsgarantie verletze. Der Abschöpfungsmechanismus führe zu tiefgreifenden Verzerrungen auf dem deutschen Strommarkt, heißt es im Gutachten. Zuvor hatte bereits der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) vor einer Klagewelle gewarnt und der Bundesregierung geraten, allein aus juristischen Gründen auf eine steuerliche Lösung auszuweichen.

Studie: Ökostromerzeugung bleibt profitabel

Eine Analyse von Energieexperten des Berliner Beratungsunternehmens Aurora Energy Rearch kommt demgegenüber zu folgendem Schluss: "Die geplante Abschöpfung von Übergewinnen bei Stromerzeugern bewirkt kurzfristig erhebliche Einnahmenverluste für Erneuerbare-Energien-Betreiber. Allerdings sorgen die zeitliche Befristung und moderate Obergrenzen dafür, dass die Auswirkungen auf die langfristige Wirtschaftlichkeit überschaubar sind und die Anlagen weiterhin profitabel bleiben."

Laut Studie sorgen die hohen Strompreise dafür, dass der Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland erstmals flächendeckend ohne Subventionen rentabel ist. Selbst mit der Abschöpfung von Zusatzgewinnen in den kommenden Monaten würden die Anlagen auf ihre gesamte Betriebszeit gesehen so hohe Renditen erzielen wie nie zuvor. Auch für Atom- und Kohlekraftwerke habe die geplante Gewinnabschöpfung nur moderate Folgen.

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft.de

Erneuerbare Energien

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