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Preiserhöhungen von Energieversorgern oft undurchsichtig

Preiserhöhungen von Energieversorgern oft undurchsichtig

09.08.2022 | Energienachrichten

Zahlreiche Haushalte in Deutschland werden von ihren Energieversorgern derzeit über Strom- und Gaspreiserhöhungen informiert. Viele dieser Schreiben sind jedoch undurchsichtig und intransparent formuliert und missachten sogar gesetzliche Vorgaben, sagen Verbraucherschützer.

Verbraucherschützer kritisieren Preiserhöhungsschreiben

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat jüngst Preiserhöhungsschreiben von über 70 Energieversorgern analysiert und festgestellt: Einige Anbieter vernachlässigen in ihren Preiserhöhungsschreiben gesetzliche Vorgaben, beispielsweise die Ankündigungsfristen. Auch sind die Preisinformationen oft ungenügend dargestellt. Einige Schreiben enthalten darüber hinaus undurchsichtige Hinweise zu vertraglichen Änderungen.

Oft seien die Preiserhöhungsschreiben nicht einmal auf den ersten Blick als solche erkennbar, kritisiert der vzbv. Auch die Gründe für die Preiserhöhungen seien nicht immer überprüfbar. Häufig werde lediglich der neue Gesamtpreis genannt, wie die aktuellen Marktgeschehnisse diesen konkret beeinflussen, bleibe jedoch unklar.

Keine verbraucherfreundliche Informationspolitik

"Bei einigen der untersuchten Energieanbietern stellt sich die Frage, ob sie einkalkulieren, dass ihre Kund:innen aufgrund der Energiekrise mit höheren Preisen rechnen und daher sowohl die Berechtigung zur Erhöhung als auch den konkreten Preisanstieg nicht kritisch überprüfen. Besonders bei mehreren kurzfristig aufeinanderfolgenden Preiserhöhungen ist es für Verbraucher:innen nicht immer nachvollziehbar, ob das überhaupt gerechtfertigt ist", kommentiert Sabine Lund, Referentin im Team Marktbeobachtung Energie des vzbv. Eine verbraucherfreundliche Preisinformationspolitik sehe anders aus.

Verbraucherzentrale leitet Unterlassungsverfahren ein

In einem dem vzbv vorliegenden Fall erhöhte ein Versorger die Tarifkosten innerhalb weniger Monate in mehreren kleinen Schritten um insgesamt 115 Prozent. Solche Kettenpreiserhöhungen müsse der Gesetzgeber dringend unterbinden, fordern die Verbraucherschützer. "Gerade jetzt in der Energiepreiskrise sollte dem Schutz von Verbraucher:innen vor unseriösen Energieversorgern hohe Priorität eingeräumt werden", sagt Sabine Lund.

Vor dem Hintergrund der Untersuchungsergebnisse hat der vzbv mehrere Unterlassungsverfahren eingeleitet.

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft.de

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