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Gas-Umlage wird kein Pappenstiel für Verbraucher

Gas-Umlage wird "kein Pappenstiel" für Verbraucher

04.08.2022 | Energienachrichten

Verbraucherschützer zeigen sich aufgrund der angekündigten Gas-Umlage für Privathaushalte besorgt. Ab Oktober sei mit ernstzunehmenden Zusatzbelastungen zu rechnen.

Viele Haushalte "mit dem Rücken zur Wand"

Im Interview mit dem Nachrichtensender Phoenix äußerte sich Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv), wie folgt: "Das wird sicherlich kein Pappenstiel sein, was die Verbraucherinnen und Verbraucher da wegzustecken haben. Wir sehen jetzt bereits in unseren Beratungen, dass die Menschen schon jetzt teilweise mit dem Rücken zur Wand stehen aufgrund der Preissteigerungen der letzten Monate."

"Wir befürchten wirklich, dass Menschen - wenn keine soziale Abfederung kommt - im Herbst und im Winter vielleicht nicht mehr heizen können, vielleicht den Strom oder das Gas abgestellt bekommen, weil sie die Abschläge nicht mehr zahlen können. Deswegen brauchen wir ein Hilfspaket, was direkt mit der Umlage kommt und denjenigen hilft, die wenig Geld im Geldbeutel haben." Auf staatliche Entlastungen allein solle man sich jedoch nicht verlassen, so die Verbraucherzentrale, auch Sparsamkeit sei wichtig. "Jedes eingesparte Kilowatt, ist auch eins, was ich nicht bezahlen muss", so Ramona Pop.

Höhe der Gas-Umlage noch unklar

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und Bundeskanzler Olaf Scholz hatten im Zuge der Gas-Umlage von jährlichen Zusatzkosten von mehreren hundert Euro pro Haushalt gesprochen. Laut aktueller Prognosen könnte die Mehrbelastung für Verbraucher jedoch deutlich höher ausfallen.

So teilt der Mittelstands-Bundesverband BVMW mit: "Angesichts neuester Berechnungen, dass die angekündigte Gasumlage ab Oktober mit jährlichen zusätzlichen Kosten von bis 1.000 Euro für einen Durchschnittshaushalt zu Buche schlagen kann, anstatt der von Bundeskanzler Scholz bislang avisierten 200 bis 300 Euro, muss die Regierung unverzüglich handeln."

Die Bundesregierung sei bei der Ankündigung der Gas-Umlage von zwei Cent pro Kilowattstunde ausgegangen, neue Analysen würden im schlimmsten Fall inzwischen fünf Cent zugrunde legen. Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden Gas (Vier-Personen-Haushalt) würde dies tatsächlich Mehrkosten von 1.000 Euro entsprechen.

Mehr zum Thema: Gaspreis-Prognose 2023

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft.de

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