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Rebound-Effekt: Haushalte mit Solaranlage haben höheren Stromverbrauch

Rebound-Effekt: Haushalte mit Solaranlage haben höheren Stromverbrauch

08.06.2022 | Energienachrichten

Privathaushalte mit Solaranlage leisten einen wichtigen Beitrag zur Energiewende, indem sie Ökostrom oder erneuerbare Wärme selbst erzeugen. Doch dabei kann es zu einem unerwünschten Nebeneffekt kommen: Der Energieverbrauch von Haushalten mit Solaranlage steigt im Schnitt an, wie aktuelle Untersuchungen mehrerer Forschungseinrichtungen belegen.

Solaranlagen-Betreiber sparen weniger Strom

Verbrauchsanalysen zeigen: Haushalte, die in den letzten Jahren eine PV-Anlage installierten, haben im Schnitt einen höheren Stromverbrauch als vergleichbare Haushalte ohne Solaranlage. Der Mehrverbrauch, den man auch als Rebound-Effekt bezeichnet, hat ökonomische und psychologische Gründe: Viele der Haushalte mit PV-Anlage achten nach eigener Aussage anschließend weniger auf ihren Verbrauch, weil sie einerseits ein gutes Gewissen haben und andererseits geringere finanzielle Anreize zum Stromsparen sehen.

"Die Vorteile von PV-Anlagen für den Geldbeutel und für die Umwelt sind unbestritten. Doch diese positiven Effekte nehmen deutlich ab, wenn man anschließend weniger aufs Energiesparen achtet als zuvor", erklärt Dr. Julika Weiß vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW).

Einspeisung von Solarstrom muss sich wieder lohnen

Mit einem bloßen Wechsel zu erneuerbaren Strom- und Wärmequellen seien die Klimaziele nicht rechtzeitig zu erreichen, sagt Matthias Pfaff vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI. Genauso wichtig sei es, dass der Energieverbrauch insgesamt effizienter und maßvoller werde.

Pfaff: "Oft wird geraten, möglichst viel vom eigenen Solarstrom selbst zu nutzen." Dies motiviere jedoch nicht zum Stromsparen. Energieberater sollten daher gezielt über finanzielle und ökologische Effekte des Mehrverbrauchs aufklären. "Bisher ist noch wenigen Besitzer*innen von PV-Anlagen bewusst, dass jede Kilowattstunde Solarstrom, die sie einspeisen, für die Energiewende gebraucht wird."

Dazu sagt Dr. Julika Weiß: "Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) muss eine höhere Einspeisevergütung für PV-Anlagen verankert werden, die anteilig zum Eigenverbrauch genutzt werden. Auch nach dem neuen Entwurf zum EEG 2023 steht der Eigenverbrauch noch zu stark im Vordergrund." Grundsätzlich sei Eigenverbrauch - auch zur Stabilisierung des Stromnetzes - sinnvoll, so Weiß: "Manche Haushalte verbrauchen jedoch extra viel Strom, weil sie Einspeisen als pure Verschwendung empfinden: Wer heute eine PV-Eigenverbrauchsanlage installiert, bekommt für jede eingespeiste Kilowattstunde nur 6,43 Cent - also viel weniger als man beim Stromanbieter pro Kilowattstunde zahlt."

-> mehr zum Solarstrom-Eigenverbrauch

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft.de

Solardach

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