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Klimaschädliche Emissionen in Deutschland um 4,5 Prozent gestiegen

Klimaschädliche Emissionen in Deutschland um 4,5 Prozent gestiegen

16.03.2022 | Energienachrichten

Wie das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz am gestrigen Dienstag bekanntgegeben haben, sind 2021 in Deutschland rund 762 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt worden. Das sind gut 33 Millionen Tonnen bzw. 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Wachsende Konjunktur und stockende Energiewende lassen Emissionen steigen

Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes, erklärt die Gründe für den Emissionsanstieg: "Der erste Grund ist: Die Corona-Krise neigt sich dem Ende zu. Deswegen springt die Konjunktur wieder an - und mit der Konjunktur die Emissionen. Und der zweite Punkt ist: Wir sind bei den Erneuerbaren nicht wirklich vorangekommen, wir haben sogar weniger Strom aus Erneuerbaren erzeugt. Das sind die beiden fundamentalen Trends."

Der Emissionsanstieg im Detail

  • Energiesektor: +12,4 Prozent Emissionen
  • Industrie: +5,5 Prozent Emissionen
  • Verkehr: +1,2 Prozent Emissionen
  • Gebäudesektor: -3,3 Prozent Emissionen (trotz der Minderung verfehlt auch der Gebäudesektor das für 2021 anvisierte Klimaziel deutlich)

 

"Radikal umlenken"

Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe, kommentiert: "Nach einem kurzen, den Beschränkungen der Pandemie geschuldeten Rückgang der Emissionen, steigen die Zahlen wieder an. (...) Die aktuelle Regierung muss sich daran messen lassen, ob sie es schafft, in diesem Jahr radikal umzulenken in Richtung Klimaschutz. Denn bislang reichen die vorliegenden Maßnahmen bei Weitem nicht aus."

"Bericht zur Unzeit"

Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur (dena), hält den Emissionsbericht aufgrund der aktuellen Weltlage nur für bedingt aussagekräftig: "Der Bericht scheint zur Unzeit zu erscheinen: Russlands Krieg in der Ukraine, die damit verbundenen Sanktionen und die heute noch gar nicht absehbaren Konsequenzen auf die Weltwirtschaft fordern von uns, neu zu denken. Die Sektorziele aus dem Klimaschutzgesetz sowie sämtliche Analysen und Systemstudien der vergangenen 12 Monate erscheinen wie von gestern, sie müssen in Zeiten großer Unsicherheit zügig auf den Prüfstand."

Es gelte nun zweierlei in gleicher Weise, so Kuhlmann: "Festhalten an den mittelfristigen Klimazielen und Loslassen mit Blick auf Vorstellungen, die kürzlich noch als sicher galten. Trennen müssen wir uns von der Vorstellung, es könne einen exakten Plan geben für den Weg zur Klimaneutralität. Versorgungssicherheit, Energieeffizienz, die Wasserstoffstrategie, aber auch die Rolle von Kohle- und Gaskraftwerken, die Skalierbarkeit von innovativen Klimatechnologien und vieles mehr muss neu überlegt werden."

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft.de

Klimasünder

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