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RWE beherrscht mehr als ein Viertel der Stromerzeugung in Deutschland

RWE beherrscht mehr als ein Viertel der Stromerzeugung in Deutschland

23.02.2022 | Energienachrichten

Das Bundeskartellamt hat in der vergangenen Woche den neuesten "Marktmachtbericht zur Stromerzeugung" veröffentlicht. Darin stellen die Wettbewerbshüter eine deutlich marktbeherrschende Stellung des Energiekonzerns RWE fest.

Bundeskartellamt: RWE ist marktbeherrschend

Der Bericht des Bundeskartellamts stellt klar, dass RWE nach mehreren Jahren knapp unter der formellen Schwelle für eine marktbeherrschende Stellung diese nun deutlich überschritten habe. Der Konzern stelle inzwischen mehr als ein Viertel der Stromerzeugung am Erst-Absatzmarkt, so die Behörde. Entscheidend sei hierbei, dass die Nachfrage oftmals nicht mehr ohne die RWE-Kapazitäten gedeckt werden könne, wodurch das Unternehmen großen Einfluss auf den Markt und die gehandelten Preise habe.

Dominanz zum Nachteil von Verbrauchern

Stellvertretend für viele konzernunabhängige Stromanbieter kritisiert Dr. Thomas E. Banning, Vorstandvorsitzender des Ökoenergieversorgers Naturstrom, die Marktentwicklung scharf. Ursache der Dominanz sei der Deal zwischen E.ON und RWE im Jahr 2018 gewesen. Beide Unternehmen hätten seither in ihren jeweiligen Geschäftsfeldern marktbeherrschende Stellungen zementiert und fairen Wettbewerb zum Nachteil von Verbrauchern und Konkurrenten behindert.

Profiteur der Energiepreiskrise

"Nachdem ihre Zukunft wenig rosig aussah, wollten sich RWE und E.ON mit dem Ende 2018 verabredeten Megadeal den Energiemarkt untereinander aufteilen. Nun wird deutlich, dass unsere Warnungen vor den Folgen dieses Deals zutreffend waren: Die Strategie der beiden Konzerne zeigt Erfolg - zum Nachteil von Stromabnehmern und Wettbewerb", sagt Banning und ergänzt: "Vor dieser absehbaren Entwicklung und ihren Folgen haben wir schon lange gewarnt. Dass sie sich nun ausgerechnet mitten in einer Energiepreiskrise manifestiert, muss als ein Schlag ins Gesicht aller Verbraucher und ein erheblicher Rückschlag für die liberalisierten Energiemärkte gewertet werden. Während die gesamte Wirtschaft unter hohen Energiepreisen ächzt, kann RWE aufgrund der extremen Situation an der Strombörse als größter Erzeuger, leider vor allem aus konventionellen Kraftwerken, seine Gewinnprognose deutlich anheben."

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft.de

Kraftwerk mit Strommasten

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