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Verbraucherschützer: Strompreise für Haushalte müssen sinken

28.10.2021 | Energienachrichten

Angesichts steigender Strompreise und Heizkosten plädieren Verbraucherschützer und Energieverbände immer eindringlicher dafür, die Privathaushalte in Deutschland zu entlasten. Der Staat müsse insbesondere die im Strompreis enthaltenen Steuern und Abgaben deutlich senken oder ganz abzuschaffen.

2022 drohen "dramatische Preissteigerungen"

Die Vorsitzende des Bundes der Energieverbraucher, Leonora Holling, äußert im Interview mit dem Nachrichtensender Phoenix: "Wir gehen eigentlich auf Verbraucherschützerseite davon aus, dass 2022 noch eine dramatische Erhöhung kommen wird." Da die CO2-Bepreisung Anfang kommenden Jahres deutlich steige, "werden wir weitere dramatische Preissteigerungen sehen", prognostiziert Holling. Daher müsse, wie in anderen europäischen Ländern bereits geschehen, unbedingt bei Steuern und Abgaben gegengesteuert werden.

Sie denke beim Strom vor allem an die EEG-Umlage und beim Gas an eine Senkung der Mehrwertsteuer, so Holling. Sie glaube im Übrigen nicht, dass direkte Hilfen - etwa in Höhe von 100 Euro für bedürftige Haushalte - ausreichen: "Wir reden da über weitaus dramatischere Zuwächse an Kosten."

"Komplette Abschaffung" der EEG-Umlage

Kerstin Andreae, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), lobt zwar den Umstand, dass die Bundesregierung die im Strompreis enthaltene EEG-Umlage im kommenden Jahr von aktuell 6,5 auf 3,7 Cent pro Kilowattstunde senken wird, sagt aber: "Die gesunkene EEG-Umlage darf jedoch nicht davon ablenken, dass die neue Bundesregierung als eine ihrer ersten Amtshandlungen die komplette Abschaffung der EEG-Umlage in der kommenden Legislaturperiode beschließen sollte. Das würde Stromkundinnen und Stromkunden und nicht zuletzt den Mittelstand dauerhaft entlasten."

Andreae gibt außerdem zu bedenken: "Neben der EEG-Umlage gibt es zahlreiche weitere Steuern, Abgaben und Umlagen. Hinzu kommen die Netzentgelte (...) sowie die stark steigenden Kosten für die Beschaffung von Strom an den Großhandelsmärkten."

Strompreis muss um "vier bis fünf Cent" sinken

Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv), stellt klar: "Die geplante Senkung der EEG-Umlage ist gut, reicht aber allein nicht aus. Der Entlastungseffekt für die privaten Haushalte erscheint auf den ersten Blick hoch, er könnte aber schnell einer Ernüchterung weichen. Erstens steigen die Börsenstrompreise. Zweitens haben die privaten Haushalte etwa ein Drittel der geplanten EEG-Umlagensenkung durch ihre Einzahlungen in die CO2-Bepreisung bereits selbst gezahlt. Aus Sicht des vzbv muss der Strompreis um weitere vier bis fünf Cent/kWh gesenkt werden."

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft.de

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