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Verbraucher könnten durch sinkende Netzentgelte beim Strompreis entlastet werden

07.09.2021 | Energienachrichten

Die Verbraucher in Deutschland könnten bei den im Strompreis enthaltenen Netzentgelten in den kommenden Jahren um insgesamt zwei Milliarden Euro entlastet werden. Das besagt ein neues Gutachten im Auftrag des Ökoenergieanbieters LichtBlick.

Gutachten zu Netzkosten

Die rund 900 Netzbetreiber auf dem deutschen Strommarkt profitieren von staatlich garantierten Renditen, die das Netzgeschäft für Energiekonzerne und Stadtwerke attraktiv machen. Die Bundesnetzagentur wird die Renditen für Netzbetreiber ab 2024 jedoch senken - Grund sind dauerhaft niedrige Marktzinsen. Das vorliegende Gutachten der Universität Lüneburg zeigt in diesem Zusammenhang, dass der Zinssatz noch erheblich stärker reduziert werden könnte als geplant, ohne Ausbau und Betrieb der Netze zu gefährden. Der Hamburger Ökostrom-Pionier LichtBlick hat das Gutachten mit einer Stellungnahme bei der Bundesnetzagentur eingereicht.

"Goldesel" Stromnetz

"Stromleitungen sind der Goldesel der Energiebranche. Die Kosten zahlen die Stromkunden. Die Regulierungsbehörden von Bund und Ländern können und müssen die Traumrenditen der Netz-Monopolisten stärker als geplant senken. Denn auch bei einem niedrigeren Renditeniveau bleiben die nahezu risikofreien Investitionen in Stromleitungen sehr attraktiv", sagt Markus Adam, Director Legal bei LichtBlick.

Eigenkapitalzinsen der Netzbetreiber sollen sinken

Die Bundesnetzagentur hat angekündigt, die Eigenkapitalzinsen der Netzbetreiber ab 2024 zu kappen. Sie sollen bei Neuanlagen von aktuell 6,91 auf 4,59 Prozent und bei Altanlagen von 5,12 auf 3,03 Prozent sinken. Das LichtBlick-Gutachten sieht hier weiteres Einsparpotenzial. Aufgrund des dauerhaft niedrigen Zinsniveaus, der Monopolvorteile der Netzbetreiber und des nahezu risikofreien Geschäftsmodells sei ein Zinsniveau von 3,79 Prozent bei Neuanlagen bzw. 2,23 Prozent bei Altanlagen angebracht.

12 Euro Ersparnis pro Haushalt und Jahr

Rund ein Viertel der Stromrechnung von Privathaushalten entfällt auf die Netzkosten. Bei einem durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt macht dies mehr als 230 Euro pro Jahr aus. Würden die Renditen der Netzbetreiber auf das laut Gutachten empfohlene Niveau gesenkt, könnte jeder Haushalt in Deutschland um rund 12 Euro im Jahr entlastet werden.

-> weitere Informationen zum Thema Netzentgelte im Strompreis

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft.de

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