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Netzentgelte werden transparenter: Sinken jetzt die Strompreise?

25.06.2021 | Energienachrichten

Laut Beschluss der Bundesregierung werden die im Strompreis enthaltenen Netzentgelte künftig transparenter. Dies könne zu sinkenden Stromkosten für Haushalte führen, sagen Akteure der Energiebranche.

Netzbetreiber müssen Kosten offenlegen

Die rund 900 Stromnetzbetreiber in Deutschland müssen künftig offenlegen, wie sie die Netzentgelte für Stromverbraucher berechnen. Das hat der Bundestagsausschuss für Wirtschaft und Energie Mitte der Woche beschlossen. Energiekonzerne und Stadtwerke, die Stromleitungen bauen und betreiben, müssen demnach die Veröffentlichung ihrer Kosten durch die Regulierungsbehörden akzeptieren. Dagegen hatten sie sich jahrelang gewehrt und juristisch durchgesetzt, dass die Bundesnetzagentur nur geschwärzte Dokumente veröffentlichen durfte.

Die Netzentgelte bilden einen der größten Kostenblöcke auf der Stromrechnung von Privathaushalten. 2020 machten sie bei einem Durchschnittsstrompreis von gut 32 Cent pro Kilowattstunde rund sieben Cent aus und damit mehr als ein Fünftel der Stromkosten.

"Meilenstein für faire Strompreise"

Ralf Schmidt-Pleschka, Koordinator Energiepolitik beim Hamburger Ökostromanbieter LichtBlick bezeichnet den Beschluss als "Meilenstein für faire Strompreise. Die Reform öffnet die Tür für eine bessere Kontrolle der Netzbetreiber und kann mittelfristig zu einer Entlastung der Verbraucher in Milliardenhöhe führen." Missbrauchsfälle bei den Netzentgelten könnten künftig einfacher aufgedeckt werden.

Die Entgelte dürfen laut Vorgabe des Gesetzgebers nur notwendige und netzbezogene Kosten umfassen. Um das sicherzustellen, müssen die wirtschaftlichen Kalkulationsgrundlagen transparent und für Dritte vollständig nachvollziehbar sein. In der Praxis sei das jedoch nicht der Fall gewesen, sagt Schmidt-Pleschka, der die bisherigen Netzentgelte als "Blackbox" bezeichnet. LichtBlick habe sich deshalb schon seit langem für transparente und angemessene Netzentgelte stark gemacht und dafür zahlreiche Verfahren bis hin zum Bundesverfassungsgericht geführt.

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft.de

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