Montag, 26. Juli 2021

Strompreise in Deutschland - Was kostet Strom?

Empfehlungen

TÜV geprüftes Vergleichsportal,
Wechselservice & Tarifaufpasser

» » » Energiewirtschaftsgesetz: Verbraucherschützer befürchten zunehmende Stromsperren

Energiewirtschaftsgesetz: Verbraucherschützer befürchten zunehmende Stromsperren

15.06.2021 | Energienachrichten

Nach bisheriger Rechtslage dürfen in Deutschland ausschließlich Grundversorger säumigen Kunden den Strom abstellen. Mit dem kommenden Energiewirtschaftsgesetz könnte sich dies jedoch ändern. Verbraucherschützer warnen vor einer neuen Welle von Stromsperren.

Kann bald jeder Stromanbieter die Versorgung kappen?

Der Bundestag debattiert gegenwärtig über die geplante Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG). Der derzeitige Entwurf beinhalte jedoch "gravierende Verschlechterungen" für Stromkunden, kritisiert die Verbraucherzentrale Hessen. Anlass zur Sorge gibt ein Passus, der es wettbewerblichen Stromanbietern erstmals erlaubt, säumigen Kunden den Strom abzustellen. Bislang ist dieses Recht Grundversorgern vorbehalten.

Verbraucherzentrale befürchtet "Chaos"

Es sei zu erwarten, dass die Zahl der jährlichen Stromsperren in Deutschland vor dem HIntergrund einer solchen Neuregelung sprunghaft ansteigen werde, so die Verbraucherzentrale: "Wir befürchten, dass Chaos ausbrechen wird, wenn nun auch Energie-Billiganbieter das Recht erhalten, die Stromversorgung zu kappen."

Stromgrundversorgung schützt Verbraucher

Grundsätzlich wird in Deutschland zwischen Grundversorgern und wettbewerblichen Stromanbietern, die in der Regel deutlich günstiger sind, unterschieden. Bei Zahlungsrückstand können wettbewerbliche Stromanbieter Kunden zwar den Vertrag kündigen und die Stromlieferung einstellen, trotzdem springt in diesem Fall der örtliche Grundversorger als Sicherheitsnetz ein. Erst dieser kann - ab Zahlungsrückständen von 100 Euro und unter Einhaltung gesetzlicher Fristen - den Stromzugang sperren.

Tatsächlich haben wettbewerbliche Stromanbieter auch nach jetziger Rechtslage theoretisch die Möglichkeit, Stromsperren anzuordnen. Allerdings nur in Abstimmung mit dem zuständigen Netzbetreiber und unter relativ hohem Aufwand. In der Praxis kommt dies so gut wie nie vor.

Jährlich fast 300.000 Stromsperren

Jahr für Jahr wird in Deutschland rund 300.000 Haushalten der Strom abgestellt. 2019 belief sich die Anzahl der bundesweiten Stromsperren auf 289.000, 2018 waren es 296.000. Besonders bedenklich: Angedroht werden Versorgungsunterbrechungen jährlich in fast fünf Millionen Fällen.

-> Strom abgestellt, was nun? Alle Infos zum Thema Stromsperre.

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft.de

Gaszähler

Ähnliche Energienachrichten