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Steigende Strompreise trotz sinkender Kosten - Kritik an Verbraucher-Abzocke

23.11.2020 | Energienachrichten

Die Beschaffungskosten der Stromanbieter sind drastisch gesunken, und die EEG-Umlage 2021 wurde von der Bundesregierung abgesenkt und gedeckelt. Doch bei den Verbrauchern kommt die preisliche Entlastung nicht an, im Gegenteil: Zahlreiche Anbieter erhöhen ihre Strompreise zum Jahreswechsel sogar.

Stromanbieter verweigern Preissenkungen

In diesen Wochen geben viele Stromanbieter ihre Preise für das kommende Jahr bekannt. Laut Medienberichten werden rund 50 Grundversorger aus dem gesamten Bundesgebiet ihre Stromtarife 2021 verteuern. Nachvollziehbare Gründe gibt es dafür nicht, denn gleich mehrere große Kostenblöcke des Strompreises sind merklich gesunken, während nur wenige Preisbestandteile leicht angestiegen sind.

Niedrige Beschaffungskosten, gesunkene EEG-Umlage

Eingekauft haben die Versorger ihren Strom in den letzten Monaten so günstig wie lange nicht. Im Jahresverlauf 2020 ist der Strombörsenkurs drastisch gefallen, weil die Industrienachfrage aufgrund der Corona-bedingten Lockdown-Maßnahmen einbrach. Von den stark gesunkenen Beschaffungskosten profitieren bisher jedoch nur die Versorger, Strompreissenkungen für Verbraucher bleiben die Ausnahme.

Hinzu kommt ein weiterer Kostenfaktor, der von den Stromanbietern oft als Grund für Preiserhöhungen genannt wird: die EEG-Umlage. Der Bund investiert knapp elf Milliarden Euro, um die Umlage im kommenden Jahr auf 6,5 Cent pro Kilowattstunde abzusenken. Selbst wenn die leicht steigenden Netzentgelte 2021 angerechnet werden, bleibt ein klarer Kostenvorteil auf Anbieterseite.

Verärgerte Verbraucherschützer

Verbraucherschützer sind angesichts der Preisentwicklung entsetzt: "Obwohl EEG-Umlage und Beschaffungskosten sinken, geben die meisten Energieversorger diese Vorteile nicht weiter, sondern gehen auf Tauchstation", kritisiert Udo Sieverding, Energieexperte der Verbraucherzentrale NRW. "Dabei war die Senkung der Strompreise von der Bundesregierung als Gegenmaßnahme zur CO2-Bepreisung bei Öl und Gas gedacht." Das sei für die Verbraucher in Deutschland nun "doppelt ärgerlich".

Stromkunden sollten handeln

Kunden, die von ihrem Versorger über eine Strompreiserhöhung informiert werden, sollten unbedingt den Anbieter wechseln. Durch das gesetzlich garantierte Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhungen ist dies unmittelbar möglich. Wer noch Strom über einen teuren Grundversorgungstarif bezieht, kann durch einen Wechsel ohnehin massiv sparen: Je nach Verbrauch senkt ein günstiger Tarif bei einem fairen, alternativen Anbieter die jährliche Stromrechnung um mehrere Hundert Euro.

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Björn Katz, Redaktion StromAuskunft.de


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