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EEG-Umlage auf der Kippe - kommt die Strompreis-Entlastung?

23.09.2020 | Energienachrichten

Zur seit Langem angekündigten Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) wird für den heutigen Mittwoch ein konkreter Gesetzesentwurf des Bundeskabinetts erwartet. Einer der strittigen Punkte ist die EEG-Umlage als wesentlicher Bestandteil der Strompreise in Deutschland. Politiker, Verbände und Teile der Energiebranche fordern inzwischen die Abschaffung der Umlage, um das hohe Strompreisniveau in der Bundesrepublik zu senken und Verbraucher finanziell zu entlasten.

LichtBlick: EEG-Umlage abschaffen, Strompreise senken

Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland solle künftig aus den CO2-Einnahmen des Bundes finanziert werden, statt über den Strompreis für Privathaushalte, fordert beispielsweise der Hamburger Ökostromanbieter LichtBlick.

Ralf Schmidt-Pleschka, LichtBlicks Koordinator für Klima- und Energiepolitik, erklärt: "20 Jahre Finanzierung von Wind- und Solarstrom durch Haushalte und Unternehmen sind genug. Die Abschaffung der EEG-Umlage hat drei große Vorteile: Erstens sinken die Strompreise deutlich - das ist im Sinne aller Verbraucher. Zweitens wird der Einsatz von grünem Strom für Mobilität und Wärme attraktiver - das ist ein Gewinn für den Klimaschutz. Und drittens wird das Bürokratiemonster EEG entschlackt - das steigert die Effizienz der Energiewende."

Politiker hinterfragen Energiewende-Finanzierung

Auch führende Politiker sprechen sich aktuell für neue Wege bei der Finanzierung der Energiewende in Deutschland aus. Auf die Frage nach den derzeit wichtigsten energiepolitischen Herausforderungen der Bundesrepublik antwortete Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil kürzlich in der Rheinischen Post: "Vor allem müssen die Strompreise fallen." Die Kosten für die Energiewende müssten künftig "breiter gefächert werden. Die EEG-Umlage gehört am besten ganz abgeschafft", so Weil.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier äußerte sich in der Samstagsausgabe der Rheinischen Post zurückhaltender, deutete aber zumindest einen perspektivischen Wegfall der EEG-Umlage an. Da mittelfristig immer mehr Wind- und Solarkraftanlagen aus der EEG-Förderung fallen, halte er es für möglich, "die EEG-Umlage in den nächsten zehn Jahren schrittweise abzusenken und schließlich ganz abzuschaffen", so Altmaier.

CO2-Preis und EEG-Umlage: Kostenlast für Verbraucher

Die EEG-Umlage beträgt aktuell knapp 6,8 Cent pro Kilowatttstunde und macht damit mehr als ein Fünftel der Stromkosten für Privathaushalte und nicht-umlagenbefreite Unternehmen aus. Einen Wegfall der EEG-Umlage halten Kritiker vor allem deshalb für notwendig, weil die von der Bundesregierung beschlossene CO2-Bepreisung klimaschädlicher Brennstoffe ab dem kommenden Jahr neue finanzielle Belastungen für Verbraucher bedeutet.

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft.de

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