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Verbraucherrecht: Dürfen Netzbetreiber künftig private Wärmepumpen und Ladestationen anzapfen?

25.06.2020 | Energienachrichten

Die Bundesregierung prüft derzeit neue Regelungen zur Stabilisierung der zunehmend dezentralen Stromversorgung in Deutschland. Demnach sollen Netzbetreiber bei künftigen Engpässen private Stromquellen wie Wärmepumpen oder Ladestationen für Elektroautos anzapfen dürfen. Verbraucherschützer kritisieren die Idee.

"Spitzenglättung" soll Stromengpässe vermeiden

Im Auftrag der Bundesregierung haben zwei Beratungsfirmen das Prinzip der "Spitzenglättung" entwickelt: Um die Netzstabilität vor dem Hintergrund einer immer dezentraler, erneuerbarer und damit schwankender werdenden Stromerzeugung zu gewährleisten, sollen Netzbetreiber auf private "Stromlieferanten" wie Wärmepumpen und E-Ladestationen zugreifen können. Durch die zwischenzeitliche Stromentnahme - die von den Beratungsfirmen als "vertretbar" eingestuft wird - sollen Stromengpässe im Zuge des Kohle- und Atomausstiegs vermieden werden.

Das Bundeswirtschaftsministerium plant, das Modell der Spitzenglättung per Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes zu konkretisieren. Die Neuregelung soll noch in diesem Jahr verabschiedet werden.

Variable Stromtarife als Gegenmodell

Der Bundesverband der Verbraucherzentalen kritisiert die Überlegungen als drastischen Eingriff in den selbstbestimmten Stromverbrauch von Privathaushalten. Als Gegenentwurf hat der Verband ein alternatives Modell vorgestellt, welches Verbrauchern mit Wärmepumpen und Ladestationen ermöglichen soll, die Stromabgabe aktiv mitzusteuern.

Kern der Gegenidee sind variable Stromtarife, die dafür sorgen sollen, dass beispielsweise das Laden von Elektroautos nachts spürbar günstiger wird als tagsüber. Kurz gesagt: Wird der Stromverbrauch im Haushalt gezielt auf Nebenzeiten verlagert, um das Netz zu entlasten, soll sich das positiv auf die Stromrechnung auswirken. Dieses Modell sei der Spitzenglättung im Regelbetrieb weit überlegen, glauben die Entwickler.

Wichtig für Verbraucher: Vor dem Hintergrund des fortschreitenden Smart Metering, des Durchbruchs des Elektromobilität und der insgesamt zunehmenden Elektrifizierung zahlreicher Sektoren sind variable Stromtarife nur noch eine Frage der Zeit. Schon heute haben Stromkunden die Möglichkeit, beispielsweise mit speziellen Nachtstromtarifen oder Angeboten für Wärmepumpenstrom zu sparen.

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft.de


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