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Coronakrise belastet ÖPNV - Stadtwerke unter Druck

18.05.2020 | Energienachrichten

In ihrem Hauptgeschäftsfeld, der Belieferung von Haushalten mit Strom und Gas, sind die Stadtwerke und kommunalen Versorger in Deutschland bislang kaum von den ökonomischen Auswirkungen der Coronakrise betroffen. In einem anderen Bereich dagegen deutlich: dem öffentlichen Personennahverkehr. Weil die Einschränkungen des ÖPNV zahlreiche Stadtwerke, die unter anderem als lokale Verkehrsunternehmen tätig sind, tief treffen, wird der Ruf nach einem entsprechenden Rettungsschirm des Bundes immer lauter.

Bundesländer fordern ÖPNV-Rettungsschirm

Die Verkehrsminister der Länder haben Ende letzter Woche vom Bund einen Rettungsschirm für den öffentlichen Personennahverkehr wegen der drastischen Verluste in der Coronakrise gefordert. Die Fahrgastzahlen seien um 70 bis 90 Prozent zurückgegangen, so dass allein in diesem Jahr mit Verlusten von mindestens fünf Milliarden Euro zu rechnen sei. Der ÖPNV bedürfe deshalb zusätzlicher Finanzhilfen.

"Wir brauchen auch nach der Krise noch einen funktionsfähigen ÖPNV. Bus und Bahn sind Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und elementar, um die Klimaziele des Bundes zu erreichen. Wir werden die Pleite weiter Teile einer Branche erleben, wenn nicht schnell geholfen wird", so Saarlands Verkehrsministerin Anke Rehlinger gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

Stadtwerke spüren Coronakrise

Auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat sich als Interessenvertretung der Stadtwerke in Deutschland der Forderung nach einem Hilfspaket für Verkehrsunternehmen angeschlossen. "Auch die Stadtwerke spüren die Corona-Krise deutlich", betont Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. "In zahlreichen Kommunen in Deutschland organisieren die Stadtwerke auch den öffentlichen Personennahverkehr oder sind mit den jeweiligen Verkehrsunternehmen über den kommunalen Querverbund verbunden. Die Fahrgastzahlen im ÖPNV sind seit Beginn der Corona-Krise dramatisch eingebrochen. Damit bleiben die Kosten, die Erträge sinken. Bislang berücksichtigen weder die direkten Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung noch der aufgespannte Rettungsschirm in Form der KfW-Corona-Hilfe die Verkehrsunternehmen."

Der ÖPNV sei ein zentraler Erfolgsfaktor für die Verkehrswende, so Andreae. Um weiterhin den Umstieg auf alternative Antriebe und nachhaltige Mobilitätskonzepte in den Städten und Gemeinden vorantreiben zu können, brauche die vom Umsatzeinbruch massiv betroffene Branche dringend die Unterstützung des Staates.

-> Übersicht: Stadtwerke in Deutschland

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft.de

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