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Strompreis: Coronakrise könnte EEG-Umlage verteuern

24.04.2020 | Energienachrichten

Die im Strompreis enthaltene EEG-Umlage zur Finanzierung erneuerbarer Energien könnte infolge der Coronakrise im kommenden Jahr deutlich steigen. Im Rahmen einer aktuellen Kurzanalyse kommt der Düsseldorfer Energiedienstleister Enplify zu dem Schluss, dass die sinkenden Stromverbräuche und Großhandelspreise die EEG-Umlage 2021 um nahezu ein Viertel auf 8,25 Cent pro Kilowattstunde erhöhen könnten.

2021: Schlüsseljahr für die EEG-Umlage

Derzeit liegt die EEG-Umlage bei 6,756 Cent pro Kilowattstunde - sie macht etwa ein Fünftel des Strompreises für Privathaushalte in Deutschland aus. Während größere Schwankungen in den vergangenen Jahren ausblieben, sollte die Umlage in absehbarer Zeit eigentlich ihren Kostenscheitel erreicht haben und anschließend sukzessive sinken.

Insbesondere 2021 gilt als Schlüsseljahr für die EEG-Umlage. Zum einen fallen dann die ersten Anlagen erneuerbarer Energieerzeugung aus der 20-jährigen EEG-Förderung. Zum anderen hat die Bundesregierung für das kommende Jahr gezielte Entlastungen bei der Umlage durch die Einnahmen aus der geplanten CO2-Bepreisung klimaschädlicher Brennstoffe angekündigt. Die aktuellen Corona-bedingten Entwicklungen könnten diese Effekte jedoch konterkarieren.

Sinkender Stromverbrauch lässt EEG-Kosten explodieren

Laut Enplify-Analyse ergibt sich folgender Effekt: Wegen der Corona-Beschränkungen ist die Stromnachfrage bei gleichbleibend hoher Einspeisung aus erneuerbaren Energien massiv gesunken. Dies führt zu fallenden, teils sogar negativen Stromgroßhandelspreisen. Da die EEG-Vergütung als Differenz zu den jeweils aktuellen Marktwerten für Strom gezahlt wird, schießen die Fördersummen in die Höhe.

Der Trend spiegelt sich deutlich an der Entwicklung des EEG-Kontos wider: Ende März wies es laut Berichterstattung weniger als 1,9 Milliarden Euro Überschuss auf - vier Milliarden Euro weniger als noch vor einem Jahr. Die Analysten von Enplify gehen von einem weiteren Abschmelzen der Rücklagen und einem milliardenschweren Defizit zum Jahresende aus.

CO2-Preis fraglich

Mit einem noch drastischeren Effekt rechnen die Analysten für den Fall, dass die Bundesregierung die für das kommende Jahr geplante Einführung der CO2-Bepreisung aufgrund der Coronakrise verschieben sollte. Würde die angekündigte Kompensation bei der EEG-Umlage wegfallen, könne diese sogar auf bis zu 9,75 Cent pro Kilowattstunde steigen, so Enplify.

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft.de

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