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Stromkosten: Trotz Corona-Preissturz zahlen Verbraucher drauf

16.04.2020 | Energienachrichten

Die Großhandelspreise für Strom haben sich laut Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung im bisherigen Jahresverlauf zum Teil halbiert und liegen aktuell um fast ein Drittel unter dem Vorjahresschnitt. Ursache ist unter anderem der gesunkene Stromverbrauch im Zuge der Coronakrise. Die Verbraucher in Deutschland profitieren davon allerdings nicht.

Strompreiserhöhungen bei mehr als 80 Prozent der Grundversorger

Mehr als 80 Prozent der Stromgrundversorger haben laut aktuellen Marktdaten in diesem Jahr die Strompreise erhöht. Hauptsächlich zu Jahresbeginn, aber auch für April und Mai sind weitere Preissteigerungen angekündigt. Dadurch ist der durchschnittliche Strompreis für Privathaushalte in Deutschland auf über 30 Cent pro Kilowattstunde geklettert - ein neuer Rekordwert.

Stromanbieter weisen Kritik zurück

Dass die drastisch gefallenden Beschaffungskosten für Strom auch in Haushalten und Unternehmen ankommen müssen, fordern Verbraucherschützer bereits seit Wochen. Die Stromanbieter weisen die Kritik jedoch zurück. Schwankungen bei den Börsenpreisen, wie derzeit durch den Coronaeffekt, würden sich nicht unmittelbar auf den Strompreis für Endkunden auswirken, teilt beispielsweise der Branchenverband BDEW mit. Denn den Strom, den die Haushalte aktuell beziehen, hätten die Unternehmen bereits in der Vergangenheit zu anderen Preisen eingekauft. Die derzeitigen Beschaffungskosten seien erst für die kommenden Jahre relevant. Diese Strategie glätte Preisschwankungen im Allgemeinen, gelte umgekehrt also auch bei Preiserhöhungen.

Verbraucherschützer sehen Stromkunden benachteiligt

Aus Sicht des Verbraucherschutzes kommt die Preispolitik der Energieversorger jedoch viel zu einseitig bei den Stromkunden an. In der Regel würden die Anbieter höhere Beschaffungskosten schnell an die Verbraucher weitergeben, während man sinkende Großhandelspreise nur sehr zögerlich berücksichtige, kritisiert beispielsweise die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Dies bestätigt eine letztjährige Untersuchung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Demnach profitierten Haushaltskunden von den zwischen 2011 und 2016 gesunkenen Großhandelspreisen für Strom kaum. Der anschließende Anstieg der Beschaffungskosten wurde hingegen unmittelbar als Argument für spürbare Strompreiserhöhungen genutzt.

Faire Gewinnmargen - günstige Strompreise

Branchenvertreter betonen, dass der von den Versogern bestimmte Anteil am Strompreis lediglich bei knapp einem Viertel liege. Das schränke den Spielraum für Preissenkungen ein. Tatsächlich machen Steuern, Abgaben und Umlagen sowie die Netzentgelte den Löwenanteil beim Strompreis aus, räumen auch Verbraucherschützer ein. Trotzdem seien die Posten der Stromanbieter für Beschaffung, Vertrieb und Gewinn nicht unbedeutend. Versorger, die klug einkaufen und faire Gewinnmargen berechnen, könnten ihren Kunden auch günstige Strompreise anbieten. Das Sparpotenzial läge laut Untersuchung bei bis zu 100 Euro im Jahr für einen durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt.

Übrigens: Bei Strompreiserhöhungen haben Verbraucher stets ein Sonderkündigungsrecht. Sie können also trotz laufenden Vertrags in einen günstigen Tarif wechseln. Dazu raten auch Verbraucherschützer: "Viele Verbraucherinnen und Verbraucher hatten das vielleicht ohnehin einmal vor, jetzt könnten sie die Zeit dafür nutzen, die sie durch die aktuellen Einschränkungen zu Hause verbringen müssen", sagt Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW.

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft.de


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