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Ökostrom-Anteil in Deutschland steigt erstmals über 50 Prozent

02.04.2020 | Energienachrichten

Im ersten Quartal 2020 haben die erneuerbaren Energien erstmals mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs in Deutschland gedeckt. Das zeigen vorläufige Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Sondereffekte begünstigen erneuerbare Stromerzeugung

Auf Windstrom-Rekorde im Februar folgte ein außergewöhnlich sonniger März. Hinzu kam ein leichter Rückgang des Stromverbrauchs gegenüber dem Vorjahreszeitraum, ausgelöst durch eine vergleichsweise schwache Konjunktur und das kürzliche Zurückfahren der Industrieproduktion infolge der Coronakrise. Der Einspeisevorrang regenerativer Energien führte in Kombination mit Kraftwerksstilllegungen zum Jahreswechsel zu einer deutlich reduzierten Einspeisung konventioneller Energien.

Die Kombination dieser Effekte ließ den Anteil der Erneuerbaren am deutschen Strommix in den ersten drei Monaten auf rund 52 Prozent anwachsen - ein Plus von mehr als sieben Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Energie- und Klimaziele 2030 bleiben gefährdet

Angesichts dieser Reihe von Sondereffekten lasse sich keine Ableitung für das Gesamtjahr 2020 treffen, betont man beim Branchenverband BDEW - zumal das erste Quartal regelmäßig eine witterungsbedingt höhere Erneuerbaren-Quote aufweise.

"Die Leistungsfähigkeit der Erneuerbaren ist sehr erfreulich. Allerdings sollten wir uns immer vor Augen halten, dass es sich um eine Momentaufnahme handelt und viele Sondereffekte hineinspielen. Die Rekordzahlen stehen in scharfem Kontrast zur dramatischen Situation beim aktuellen Ausbau von Wind- und PV-Anlagen: Werden die Hemmnisse und Deckel hier nicht zügig beseitigt, ist das 65-Prozent-Ziel bis 2030 kaum zu erreichen. Die wirtschaftlich schwierige Situation verschärft den Handlungsdruck zusätzlich", warnt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Stromerzeugung in Deutschland: Q1 2020

  • Der Stromverbrauch in Deutschland lag bei rund 148 Milliarden kWh (Q1 2019: 151 Milliarden kWh).
  • 77 Milliarden kWh Strom wurden aus erneuerbaren Energien erzeugt (Q1 2019: 67,1 Milliarden kWh).
  • 43 Milliarden kWh stammten aus Wind onshore, 11 Milliarden kWh aus Biomasse, 9 Milliarden kWh aus Wind offshore, 7 Milliarden kWh aus Photovoltaik und 5 Milliarden kWh aus Wasserkraft.
  • Die Stromerzeugung aus Braunkohle sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um gut 32 Prozent, bei der Steinkohle belief sich der Rückgang auf rund 37 Prozent.

 

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft.de


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