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Corona-Krise: Energieversorger verzichten auf Stromsperren

20.03.2020 | Energienachrichten

Die großen Energiekonzerne Deutschlands haben angekündigt, während der aktuellen Corona-Krise auf die Sperrung von Strom- und Gasanschlüssen zu verzichten. Säumige Kunden, von denen viele gerade aufgrund der derzeitigen Lage in Zahlungsnot geraten könnten, müssen sich daher vorerst keine Sorgen um ihre Energieversorgung machen.

E.ON, Innogy und EnBW setzen Strom- und Gassperren aus

Sowohl Innogy als auch der neue Mutterkonzern E.ON bestätigten gegenüber verschiedenen Medien das vorläufige Aussetzen von Strom- und Gassperren. Man wolle auf diese Maßnahme "weitmöglich verzichten", sagte beispielsweise ein E.ON-Sprecher gegenüber der Tageszeitung Welt. Der Energiekonzern EnBW hat sogar angekündigt, bestehende Sperrungen von Anschlüssen vor dem Hintergrund der momentanen Ausnahmesituation aufheben zu wollen - und dies gebührenfrei. Auch einige Stadtwerke haben entsprechende Schritte in Aussicht gestellt.

Verbraucherschutz und Politik fordern Solidarität

Zuvor hatten Verbraucherschützer und Politiker einen entsprechenden Verzicht auf Strom- und Gassperren seitens der Versorger gefordert. Vor allem in Zeiten, in denen die Bürger aufgefordert seien, überwiegend zuhause zu bleiben, sei dies ein wichtiges Signal der Solidarität. "Uns ist bisher kein Versorger bekannt, der explizit mitgeteilt hat, unter Berücksichtigung der derzeitigen Krisensituation weiter Versorgungssperren vorzunehmen", teilt der Bund der Energieverbraucher aktuell mit.

"Die sozialen Härten, die mit einer Stromsperre einhergehen, wiegen in der momentanen Krisensituation noch schwerer. Angesichts dieser Umstände muss die Versorgung mit Strom und Gas unter allen Umständen gewährleistet werden", ergänzt Julia Verlinden, energiepolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Bundestag. "Wir fordern daher die Grundversorger auf, bestehende Strom- und Gassperren für Privathaushalte unverzüglich aufzuheben und bis auf Weiteres keine neuen Sperren zu verhängen."

Strom- und Gassperren in Deutschland

  • Nach Angaben der Bundesnetzagentur erfolgten im vergangenen Jahr deutschlandweit 4,9 Millionen Sperrandrohungen für Strom- und 1,2 Millionen für Gasanschlüsse.
  • Die Zahl der tatsächlichen Sperrungen lag bei 330.000 (Strom) bzw. 33.000 (Gas).
  • Energieversorger haben das Recht, bei einem Zahlungsrückstand von mehr als 100 Euro mit einer vierwöchigen Frist und nach zweimaliger Aufforderung eine Versorgungssperre vorzunehmen.
  • Die Sperrung muss laut Gesetzgeber "den Umständen entsprechend verhältnismäßig sein".
  • Eine solche Verhältnismäßigkeit ist laut Verbraucherschutz in der aktuellen Krise nicht gegeben.
  • Weitere Informationen zum Thema Stromsperre.

 

Björn Katz, Redaktion StromAuskunft.de


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