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Kohleausstieg: Ökonomen erwarten schmerzhaften Strukturwandel

24.05.2019 | Energienachrichten

In einem aktuellen Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) warnt der Ökonom Hubertus Bardt, Experte für Strukturwandel am Institut der deutschen Wirtschaft Köln, vor tiefgreifenden Einschnitten in den vom Kohleausstieg Deutschlands betroffenen Regionen.

Trotz Milliardenhilfen vom Bund müssten sich die Braunkohlereviere laut Bardt auf einen schmerzhaften Strukturwandel einstellen: "Die Vorstellung, dass der Staat zentral steuern kann, wo sich bestimmte Industrien ansiedeln, ist abwegig. Das funktioniert auf lange Sicht nicht." Auch die Idee, verstärkt Bundesbehörden in der Braunkohle-Hochburg Lausitz anzusiedeln und damit eine wirtschaftliche Dynamik anzuschieben, hält der Experte für wenig überzeugend. "Die Politik muss aufpassen, dass sie keine unerfüllbaren Erwartungen weckt", so Bardt.

Grundsätzlich unterscheide sich die Lage in den einzelnen Revieren stark. So seien im rheinischen Revier prozentual deutlich weniger Jobs von der Braunkohle abhängig als in der Lausitz. Diese Einschätzung teilt Regionalforscher Uwe Neumann vom RWI Leibnitz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen. Gegenüber der NOZ sagt er: "Das rheinische Revier liegt nicht weit weg von den großen Städten Köln und Düsseldorf. In der Lausitz wird es sicherlich schwieriger werden." Neumann befürwortet Finanzhilfen für betroffene Regionen, stellt jedoch klar, "dass die Politik nicht einfach Prosperität in einer Region herbeisubventionieren kann."


© 2019 Redaktion StromAuskunft.de, Björn Katz