Donnerstag, 14. November 2019

1.147 Stromanbieter und 12.389 Stromtarife im Stromvergleich bei StromAuskunft.de

Empfehlungen

Vergleichsportal und
Wechselservice

»
»
» Studie: Forcierter Ausbau erneuerbarer Energien untergräbt die eigene Marktfähigkeit

Studie: Forcierter Ausbau erneuerbarer Energien untergräbt die eigene Marktfähigkeit

15.06.2018 | Energienachrichten

Die Bundesregierung hat beschlossen, den Anteil erneuerbarer Energien an der Erzeugungskapazität Deutschlands bis 2030 auf 65 Prozent gegenüber bisher geplanten 50 Prozent zu erhöhen. Gleichzeitig sollen neue Anlagen zur regenerativen Energieerzeugung bereits in fünf Jahren ohne Subventionen marktfähig sein. Beides zu erreichen, könnte schwierig werden, wie eine aktuelle Studie des deutsch-britischen Energiemarktanalysten Aurora Energy Research besagt.

Der Auswertung zufolge untergräbt der verstärkte Ausbau von Solar- und Windkraftanlagen deren eigene Einnahmemöglichkeiten. In besonders wind- und sonnenreichen Zeiten sinkt der Marktpreis für Strom und damit die Rendite der Betreiber - und dies umso mehr, je höher die Zahl der Anlagen ist. Der ambitionierte Ausbau erneuerbarer Kapazitäten könne die Wettbewerbsfähigkeit neuer Anlagen um mehrere Jahre verzögern, so die Analysten.

"Unsere Berechnungen zeigen: Wenn der Anteil der Erneuerbaren im Jahr 2030 von 50 auf 65 Prozent erhöht wird, sinken die Einnahmen eines typischen Windkraftwerks am Strommarkt um ein Drittel", sagt Manuel Köhler, Managing Direktor von Aurora Energy Research Deutschland. "Das lässt sich selbst unter sehr optimistischen Annahmen zur weiteren Kostensenkung von Erneuerbaren nur schwer wieder wettmachen." Um das ehrgeizige Ausbauziel dennoch zu erreichen, müsse entweder die bisherige Subventionspolitik fortgesetzt oder der regulatorische Rahmen massiv verbessert werden.

Als mögliche Maßnahme nennt die Studie unter anderem die Einführung eines Mindestpreises für CO2 - ein Schritt, den die Bundesregierung bisher ablehnt. Eine untere Preisgrenze für jede Tonne emittiertes CO2 würde den EU-weiten Handel mit Emissionszertifikaten ergänzen und den Betreibern CO2-freier Kraftwerke Mindesteinnahmen garantieren, so die Experten. Die Aurora-Analyse besagt, dass der Mindestpreis für CO2 mehr als ein Viertel der Einnahmen eines Windkraftwerks absichern würde.

© 2018 Redaktion StromAuskunft.de, Björn Katz

Alternative Energien