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Niederlande beschließen Ausstieg aus der Erdgasförderung

04.06.2018 | Energienachrichten

Die niederländische Regierung hat den nationalen Ausstieg aus der Gasförderung beschlossen und wird damit eines der weltweit größten Erdgasfelder schließen. Grund ist das verstärkte Auftreten von Erdbeben in der Förderregion Groningen.

Den finalen Ausschlag für die Entscheidung hatte ein Erdbeben zu Jahresbeginn in Zeerijp, 40 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, gegeben. Das Beben erreichte eine Stärke von 3,4 auf der Richterskala. Im Zusammenhang mit der Erdgasförderung und dem dadurch nachlassenden Druck in Sandsteinschichten wurden seit 1986 in der Region Groningen mehr als 1.000 Beben registriert.

Laut Regierungsbeschluss soll die Förderung bereits bis 2022 annähernd halbiert werden. Ein sofortiger Ausstieg ist nicht möglich, da die Niederlande langfristige Lieferverträge mit Deutschland, Frankreich und Belgien abgeschlossen haben. Laut Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums bezog Deutschland im Jahr 2016 fast ein Drittel seines Erdgases aus der Region Groningen. Etwa fünf Millionen deutsche Haushalte werden noch mit niederländischem L-Gas versorgt. In den Niederlanden selbst kommt es in 90 Prozent aller Haushalte zum Einsatz.

Mit dem Förderstopp wird der niederländische Staat eine durchaus bedeutende Einnahmequelle verlieren. Seit den 1960er Jahren nahm man durch das Erdgasgeschäft nahezu 300 Milliarden Euro ein. Das Erdgasfeld Groningen wurde im Jahr 1959 erschlossen. Mit Reserven von rund 2,8 Billionen Kubikmetern gilt es als eines der größten der Welt. Dadurch wurden die Niederlande zum bedeutendsten Erdgasproduzenten und -exporteur der Europäischen Union.

© 2018 Redaktion GasAuskunft.de, Björn Katz

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