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Risikoreich: Null-Cent-Gebote bei Offshore-Ausschreibungen

04.04.2018 | Energienachrichten

Am gestrigen 3. April ging die Gebotsphase der zweiten Ausschreibungsrunde für Offshore-Windparks zu Ende. Ausgeschrieben waren insgesamt 1.610 Megawatt, von denen mindestens 500 in der Ostsee bezuschlagt werden müssen.

Analysten der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) erwarten einen intensiven Wettbewerb um die Zuschläge, unter anderem mit Null-Cent-Geboten - die also einen vollständigen Verzicht auf staatliche Förderung bieten. Der harte Konkurrenzkampf wird nicht zuletzt durch die Tatsache untermauert, dass die aktuelle Ausschreibung um die dreifache Zahl an Geboten überzeichnet ist.

"Ein Großteil der Branche hält eine Vergütung von fünf bis sieben Cent pro Kilowattstunde für wirtschaftlich erforderlich, um einen Offshore-Windpark im Jahr 2025 in Betrieb zu nehmen", erklärt Heiko Stohlmeyer, Leiter Erneuerbare Energien bei PwC. "Der hohe Konkurrenzdruck könnte die Gebote aber unter das Vergütungsniveau drücken, das für eine wirtschaftliche Inbetriebnahme notwendig ist."

Dass steigender Wettbewerbsdruck zu sinkenden Vergütungen führe, sei grundsätzlich positiv zu bewerten, so die PwC-Experten. Ein vollständiger Verzicht auf staatliche Förderung zum gegenwärtigen Zeitpunkt berge allerdings gewisse Risiken. Weil die in der Ausschreibung erfolgreichen Projekte erst Mitte der 2020er Jahre ans Netz gehen, beruhen die gegenwärtigen Gebote auf verschiedenen Annahmen und Prognosen zur weiteren Marktentwicklung. "Null-Cent-Gebote sind eine Wette darauf, dass zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme die Herstellungskosten für Offshore-Strom niedrig und die Erlöse am Strommarkt hoch sein werden", bestätigt Norbert Schwieters, Leiter Energiewirtschaft bei PwC.

© 2018 Redaktion StromAuskunft.de, Björn Katz

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