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Energiewende-Bilanz 2017: Erneuerbare top, Klimaschutz flop

08.01.2018
Energiewende-Bilanz 2017: Erneuerbare top, Klimaschutz flop

Die erneuerbaren Energien verzeichneten im Jahr 2017 ein neues Rekordhoch: 36,1 Prozent des Stroms wurden durch Sonne, Wind, Wasser und Biomasse erzeugt. Ein Plus von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit der bislang stärkste Zuwachs überhaupt. Demgegenüber steht eine schlechte Bilanz bei den Treibhausgasemissionen in 2017: Das dritte Jahr in Folge stagnierte der klimaschädliche CO2-Ausstoß, statt wie geplant zu sinken. So lauten die zentralen Ergebnisse der aktuellen Studie "Die Energiewende im Stromsektor: Stand der Dinge 2017" der Berliner Denkfabrik Agora Energiewende.

Laut Statistik wurde im vergangenen Jahr erstmals mehr Strom aus Wind produziert als aus Steinkohle und Atomkraft. Diese fielen auf das niedrigste Niveau seit 1990. Aber: Während im Stromsektor die Emissionen - vor allem infolge des Rückgangs der Steinkohleverstromung - leicht gemindert wurden, stiegen sie im Verkehrs-, Gebäude- und Industriesektor aufgrund des höheren Mineralöl- und Erdgasverbrauchs in 2017.

"Der gegenwärtige Trend läuft darauf hinaus, dass Deutschland im Jahr 2020 seine Emissionen nur um 30 Prozent statt wie geplant um 40 Prozent gegenüber 1990 vermindert", sagt Dr. Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. Auch sei es nahezu unmöglich, die von der Bundesregierung angestrebten Energieeffizienzziele für 2020 (minus 20 Prozent Primärenergie- und minus 10 Prozent Stromverbrauch gegenüber 2008) zu erreichen.

Graichen: "Bei den erneuerbaren Energien sind wir 2017 mit Blick auf Ausbau und Kostensenkung gut vorangekommen. Beim Klimaschutz steht das Vorreiterland Deutschland jedoch kurz vor dem Scheitern. Dies hat drei Ursachen: Erstens steigen die Emissionen im Verkehr, vor allem im Güterverkehr seit Jahren an; zweitens steigert die Industrie ihre Effizienz nicht in dem Maße wie sie ihre Produktion erhöht; und drittens verbleibt der CO2-schädlichste Energieträger, die Braunkohle, auf konstant hohem Niveau. Wenn die neue Regierung hier nicht schnell gegensteuert, wird Deutschland seine Klimaschutzziele für 2020 und auch für 2030 massiv verfehlen."

© 2018 Redaktion StromAuskunft.de, Björn Katz

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