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Großes Bündnis von Umweltverbänden warnt Jamaika-Sondierer

16.11.2017 | Energienachrichten

Eine große Koalition aus Umweltverbänden hat die an den laufenden Sondierungsgesprächen beteiligten Parteien davor gewarnt, den klimapolitischen Handlungsbedarf zu unterschätzen oder gar auszusitzen. Die Verbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Deutsche Umwelthilfe (DUH), Germanwatch, Naturschutzbund Deutschland (NABU), Greenpeace, Verkehrsclub Deutschland (VCD), WWF Deutschland und Deutscher Naturschutzring (DNR) fordern von der aktuellen sowie der künftigen Bundesregierung ein klares Bekenntnis für Klimaschutz und Energiewende.

Nach Auffassung der Umweltverbände müsse der Wandel in Schlüsselsektoren wie dem Verkehr, der Energie und der Landwirtschaft endlich eingeleitet werden. Dies umfasse einen sozialverträglichen Ausstieg aus der besonders klimaschädlichen Kohle, eine Agrar- und Verkehrswende zu Gunsten klimafreundlicher Formen der Landwirtschaft und Mobilität sowie das Ende umweltschädlicher Subventionen.

DNR-Präsident Kai Niebert: "Die Bundeskanzlerin hat den Bürgern und der Welt versprochen, die deutschen Treibhausgasemissionen um 40 Prozent bis 2020 zu senken. Wenn Jamaika-Koalitionäre die menschengemachte Klimazerstörung weiter anheizen, statt sie zu bremsen, machen sie Deutschland unglaubwürdig. Die Klimaphysik lässt nicht mit sich verhandeln."

Christoph Bals, politischer Geschäftsführer von Germanwatch: "Deutschland hat klimapolitisch einen hervorragenden Ruf in der Welt. Es fügt diesem Ansehen in der Welt erheblichen Schaden zu, Fakten zu ignorieren oder zu relativieren, wie es Teile der Jamaika-Parteien gerade tun. Niemand hat Verständnis für Tiger, die sich schon vor dem Sprung zu Bettvorlegern machen. Wer jetzt nicht eine klare Strategie für Kohle und Verkehr vorlegt, hat Paris nicht verstanden."

Ernst-Christoph Stolper, stellvertretender BUND-Vorsitzender: "Bis jetzt waren die Jamaika-Sondierungen klimapolitisch absurdes Theater. Anstatt endlich die Klima-Versprechen der Kanzlerin anzugehen, versucht sich ihre Partei in "alternativen Fakten" zum Stand des Klimaschutzes in Deutschland. Das ist in hohem Maße unseriös. Jamaika wäre auf Sand gebaut, wenn es mit einem klimapolitischen Wortbruch beginnt. Die Verhandler von Union und FDP hinken der gesellschaftlichen Diskussion um Jahre hinterher und entwickeln sich zur Innovationsblockade. Längst will die Bevölkerung mit großer Mehrheit einen baldigen Kohleausstieg und den Ausbau der erneuerbaren Energien, um die Klimaziele zu erreichen."

© 2017 Redaktion StromAuskunft.de, Björn Katz

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