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Studie - Strompreise in Deutschland

02.05.2017
Studie - Strompreise in Deutschland

Was kostet Strom in Deutschland? Wie haben sich die Preise in den letzten Jahren entwickelt? Kostet Strom in Ostdeutschland mehr als im Westen? Ist Strom in München billiger als in Leipzig? Das Verbraucherportal StromAuskunft.de hat in einer umfangreichen Preisstudie die Strompreise für 1437 Städte in Deutschland analysiert und tabellarisch sowie grafisch ausgewertet und auf der Seite https://www.stromauskunft.de/strompreise/ veröffentlicht.

Die drei wichtigsten Erkenntnisse:

1. Die Strompreise sind in den letzten vier Jahren kaum gestiegen

2. In Ostdeutschland ist Strom teurer als in Westdeutschland

3. Stromanbieterwechsel spart 377 Euro Strompreise kaum gestiegen

 

Die Strompreise sind in den letzten vier Jahren kaum gestiegen

In Deutschland kostet eine Kilowattstunde Strom für einen Musterhaushalt, der über den Grundversorgungstarif des lokalen Versorger Strom bezieht, aktuell 29,2 Cent (Grundgebühr und Steuern mit eingerechnet, Basis Jahresverbrauch von 3500 kWh, Quelle BDEW). Im Jahr 2016 lag der Preis pro kWh bei 28,69 Cent und im Jahr davor betrug der Preis 28,8 Cent. Die Preise sind in den letzten 4 Jahren kaum gestiegen, obwohl sich der Anteil des Staates sich deutlich vergrößert hat. Im Gegenzug sind aber die Beschaffungspreise für die Versorger an der Strombörse in Leipzig gefallen.

Regionale Preisunterschiede: In Ostdeutschland ist Strom teurer als in Westdeutschland

Für die Studie hat StromAuskunft.de die Strompreise für 1437 Städte in Deutschland analysiert und in einer Deutschlandkarte dargestellt. Dort werden die aktuellen monatlichen Strompreise unterschiedlich eingefärbt (rot = teuer, grün = günstig), so dass die Karte auf einen Blick zeigt, wo Strom in Deutschland eher günstig oder teurer ist.

"Ein Blick auf die Karte reicht und man sieht deutlich, dass die Strompreise in Ostdeutschland generell höher als im Westen sind", sagt der Leiter der Studie, Dr. Jörg Heidjann.

Insgesamt wurden große regionale Unterschiede bei den Strompreisen in Deutschland beobachtet. In Bremen, Baden - Württemberg, Nordrhein - Westfalen und Hessen ist Strom eher günstig, während die Preise in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg die teuersten sind. Ein Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 kWh zahlt in Mecklenburg-Vorpommern rund 275 Euro mehr pro Jahr für Strom als in Hessen, wenn er Strom über den Grundversorgungstarif des lokalen Versorgers Strom bezieht.

Hauptursache für die regionalen Preisunterschiede sind unterschiedlich hohe Netzentgelte. Diese machen rund ein Viertel des Strompreises aus und liegen im Osten Deutschlands sowie in ländlichen Gegenden deutlich höher als im Westen sowie in Metropolregionen. Das liegt an den Investitionen, die in den Netzausbau getätigt wurde. Zudem spielt auch der lokale Wettbewerb eine Rolle bei der Preisgestaltung der Versorger.

Stromanbieterwechsel spart 377 Euro

In der Studie wurde auch die mögliche Ersparnis für Verbraucher bei einem Anbieterwechsel vom Grundversorger zum günstigsten Alternativanbieter vor Ort analysiert. Die Analyse zeigt, dass sich der Stromanbieterwechsel für Verbraucher nach wie vor lohnt. Insbesondere Verbraucher, die noch Strom über den Grundversorgungstarif des lokalen Versorgers beziehen, profitieren vom Anbieterwechsel. Für einen Durchschnittshaushalt in Deutschland mit einem Jahresstromverbrauch von 3500 kWh ist bei einem Wechsel aus der Grundversorgung eine durchschnittliche Ersparnis von 377 Euro möglich. Diese hohe Ersparnis liegt aber nicht am günstigen Strompreis alleine.

"Versorger zahlen Neukunden häufig einen hohen Neukundenbonus, wenn sie den Anbieter wechseln. Damit ist die Ersparnis insbesondere im ersten Vertragsjahr besonders hoch. Regelmäßige Wechsler sind daher im Vorteil," erläutert Dr. Jörg Heidjann.

Betrachte man exemplarisch die Grundversorgungstarife für die 10 größten Städte in Deutschland, so ergibt sich folgendes Bild. Besonders teuer ist Strom nach den StromAuskunft Analysen in Frankfurt, Berlin und Hamburg. Vergleichsweise günstige Strompreise zahlen Verbraucher in Bremen, Düsseldorf und Köln. Ein Paar mit einem Jahresverbrauch von 3500 kWH zahlt in Frankfurt 1162 Euro für seinen Strom, in Düsseldorf 981 Euro. So ergibt sich für einen Verbrauch von 3500 kWh ein Preisunterschied zwischen von 181 Euro zwischen Frankfurt und Düsseldorf. Demnach können Verbraucher in Frankfurt 316 Euro pro Jahr bei einem Anbieterwechsel sparen. In Essen sind es 286 Euro und in Berlin 279 Euro.

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