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Solaranlagen bergen Risiken bei Hochwasser und Überflutung

03.06.2016 | Energienachrichten

Bundesweit sind derzeit mehr als 1,5 Millionen Photovoltaikanlagen zur Solarstromerzeugung in Betrieb - ein Großteil davon auf Hausdächern. Angesichts der aktuellen Hochwasserlage in einigen Regionen Deutschlands, erinnern die Fachleute vom TÜV Rheinland an die Risiken, die im Ernstfall von Solaranlagen ausgehen können. Befinden sich die Anlageninstallationen mit Wechselrichter und Netzanschluss in überfluteten Hausbereichen, besteht die Gefahr eines Stromschlages oder einer Knallgasexplosion.

Willi Vaaßen vom TÜV Rheinland nennt als wichtigste Regel: "Solange die Installationen der Solaranlage beispielsweise im Keller noch unter Spannung stehen könnten, dürfen die gefluteten Räume niemals betreten werden." Befänden sich Anschlusskasten und Wechselrichter der Solaranlage unter Wasser, sei Abstand geboten, denn die Komponenten stünden automatisch unter Spannung, sobald Licht auf die Module falle. "Eine Ausnahme sind Anlagen, die über einen separaten Schalter stillgelegt werden können, der sich in der Nähe des Solargenerators im nicht überfluteten Bereich befindet", erklärt Vaaßen. Zwar werde das Wechselstromnetz vom Energieunternehmen im Falle einer Flutkatastrophe abgestellt, jedoch stünden die Gleichspannungsleitungen und Anschlusspunkte zwischen den Photovoltaikmodulen auf dem Dach des Hauses und dem Wechselrichter bei Lichteinfall weiter unter Spannung.

Zusätzliche Gefahr drohe, wenn der Wechselrichter in einem Kellerraum längere Zeit unter Wasser stehe. Ströme zwischen Plus- und Minuspol, die durch das Wasser fließen, seien in der Lage, elektrolytische Vorgänge auszulösen, also Wasser in Wasser- und Sauerstoff zu spalten. Willi Vaaßen: "Sammelt sich Wasserstoff in schlecht gelüfteten Räumen, steigt das Explosionsrisiko, sobald eine Zündquelle ins Spiel kommt. Deshalb ist das wichtigste, bei beginnenden Aufräumarbeiten offenes Feuer unbedingt zu vermeiden und die Räume sofort sehr gut zu lüften."

Generell empfehlen die TÜV-Experten, Solaranlagen in überfluteten Häusern durch einen ausgebildeten Elektriker abklemmen und beim Sinken der Flut eine umfassende Kontrolle vom Fachmann vornehmen zu lassen.

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Björn Katz, Redaktion StromAuskunft

Solardach