Mittwoch, 17. August 2022

Strompreise in Deutschland - Was kostet Strom?

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Gaspreisentwicklung

Gaspreisentwicklung in Deutschland

Gaskraftwerk

Im Gegensatz zum kontinuierlich gestiegenen Strompreisniveau in Deutschland haben sich die Gaspreise seit der Jahrtausendwende und der Liberalisierung der Energiemärkte schwankend entwickelt. War die jüngere Vergangenheit von jahrelang stabilen und vergleichsweise moderaten Preisen geprägt, hat die Energiepreiskrise der Jahre 2021 und insbesondere 2022 zu einem schlagartigen und drastischen Aufwärtstrend geführt.

2011: 6,11 ct/kWh

2012: 6,58 ct/kWh

2013: 6,69 ct/kWh

2014: 6,77 ct/kWh

2015: 6,68 ct/kWh

2016: 6,54 ct/kWh

2017: 6,15 ct/kWh

2018: 6,07 ct/kWh

2019: 6,34 ct/kWh

2020: 6,31 ct/kWh

2021: 6,68 ct/kWh

(Quelle: Bundesnetzangetur)

Gaspreisprognose 2022 und 2023

2022: ca. 16,0 ct/kWh

2023: > 20 ct/kWh

Tabelle: Entwicklung der Gaspreise seit 2011

Im zurückliegenden Jahrezehnt kostete die Kilowattstunde Gas in Deutschland stets weniger als 7 Cent. 2022 markiert einen Bruch: Innerhalb weniger Monate ist der Gaspreis auf das Doppelte und darüber hinaus gestiegen. Für 2023 rechnen Marktexperten mindestens mit einer Verdreifachung der Preise.

Deutschlands Gaspreisentwicklung seit der Jahrtausendwende

Seit der Liberalisierung der Energiemärkte im Jahr 1998 und die endgültige Öffnung des Gasmarktes 2006 können Verbraucher Verbraucher in Deutschland ihren Gasanbieter frei wählen und haben somit direkten Einfluss auf Wettbewerb und Preisbildung.

Das hiesige Gaspreisniveau hat sich seither schwankend entwickelt. Auf Jahre des kontinuierlichen Anstiegs nach der Jahrtausendwende folgten zwischenzeitliche Preiseinbrüche, dann jahrelang stabile Phasen und schließlich sprunghafte Kostenexplosionen.

Im Unterschied zum deutschen Strommarkt haben sich die Liberalisierungseffekte auf dem Gasmarkt deutlich später und schleppender eingestellt. Noch Jahre nach der formalen Öffnung hemmten langfristige Lieferverträge und konkurrenzarme Strukturen den Wettbewerb und damit die Preisdynamik. Auch die nach der Jahrtausendwende noch geltende Ölpreisbindung sorgte dafür, dass sich der Gaspreis für Haushaltskunden in Deutschland im Laufe der 2000er Jahre nahezu verdoppelte. Durch globale Überkapazitäten, zunehmenden Wettbewerb und die Entkopplung vom Ölpreis trat in den 2010er Jahren ein gegenläufiger Trend ein. Die Gaspreise blieben weitgehend stabil mit einer sinkenden Tendenz in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts. Der Beginn der 2020er Jahre brachte einen erneuten Trendwechsel: Die Corona-Krise, der Ukraine-Krieg, Wirtschaftssanktionen gegen Russland und gedrosselte Gasliefermengen nach Deutschland ließen die Gaspreise binnen kürzester Zeit auf ein neues Rekordniveau anwachsen.

  • 2000er Jahre: Konkurrenzarmer Markt und Ölpreisbindung hemmen Wettbewerb

  • 2010er Jahre: Wachsende Anbieter- und Tarifvielfalt bringen sinkende Gaspreise

  • 2020er Jahre: Internationale Krisen sorgen für Rekord-Gaspreise