Entwicklung des Strompreises in Deutschland
Die Strompreise sind in den letzten 20 Jahren stark angestiegen. Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von rund 3900 kWh im Jahr haben sich die Kosten von 2000 bis 2010 um fast 60 Prozent erhöht (Quelle: Statistisches Bundesamt, eigene Berechnung). Die monatliche Belastung eines Drei-Personen-Haushaltes lag im Jahr 2010 bei rund 68 Euro. Zum Vergleich: Im Jahre 2000 waren es nur ca. 40 Euro ( Quelle: Bundesverband der Energie und Wasserwirtschaft).
Zusammensetzung des Strompreises für private Haushalte
Verschiedene Faktoren entscheiden über die Höhe des Strompreises. Den größten Posten stellen hierbei die Kosten für Erzeugung und Vertrieb des Stroms. Diese Erzeugungskosten hängen hauptsächlich vom Kraftwerktyp und den eingesetzten Energieträgern ab. So liegen z.B. die Erzeugungskosten von Strom aus Wasserkraft mit ca. 10 Cent / kWh deutlich über denen für Strom aus Braun- oder Steinkohle mit ca. 3 Cent /kWh (Quelle: Studie des Instituts für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung Stuttgart, 2008).
Als weitere Bestandteile des Strompreises fallen vor allem die jeweiligen Netzkosten sowie Strom- und Mehrwertsteuern ins Gewicht. Darüber hinaus werden auch die vom Energieunternehmen zu tragenden Umlagen nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz bzw. dem Erneuerbare-Energien-Gesetz bei der Festsetzung des Preises mit eingerechnet. Die ebenfalls verbindlichen Konzessionsabgaben, also die Kosten, welche ein Energieversorger für die Verlegung von Leitungen an die betreffende Gemeinde zahlen muss, nehmen einen nicht geringen Teil ein und werden beim Strompreis ebenso berücksichtigt.
Der Strompreis ist unter anderem abhängig von der jeweiligen Einkaufstrategie des Betreibers. Hier ist nicht allein der aktuelle Strompreis an der Strombörse entscheidend. Ein Großteil der Energie wird über Direktverträge zwischen Produzent und Anbieter verhandelt. Hieraus wird deutlich, dass die Börsenpreise für Strom nur indirekt mit dem Strompreis der Endverbraucher zusammenhängen. Des Weiteren sind auch Produktionskosten und die Qualität der Kraftwerke und Netze für den Handelspreis entscheidend.
Einfluss des EEG auf den Strompreis
Gegner der Ökostrom-Entwicklung erklären den rasanten Anstieg der Strompreise gerne als direkte Auswirkung des im Jahr 2000 verabschiedeten Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Hiernach werden Betreiber von Wind-, Solarstrom- und Biomasseanlagen besonders gefördert. Sicherlich sind diese Vergütungszahlungen nicht unbedeutend für die Preisentwicklung – der Sündenbock für horrende Stromkosten sind sie jedoch nicht.
Regionale Unterschiede der Strompreise in Deutschland
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Die Strompreise variieren von Region zu Region in Deutschland. Das wird auf einen Blick deutlich durch den von StromAuskunft ins Leben gerufenen Stromatlas. Darauf findet man alle Regionen Deutschlands und die dort durchschnittlich herrschenden Strompreise. Die Strompreise sind farblich unterschiedlich dargestellt (rot = teuer, grün = günstig), so dass die Karte auf einen Blick zeigt, wo der Strom für Verbraucher in Deutschland günstig oder teuer ist. Die Karte zeigt, dass Strom insbesondere in Ostdeutschland sowie in ländlichen Gebieten teurer ist. Das liegt einerseits an dem größeren Wettbewerb in den Großstädten sowie an den teureren Netznutzungsentgelten in Ostdeutschland. |
Einen Überblick über die aktuellen Stromkosten für einen 2 Personen Haushalt finden Sie auf unserer Seite Stromkosten. Dort zeigen wir Ihnen jeweils neben der Platzierung Ihrer Stadt in Deutschland die jährlichen Stromkosten für Ihren lokalen Versorger, für den günstigsten Ökostromtarif sowie für den allgemein günstigsten Stromtarif an. Weiterhin wird die mögliche Ersparnis bei einem Stromanbieterwechsel von Ihrem lokalen Versorger zu dem günstigens Ökostrom- bzw. allgemeinen Stromtariif angezeigt.
Öfter mal den Stromanbieter wechseln
Trotz der regelmäßigen Preisanstiege haben 85% der Verbraucher noch nicht Ihren Stromanbieter gewechselt, sogar 50% beziehen noch den teurern Grundtarif Ihres Vesorgers. Der Chef der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, ermutigt die deutschen Verbraucher, häufiger als bisher den Stromanbieter zu wechseln. Durch einen Wechsel könne eine Familie 200 oder mehr Euro im Jahr sparen, sagte Präsident Kurth den Zeitungen der WAZ-Gruppe. Trotz unterschiedlicher Angebote hätten bislang nur 15 Prozent der Bürger den Anbieter gewechselt. Fast die Hälfte habe noch den teuersten Tarif beim Grundversorger. Zugleich appellierte Kurth an die Stromanbieter, im Sinne der Umwelt mehr Ökostromtarife zu schaffen.
Ein Großteil der Verbraucher nimmt die Möglichkeit den Stromanbieter zu wechseln nicht wahr. Dabei ist das die einzige Möglichkeit, Einfluss auf den Strompreis zu nehmen. Wenn viele Verbraucher den Stromanbieter wechseln, können durch den Verstärkten Wettbewerb die Energieversorger zu günstigeren Preisen bewegt werden. Verbraucherzentralen, Verbände und Politiker rufen zu dieser aktiven Beteiligung und zu einem Wechsel der Energieanbieter auf. Wehren sich Kunden gegen die überteuerten Preise und wechseln den Versorger, müssen die Anbieter ihre Preise dem dann entstehenden Wettbewerb anpassen. Die hohen Preise können nicht mehr gehalten werden, da die Anbieter mit den günstigen Preisen einen hohen Zulauf an Kunden aufweisen. Infolgedessen sinken die Strompreise auf dem Markt.
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