Schwimmendes Wasserkraftwerk
29.07.2010 | EnergienachrichtenDie umweltfreundliche Innovation eines schwimmenden Wasserkraftwerks auf der Elbe sorgt derzeit in Magdeburg für Aufsehen. "Unser Flusskraftwerk am Petriförder, Magdeburgs Elb-Promenade im Stadtzentrum, hat eine Kapazität von rund 130 Kilowatt. In einem Jahr können wir bis zu einer Million Kilowattstunden Strom erzeugen. Das reicht um 300 Haushalte zu versorgen", erklärt Heinrich Schmidt, Geschäftsführer der EHG Energie Handel GmbH. Er hat dieses Pilotprojekt auf den Weg, oder besser ins Wasser gebracht.
Die neuartige, 16 Meter lange und sechs Meter breite Wasserkraftanlage (WKA) erinnert an einen Katamaran in dessen Mitte ein Schaufelrad befestigt ist. Durch den Druck der Wasserströmung setzt sich das Rad in Bewegung und aktiviert einen Generator, der Strom erzeugt. Dieser aus erneuerbarer Energie gewonnene Strom wird in das Magdeburger Netz eingespeist. Schmidt: "So einfach, wie es klingt, war es natürlich nicht. Die Elbe mit ihren unterschiedlichen Wasserständen - von Hochwasser bis Niedrigwasser - und den unterschiedlichen Strömungsgeschwindigkeiten war und ist eine echte Herausforderung. Denn unsere WKA benötigt bei der jetzigen Auslegung des Schaufelrades eine Eintauchtiefe von 1,20 Meter um gute Leistungen zu erreichen."
Deshalb wurden die Wasserstände der Elbe der vergangenen 20 Jahr studiert und die Strömung genauestens beobachtet. Hinzu kamen die zu beachtenden Bau- und Umweltvorschriften. "Weder die Schifffahrt auf der Elbe wird behindert, noch wird in die umliegende Vegetation eingegriffen. Unser Kraftwerk nimmt nur einen kleinen Teil des Elbeflussbettes in Anspruch. Wir nutzen die Strömung zwölf Meter entfernt vom Ufer. Sogar die Fische können uns problemlos umschwimmen", so EHG-Geschäftsführer Schmidt.
© 2010 StromAuskunft
Björn Katz, Redaktion StromAuskunft
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