Echter Ökostrom: Wie grün sind die Anbieter wirklich? | StromAuskunft

Echter Ökostrom: Wie grün sind die Anbieter wirklich?

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Die Atomkatastrophe in Japan und seine Folgen

Seit der Atomkatastrophe in Japan denken viele Verbraucher um. Die Krise in Fernost hat uns nicht nur gezeigt, dass Kernkraft eine Technologie ist, die wir nicht zu hundert Prozent beherrschen können, sondern hat auch einmal mehr klar gemacht, dass der Ausbau und die Förderung der erneuerbaren Energien für unsere Zukunft unerlässlich sind. Wind-, Sonnen- und Wasserkraft gelten als Energiequellen, die zahlreichen Modellen nach bereits in wenigen Jahren unsere einzigen Quellen zur Stromgewinnung sein könnten. Dass dies letztendlich möglich ist, hat die vorübergehende Abschaltung der sieben ältesten und unsichersten Atomkraftwerke in Deutschland gezeigt.

 

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Echter Ökostrom: Wie grün sind die Anbieter wirklich?

Für uns Endkunden hat sich an unserer Stromversorgung dabei nichts verändert. Das liegt unter anderem daran, dass Deutschland Stromüberschüsse produziert und somit sogar Strom exportiert. Auch die Behauptung, dass Atomkraft eine Brückentechnologie ist, die einen langfristigen Wechsel zu den regenerativen Energien ermöglichen soll, ist eine Irreführung, um die Gewinnung von Strom weiter durch Kernkraft zu erhalten. Nicht nur Umweltexperten haben mittlerweile aber erkannt, dass es für einen Wechsel zur erneuerbaren Energie keine Kernkraft braucht. Als Unterstützung des Umbaus der Energieversorgung müssen vielmehr Gaskraftwerke dienen, die Strom und Wärme nutzen. Eine weitere Verwendung von Atomkraft würde den Ausbau der regenerativen Energien somit nur verzögern. Da auch Verbraucher dies inzwischen erkannt haben, wechseln derzeit viele Kunden von einem gewöhnlichen Stromtarif zu einem Ökostromtarif, um den Ausstieg aus der Atomkraft zu fördern und die alternativen Energien zu unterstützen.

Doch wie grün sind die Stromversorger und ihre angebotenen Ökostromtarife wirklich? Welche Anbieter haben echten Ökostrom in ihrem Angebot? Um mit dem eigenen Stromverbrauch nicht indirekt die Atomkraft zu unterstützen, ist es unerlässlich, einen Stromversorger zu wählen, der in keinster Weise mit dem Atomgeschäft in Verbindung steht. Mittlerweile haben fast alle Stromversorger Ökostromtarife in ihrem Angebot. Aufgrund der immens großen Nachfrage nach Produkten wie Ökostrom oder Biogas kann es sich heute kein Stromanbieter mehr erlauben, keine grünen Tarife anzubieten. Viele der Energieunternehmen bieten dabei zwar auch umweltfreundliche Tarife an, doch ein wirkliches Umsteuern auf eine rein grüne Unternehmenspolitik hat nur bei wenigen Anbietern stattgefunden.  

Daher gibt es zahlreichen Faktoren, die bei der Wahl des richtigen Stromversorgers und des richtigen Ökostromtarifs beachtet werden müssen.

Strommix des Anbieters

Zahlreiche Anbieter wollen zwar mit ihrem Ökostromangebot Kunden locken, doch wirklich grün ist ein Großteil ihrer Tarife nicht. Es empfiehlt sich daher, sich vor der Wahl eines Versorgers über dessen Strommix zu informieren. Nur wenige Anbieter der Bundesrepublik verzichten bei ihrer Stromgewinnung gänzlich auf Kernkraft. Als positive Beispiele können die Stromversorger Lichtblick, naturstrom, Greenpeace Energy und EWS genannt werden, die in ihrem Strommix keinen Atomstromanteil aufweisen. Ihr Strom ist rein regenerativ erzeugt, es handelt sich also um echten Ökostrom. Vattenfall, enviaM und Mainova bieten zwar keinen echten Ökostrom an, sind mit einem Atomstromanteil von 5 bzw. 14 Prozent aber weit vom Bundesdurchschnitt von knapp 25 Prozent entfernt und somit auf einem guten Weg, sich ebenfalls gänzlich von der Kernkraft zu lösen. Häufig sind es die großen und bekannten Konzerne, die einen Großteil ihres Stroms aus der Atomkraft gewinnen. Bei E.ON und E wie einfach beispielsweise findet sich ein Atomstromanteil von mehr als 30 Prozent, Unternehmen wie Yello Strom und EnBW kommen sogar auf fast 50 Prozent Atomstrom in ihrem Strommix (Stand 2009). Die Zusammensetzung des Strommixes ist also ein entscheidendes Kriterium für die Wahl des richtigen Versorgers.

Echter Ökostrom und der Ausbau der erneuerbaren Energien

Zahlreiche Stromversorger bieten zwar grüne Tarife an, die keinen oder nur einen geringen Atomstromanteil aufweisen, doch fördern sie in keinster Weise den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland. Nur wenn diese auch von den Unternehmen durch Investitionen gefördert werden, kann in absehbarer Zeit ein Umstieg auf die regenerativen Energien erfolgen. Verbraucher müssen also bei der Wahl des Anbieters vorher prüfen, ob das Unternehmen, auch seiner Größe entsprechend, den Ausbau von Wind-, Sonnen- und Wasserkraft fördert und somit zugleich den Ausstieg aus der Kernkraft beschleunigt. Auch hier punkten die eben aufgeführten Stromanbieter Lichtblick, naturstrom, Greenpeace Energy und EWS, da sie nicht nur einen Strommix ohne Atomstromanteil anbieten, sondern auch in die Förderung zahlreicher Anlagen investieren.

Ökostrom-Gütesiegel

Eine weitere allgemeine Orientierungshilfe für Verbraucher sind Ökostrom-Gütesiegel und Zertifikate, die den Nachweis einer umweltfreundlichen Stromproduktion erbringen. In Deutschland gibt es derzeit kein einheitliches Gütesiegel, doch finden sich einige verschiedene Auszeichnungen, die für Ökostromtarife und deren Anbieter verliehen werden. Dabei haben sich vor allem das ok-Power Zertifikat, das von der Verbraucherzentrale, dem Öko-Institut und dem WWF vergeben wird, und das Grüner Strom Label, das unter anderem vom Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) sowie dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) verliehen wird, als zuverlässiger Nachweis erwiesen, dass es sich bei den damit ausgezeichneten Produkten um Strom aus umweltfreundlichen Quellen handelt. Daneben gibt es noch einige weitere Auszeichnungen und Zertifikate, die ebenfalls die Qualität von Ökostrom nachweisen. Eine Übersicht darüber findet sich hier.    


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