Fleischkonsum und Klimawandel - Wie der Fleischkonsum unser Klima beeinflusst
Häufig sind wir uns nicht bewusst, wieviele Ressourcen unserer Fleischkonsum verschlingt und wieviele CO2 Emissionen durch dessen Produktion verursacht werden. Eine Reihe von Faktoren sollten in Erwägung gezogen werden, um sich die Auswirkungen unseres Fleischkonsums vor Augen zu führen. Dazu sollten unter anderem die folgenden Faktoren in Betracht gezogen werden:1. Abholzung und Brandrodung
Die Entwaldung und Abholzung der Regenwälder für die Bereitstellung von Weideflächen und Flächen für Futtermittelanbau trägt grundlegend zu dem Problem bei. In Südamerika wurden in den letzten drei Jahrzenten mehr als 25% aller tropischen Regenwälder für die Zwecke der Viehzucht abgeholzt. Etwa 70% der verschwundenen Wälder des Amazonas wurden als Weideflächen für die Viehzucht verwendet. Die verursachten Emissionen durch Brandrodungen sollten ebenfalls nicht ausser Acht gelassen werden. Nach Greenpeace entstammen 20% aller CO2 Emissionen der Welt aus der Brennrodung und Abholzung von Bäumen für landwirtschaftliche Zwecke.
2. Haltung, Produktion, Vertrieb
Haltung, Produktion, sowie weite Transportwege in der Fleischherstellung verschlingen grosse Mengen an Energie, wobei zumeist fossile Energien wie z.B. Kohle oder Gas zum Einsatz kommen, die wiederum für einen hohen CO2 Ausstoss verantwortlich sind. Von der Weide bis zum Verkauf im Supermarkt werden Unmengen von Emissionen verursacht. Wird das finale Produkt tiefgekühlt verkauft, liegt der Wert aufgrund der aufgrund des hierfuer benoetigten Energieaufwandes noch einmal höher. Nicht zu vergessen ist ausserdem der hohe Wasserverbrauch: so benötigt etwa ein einzelnes Steak in der Herstellung etwa 4000 Liter Wasser. Laut dem Vegetarierbund (VEBU) gilt die Faustregel, dass 1 kg Fleisch etwa zehnmal umweltbelastender ist als 1 kg Gemüse.
3. Methanausstoss
Neben CO2 entstehen in der Landwirtschaft grosse Mengen an Methan. Kühe, als Wiederkäuer, stossen grosse Mengen Methan aus und tragen so grundlegend zum Treibhauseffekt bei. Methan ist etwa 20 Mal treibhauswirksamer als CO2. Je intensiver die Tierhaltung desto mehr Methan wird produziert. Dabei stösst eine Hochleistungsmilchkuh etwa vier mal so viel Methan (CH4) aus, wie ein extensiv weidendes Rind.
4. Bodenbelastung durch Viehzucht
Durch die Viehzucht und der damit verbundenen Futterproduktion für das Nutzvieh werden die Böden mit Pestiziden, Ammoniak, Nitrat und Phosphor verunreinigt. Diese können leicht ins Grundwasser durchsickern und weitergehend Seen und Wasserstrassen verunreinigen. Die Verwendung von Gülle etwa, bestehend aus Dünger und Urin, enthält hochgradiges Ammoniak, welches negative Auswirkungen auf Wasser- und Luftqualität hat.
Auch die weitergehend wachsende Menge an weltweiten Abfallmengen von Exkrementen aus der industralisierten Nutztierhaltung stellt durch ungeklärte Fragen der Lagerung und Ensorgung ein bedeutendes Umweltrisiko dar.
5. Verwendung von Lebensmittel als Futtermittel
Wurden Tiere früher mit Heu gefüttert, welches für Menschen als Nahrungsmittel unverwertbar war, so werden diese heute mit mit Kraftfutter, wie z.B. Getreide, Soja und Fischmehl gemästet. Inzwischen wird weltweit etwa 36% der weltweiten Getreideernte an Tiere verfüttert und die globale Sojaernte wird zu 70% zu diesem Zwecke verwendet. Auch knapp die Hälfte der Fischfänge und selbst ein Drittel der Milchprodukte gehen diesen Weg. Durch den steigenden Fleischkonsum werden so dringend benötigte Nahrungsmittel in den Entwicklungsländern als Tierfutter verwendet.
Beispielkampagne: Der vegetarische Donnerstag
Um das Thema Klimaschutz auch einmal „auf den Teller zu bringen“ hat die Greenpeace Gruppe Münster den vegetarischen Donnerstag ins Leben gerufen. Bei der Aktion geht es darum, dass möglichst viele Münsteraner jeden Donnerstag auf den Verzehr auf Fleisch verzichten, um so gemeinsam einen Beitrag leisten das Klima zu schützen. In Zusammenarbeit mit der Stadt Münster und verschiedenen Restaurants der Stadt soll erreicht werden, dass zukünftig zumindest am Donnerstag eine groessere Auswahl an vegetarischen Speisen in der Stadt angeboten werden. Laut der Gruppe hätte es den selben Effekt wenn alle 270.000 Bürger/innen Münsters einen Tag in der Woche kein Fleisch essen würden, als wenn 20.250 Autos ein Jahr in der Garage blieben. Neben dieser Aktion gibt es zahlreiche aehnliche Initiativen, die nicht unbedingt Vegetarismus propagieren möchten, aber zumindest auf einen bewussten Konsum von Fleisch aufmerksam machen möchten
Weitere Informationen findet ihr auf den folgenden Seiten:
Kampagne Vegetarischer Donnerstag
Beitrag von 3SAT zu dem Thema (auch zu finden in der 3SAT Mediathek)
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