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Stromtransport per Deutsche Bahn

Freitag, den 13. Mai 2011

Wenn Sie in Zukunft nach Feierabend in den Zug nach Hause steigen, dann könnte es sein, dass ihr Strom gleich mitfährt. Denn in einer Machbarkeitsstudie soll demnächst geprüft werden, ob und in welchem Ausmaß das Stromnetz der Deutschen Bahn genutzt werden kann, um Ökostrom von A nach B zu schicken.

Bahn-Netz soll Ökostrom befördern

502982_R_B_by_Erich Westendarp_pixelio.deNicht erst seit der Diskussion um einen vorzeitigen Atomausstieg ist der Politik eines klar: Die Energiewende wird teuer. Einen erheblichen Kostenfaktor im Versorgungskonzept der Zukunft stellen vor allem die Netze dar. Selbige sollen nämlich nicht nur möglichst intelligent sein – Stichwort Smart Grid – sondern auch massiv ausgebaut werden. Schließlich will man vom sauberen Windstrom aus der Nordsee auch im alpinen Bayern noch was haben. Ergo muss der Ökostrom transportiert werden. Ob dies zu einem gewissen Teil künftig über das Netz der Deutschen Bahn realisiert werden kann, wollen nun Vertreter der Bundesministerien für Wirtschaft und Verkehr, der Bahn, des Eisenbahn-Bundesamtes sowie der Bundesnetzagentur überprüfen. Die rund 7.800 Kilometer langen Hochspannungsleitungen der Bahn werden bislang ausschließlich für die Versorgung der Züge genutzt. Würden diese zusätzlich zu Gütern und Fahrgästen in Zukunft auch noch Strom transportieren, könnte sich die Regierung so manche neue Trasse und damit vielleicht die ein oder andere Million sparen.

Laut einer Studie der Deutschen Energie-Agentur müssten 3.600 Kilometer an neuen Stromtrassen errichtet werden, um den im Norden der Republik erzeugten Windstrom künftig bundesweit effektiv zu verteilen. Neben den immensen Kosten stehen diesem Vorhaben auch zahlreiche Bürgerproteste im Wege, die negative Auswirkungen der Hochspannungsleitungen auf Mensch und Umwelt befürchten. Warum also nicht ein bereits landesweit bestehendes Netz nutzen und den Bau neuer Trassen minimieren? Die Bahn zumindest steht diesem Konzept noch eher skeptisch gegenüber. Die möglichen Gewinnmargen gelten als niedrig, und man fragt sich im Unternehmen, ob man mit der Stromdurchleitung überhaupt ein neues Geschäftsfeld aktivieren kann und will. Immerhin äußerte ein Vertreter der Bahn kürzlich gegenüber dem Magazin Spiegel: “Alles ist möglich, wenn für die Bahn keine zusätzlichen Kosten entstehen.” Tja, wer weiß, vielleicht kommt unser Strom bald auch immer zehn Minuten später als laut Fahrplan angekündigt.

Foto © Pixelio, Erich Westendarp

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Steigende Strompreise in Europa

Donnerstag, den 10. Februar 2011

Deutschlands Mann in Sachen Energiepolitik auf EU-Ebene, Günther Oettinger, orakelte vor wenigen Tagen zum wiederholten Male über deutlich steigende Strompreise. Stein des Anstoßes, so der Energiekommissar, sei der dringend notwendige Ausbau der europäischen Netze und Speicherkapazitäten.

EU-Bürger sollen Netzausbau mitfinanzieren

Gerd AltmannWenn in diesen Tagen die Rede von steigenden Energiekosten ist, dürften zahlreiche Verbraucher äußerst empfindlich reagieren. Und dies aus gutem Grund. Als würde es nicht reichen, dass einem der letzte Rekordwinter die eisigste Heizkostenabrechnung seit Jahren um die Ohren weht, hatten zudem zahlreiche Stromanbieter zum Jahreswechsel kräftig an der Preisschraube gekurbelt. Und nun sollen die gebeutelten Haushalte ihre Taschen auch noch für das europäische Stromnetz öffnen. Wie weit, das weiß Günther Oettinger übrigens auch schon: “Es geht um ein bis zwei Cent pro Kilowattstunde”, verriet er vor wenigen Tagen dem Hamburger Abendblatt. Klingt beim ersten Hören vielleicht wie Peanuts, macht für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt aber Mehrkosten von rund 90 Euro pro Jahr aus.

Hintergrund ist der beim jüngsten EU-Gipfel in Brüssel getroffene Beschluss der Staats- und Regierungschefs, rund 200 Milliarden Euro in den Ausbau der europäischen Energieinfrastruktur zu investieren. Dies sei insofern notwendig, als dass der steigende Anteil erneuerbarer Energien, vor allem der Windkraft, zu stärkeren Schwankungen im Versorgungsgleichgewicht führe. Um dies zu kompensieren, benötige man sowohl leistungsfähigere Netze als auch größere Speicherkapazitäten. Nach Oettingers Auffassung ist der geplante Netzausbau finanziell nur dann zu stemmen, wenn die Kosten zumindest teilweise dem Endverbraucher aufgebürdet werden. Man dürfe – und dieser Satz hat einen wirklich faden Beigeschmack – die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Energieversorger nicht gefährden. Vielmehr müsse es den Konzernen ermöglicht werden, einen Teil des Strompreises als Rücklage für künftige Investitionen zu nutzen. Im Klartext: Die Verbraucher sollen die Netze bezahlen, damit die Gewinnmargen der Versorger unangetastet bleiben.

Foto © Pixelio, Gerd Altmann

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Skepsis im Stromnetz

Montag, den 30. August 2010

Nicht nur in den Planungen der Bundesregierung spielen intelligente Netze eine zentrale Rolle. “Smart Grid” lautet das Zauberwort für das Energiekonzept der nahen Zukunft. Ob allerdings der Verbraucher die baldige Intelligenz der Netze überhaupt zum eigenen Vorteil nutzen kann und will, ist eine ganz andere Frage.

Verbraucher sehen Smart Grid misstrauisch entgegen

Susanne SchmichEine aktuelle Studie des Beratungsdienstleisters Accenture zeigt: Zwar trauen sich vier von fünf Stromkunden in Deutschland die Optimierung des eigenen Energieverbrauchs grundsätzlich zu, aber nur ein Drittel ist sich der Vielfalt an neuen Stromprodukten und Tarifen bewusst, die der Ausbau des intelligenten Stromnetzes künftig ermöglichen soll. Speziell gegenüber den ersten zeitvariablen Tarifmodellen, die bereits im kommenden Jahr verfügbar sein werden, ist die Skepsis noch groß. Mit dem fortschreitenden Einbau intelligenter Stromzähler hat die erste Stufe des Smart Grid deutsche Haushalte bereits punktuell erreicht. Aber trotz der Transparenz über den eigenen Stromverbrauch, die die neue Technik mit sich bringt, herrscht beim Bürger bislang vor allem Unwissenheit und Unsicherheit. Nur jeder Dritte etwa weiß, dass sich mit zeitvariablen Stromtarifen in Zukunft Energie und Kosten einsparen lassen, beispielsweise durch den gezielten Betrieb energieintensiver Geräte während verbrauchsarmer und damit kostengünstiger Tageszeiten. Das Energiewirtschaftsgesetz verpflichtet die Stromversorger nämlich ab 2011 dazu, genau solche Tarife anzubieten. Wie das lastvariable Stromangebot ihres jeweiligen Versorgers konkret aussieht, ist den meisten Kunden allerdings völlig unbekannt. Und wie so oft führt auch hier Unwissenheit zu Ablehnung: Laut Studie bewerten neun von zehn Befragten die neuen Tarifmodelle negativ. Man fühlt sich in der freien Gestaltung des eigenen Energieverbrauchs und dadurch im generellen Lebenskomfort eingeschränkt und hat darüber hinaus datenschutzrechtliche Bedenken. Auch befürchten die Kunden durch die Installation der neuen Technik eher steigende als sinkende Stromrechnungen.

Das Hauptproblem liegt wohl noch immer in der Wahrnehmung des Produktes. Viele Verbraucher sehen Strom nicht als frei wählbare Ware, die sie individuell gestalten können, sondern als selbstverständliches Gebrauchsgut, dass schlicht aus der Steckdose fließt. Aber: Der Strommarkt ist bereits seit zwölf Jahren liberalisiert und vollzieht nun durch den Ausbau intelligenter Netze einen weiteren Wandel. Das Produkt Strom wird in naher Zukunft noch liberaler, noch individueller.

Foto © Pixelio, Susanne Schmich

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Bürger gegen Leitungen

Montag, den 23. August 2010

Die Bundesregierung plant für die nahe Zukunft den massiven Ausbau des deutschen Stromnetzes. Ein Vorgang, der bei vielen Bürgern, insbesondere bei betroffenen Anwohnern, auf wenig Gegenliebe stößt.

Akzeptanzstudie zum Netzausbau

JurecDer Sachzwang zum Ausbau des deutschen Stromnetzes ist ein im Prinzip hausgemachtes Problem. Durch die fortschreitende Integration erneuerbarer Energien, speziell der Windkraft, sind bei gleichzeitigem Nichtabschalten von Kohle- und Atomenergie zusätzliche Leitungskapazitäten von Nöten. Es fließt schlichtweg zuviel Strom durch die Trassen. Würde man die konventionellen Energieträger parallel zur Zunahme der erneuerbaren herunterfahren, ließe sich der kostenintensive Netzausbau wohl umgehen. Nicht aber die Interessen der Energiewirtschaft – und so verlegt der Bund lieber neue Kabel, anstatt den Energiemix früher als geplant anzupassen. Entsprechend wenig Akzeptanz findet der anstehende Netzausbau in der Bevölkerung. Im Rahmen einer aktuellen Studie der Universität Magdeburg im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe wurden von neuen Stromtrassen Betroffene befragt. Ergebnis: Um sich überhaupt mit dem Thema Netzausbau anfreunden zu können, fordern die Bürger beispielsweise Mindestabstände der Leitungen von ihren Wohngebieten bzw. eine grundsätzliche Erdverkabelung. Dafür wären viele Befragte sogar bereit, einen höheren Strompreis zu zahlen. Außerdem sind die Menschen eher gewillt, dem Netzausbau vor ihrer Haustür zuzustimmen, wenn dieser nachweislich der Integration erneuerbarer Energien dient. Desweiteren zeigt die Studie, dass der Informationsbedarf zum Um- und Ausbau der Stromnetze unter den regional betroffenen Bürgern sehr groß ist. Eine frühe Ausfklärung der Anwohner über geplante Stromtrassen ist für die Akzeptanz essentiell.

Die Ängste betroffener Bürger angesichts des geplanten Netzausbaus sind vielfältig: Viele befürchten einen negativen Einfluss auf das Landschaftsbild, gesundheitliche und ökologische Beeinträchtigungen durch elektromagnetische Felder bis hin zu einem möglichen Wertverlust ihrer Immobilien. Vor allem aber sehen viele Bürger schlichtweg weder Bedarf noch Nutzen neuer Stromleitungen in ihrer Region. Es sei denn, sie würden der Integration erneuerbarer Energien dienen. Tatsächlich aber dienen sie oftmals auch dazu, Kohle- und Atomkraft zu erhalten.

Foto © Pixelio, Jurec

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Datenschutz im Stromnetz

Montag, den 21. Juni 2010

Welche Daten von Verbrauchern müssen in intelligenten Stromnetzen erhoben werden und auf welche Daten kann gerade wegen der Intelligenz der Netze verzichtet werden? Wie können Sicherheit und Schutz der sensiblen Daten gewährleistet werden, wo werden sie gespeichert und wie lange? Kurzum: Welche Sicherheitsstandards für Smart Grids sind wünschenswert und praktikabel? Diese Fragen stellen sich derzeit nicht nur die Netzbetreiber, sondern auch deutsche Datenchützer.

Smart Grids stellen neue Herausforderungen

Rainer SturmSmart Grids sind zweifelsohne die Zukunft unserer Energieversorgung: Das “Internet der Energie” stimmt Stromerzeugung, -verteilung, -speicherung und -verbrauch auf intelligente Art und Weise aufeinander ab, um ein Höchstmaß an Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit zu gewährleisten. Möglich wird dies mit Hilfe von speziellen Informationstechnologien, über die Erzeugungsanlagen, Stromnetze und natürlich die Endverbraucher in direkte Kommunikation treten. Bei all diesen Prozessen werden permanent Daten erhoben, die – je nach Situation und Sichtweise – unbedenklich aber auch äußerst sensibel sein können. Überspitzt ausgedrückt, weiß das intelligente Netz, wann Stromkunde XY fernsieht, wie oft er seine Wäsche wäscht und wie knusprig er seinen Toast mag. Intelligente Stromnetze erlauben auf diese Weise einen direkten Einblick ins Private. Die neuen Herausforderungen, die die Einführung von Smart Grids mit sich bringt, sind also nicht rein technologischer, sondern auch gesellschaftspolitischer Natur.

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar und seine Länderkollegen Dr. Alexander Dix aus Berlin und Dagmar Hartge aus Brandenburg sowie Experten von Verbraucherschutz- und IT-Verbänden diskutierten deshalb kürzlich mit Vertretern der Energiewirtschaft, wie sich gemeinsame Standards zum Datenschutz in Smart Grids entwickeln lassen. Die Punkte Datensicherheit und Datensparsamkeit standen dabei in Bezug auf die Entwicklung kommender Stromnetz-Infrastrukturen im Fokus. Darüber hinaus hat Bundeskanzlerin Angela Merkel das Förderprogramm “E-Energy – Smart Grids made in Germany” zum nationalen Leuchtturmprojekt erklärt. In sechs Modellregionen werden die Verfahrensweisen von Smart Grids getestet. Hierzu steuert das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit insgesamt 60 Millionen Euro bei, weitere 80 Millionen fließen seitens der Privatwirtschaft in das Projekt.

Foto © Pixelio, Rainer Sturm

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Wohin mit dem Strom?

Dienstag, den 25. Mai 2010

Das ARD-Magazin Plusminus berichtete vor Kurzem über Engpässe in den deutschen Stromnetzen. Durch die bundesweiten Freileitungen und Erdkabel fließt mittlerweile schlicht und einfach zuviel Strom. Schuld am Elektrizitäts-Überangebot ist nach Ansicht von Politik und Netzbetreibern der massive Ausbau der Windkraft an Nord- und Ostsee. Im Umkehrschluss sorgt jedoch vor allem klimaschädlicher Kohlestrom für das ungewollte Energieplus.

Netzüberlastung

Jetti KuhlemannUm der misslichen Lage Herr zu werden, hat die Bundesregierung bereits Mitte 2009 die Erweiterung der deutschen Stromnetze per Gesetz beschlossen. Die Notwendigkeit sah und sieht man vor allem in der stetigen und unbedingt gewollten Zunahme erneuerbarer Energien begründet. Gerade die Windkraft im Norden der Republik stellt einen immer wichtiger werdenden Faktor bei der Stromerzeugung dar. Aber ist ein Ausbau der Netze wirklich nötig? Immerhin werden Deutschlands Haushalte doch bereits ausreichend mit Energie versorgt. Die Logik lautet: Mehr Strom, mehr Leitungen. Und genau da liegt der Denkfehler.

Prinzipiell brauchen wir ja nicht mehr Strom, sondern einfach nur anderen Strom. Nicht erneuerbare und konventionelle Energien, sondern Wind, Wasser und Sonne statt Kohle und Atomkraft. Insofern sind nicht etwa die Windräder im hohen Norden Schuld am Strom-Überangebot, sondern vielmehr die Tatsache, dass etwa die großen Kohlekraftwerke an Rhein und Ruhr auch dann auf Hochtouren laufen, wenn der Großteil des Bundesgebietes eigentlich mit sauberem Windstrom versorgt werden könnte. Bei einer Politik des Entweder/Oder würden die bestehenden Leitungskapazitäten allemal ausreichen. Letztlich ist der geplante Netzausbau also weniger Sachzwang als vielmehr eine weitere, fehlgeleitete Investitionsruine für die nahe Zukunft. Und raten Sie mal, wer die bezahlt.

Foto © Pixelio, Jetti Kuhlemann

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Netzverkauf

Montag, den 12. April 2010

Ein mitentscheidender Faktor, der einem gänzlich freien Strommarkt noch immer im Wege steht, sind die leidigen Netznutzungsgebühren. Denn bundesweit tätige Anbieter müssen ihre Preise nach wie vor an der Tatsache orientieren, dass sie auf dem Weg zum Endkunden fremde Stromautobahnen kostenpflichtig befahren. Ein Umstand, den die Politik mit der Gründung einer unabhängigen Netzagentur nur allzu gern beheben möchte. Nun tut sich allerdings ein neuer Trend auf: Die großen Energiekonzerne veräußern nach und nach ihre Netze an ausländische Firmen.

Vattenfall verkauft Stromnetz ins Ausland

KladuNach E.ON ist Vattenfall der zweite deutsche Energieriese, der sein Übertragungsnetz an ausländische Investoren abtritt. In diesem Fall übernehmen der belgische Netzbetreiber Elia sowie der australische Fonds IFM die 9.600 Kilometer langen Leitungen im Nordosten Deutschlands und Hamburg. Der Verkauf ist durchaus als Reaktion auf zunehmenden Druck seitens der EU-Kommission zu bewerten, die im Hinblick auf einen faireren Wettbewerb die Netze aus den Konzernen herausgelöst sehen möchte. Nach dem Willen der Bundesregierung hätten E.ON, Vattenfall und Co. ihre Netze allerdings an eine mögliche Deutsche Netz AG übertragen sollen. Dieses Projekt scheint nun mit dem Verkauf an private Firmen vom Tisch zu sein.

Für die betroffenen 19 Millionen Verbraucher ändert sich durch den neuen Netzbetrieb zunächst mal nichts. Die Durchleitungsgebühren bleiben und werden nach wie vor durch staatliche Regulierung gedeckelt. Auf diese Weise verbessert sich zwar die Wettbewerbssituation für überregionale Stromanbieter, weil sie nicht mehr in die Tasche ihrer mächtigen Konkurrenten wirtschaften müssen – der Kunde gewinnt jedoch nichts. Dies hätte unter einer unabhängigen Netzagentur wohl anders ausgesehen. Andererseits deutet sich mit der Internationalisierung der Netze möglicherweise eine europaweite Lösung an. Vielleicht wird unser Strom also irgendwann durch ein vereintes EU-Netz fließen.

Foto © Pixelio, Kladu

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Zank um die Netze

Sonntag, den 13. April 2008

Strom- und Gasnetze sollen entflechtet werden. Die EU-Kommission will es so. Die Stromerzeuger sehen das natürlich anders. Der Wettbewerb soll zwar gestärkt werden, aber jetzt ist schon klar, dass es gegen diese Bestrebungen heftige Widerstände geben wird. Momentaufnahme.

Entflechtung der Stromnetze bleibt umstritten

Ausschuss für Wirtschaft und Technologie (Anhörung)

Berlin, 10.04.08 (hib/KOS) | Auf Ablehnung stößt bei der Bundesnetzagentur und beim Bundeskartellamt die Absicht der EU-Kommission, die Strom- und Gasnetze eigentumsrechtlich völlig von der Stromerzeugung und anderen energiewirtschaftlichen Tätigkeiten zu trennen. Bei einer Anhörung des Wirtschaftsausschusses über das dritte EU-Energie-Paket kritisierten am Mittwochmittag die Präsidenten Matthias Kurth und Bernhard Heitzer auch die von Brüssel vorgeschlagene Alternative einer Übertragung des Netzbetriebs an eine gesellschaftsrechtlich vom Netzeigentümer unabhängige Einrichtung. Stattdessen traten Kurth und Heitzer für die von Deutschland und sieben anderen EU-Staaten ins Spiel gebrachte “3. Option” ein, nämlich innerhalb von Energieunternehmen die Eigenständigkeit der Netzgesellschaften zu stärken. Brüssel solle diese Variante den Mitgliedsländern offen stehen lassen. Allerdings wurden die Konzepte der EU-Kommission bei dem Hearing auch differenziert befürwortet.

Weithin Übereinstimmung herrschte unter den Sachverständigen über die Notwendigkeit, den Wettbewerb zu stärken und dabei die Netze von der Strom- und Gaserzeugung wirksam zu trennen. Für Kurth ist das Modell der Bundesregierung eine auf die Situation in Deutschland zugeschnittene “pragmatische Lösung”, die “substanzielle Forschritte gegenüber dem ‘status quo’” bewirken werde. So sei etwa vorgesehen, dass Management und Personal einer Netzgesellschaft nicht mit dem Mutterunternehmen verbunden sein dürften. Heitzer gab zu bedenken, dass das Konzept der EU-Kommission wegen verfassungs- und eigentumsrechtlicher Probleme gerichtliche Klagen provozieren und deshalb zu jahrelangen Verzögerungen bei der Durchsetzung von mehr Wettbewerb führen werde. Auch bei Johannes Teyssen (E.ON) und Heinz-Werner Ufer (RWE) fand die Strategie der Regierung im Prinzip Zustimmung. Wie andere Sachverständige wertete Teyssen vor allem eine konsequente Regulierung des Netzbetriebs und der Leitungsgebühren als das zentrale Mittel, um mehr Wettbewerb zu erreichen. Wolfgang Brinkmann von den Bielefelder Stadtwerken warnte vor einer wirtschaftlichen Schwächung der Stadtwerke als Konkurrenten der Energiekonzerne, wenn die kommunalen Unternehmen gemäß dem EU-Modell ihre Netze und sonstigen Aktivitäten nicht mehr wie bisher zusammen managen könnten.

Quelle: Deutscher Bundestag

Der Bundestag in Berlin (Reichstagsgebäude)

Foto: Pixelio | Olaf Schneider

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Im Sommer gehen die Lichter aus…

Samstag, den 1. März 2008

…heißt es. Gemeint ist damit, dass, wenn ein heißer, trockener Sommer kommen sollte und plötzlich wenig Erneuerbare Energie (EN) in das Netz eingespeist werden kann, wir dann ein Energiedefizit haben könnten. Ein Horrorszenario oder bald Realität?

Haben wir genug Reserven für die Zukunft?

Gut 30 Prozent des Strombedarfes, hieß es in dieser Woche, werden durch EN gedeckt. Aber was ist, wenn plötzlich kaum Windenergie erzeugt werden kann, die Wasserstände zu niedrig sind, um die Atomkraftwerke (AKW) mit Kühlwasser zu versorgen und so weiter. Gerade im Sommer werden großen Mengen an Strom benötigt, denn mit Strom kühlen, das kostet viel Geld und dafür benötigt man große Mengen an Energie.

Sommerwiese

Die Experten sind sich natürlich mal wieder nicht einig. Die einen behaupten, wir haben genug Energiereserven und, wenn Not am Mann ist, können Engpässe leicht über das europäische Netzt überbrückt werden. Die anderen sind besorgt. In diesem Zusammenhang wurde auch noch einmal darauf hingewiesen, dass die meisten Strommasten in einem bedauernswerten Zustand seien (s.a. Schneekatastrophe in Gronau). Diese Masten haben eine geplante Lebenslaufzeit von etwa 50 Jahren. Die meisten allerdings haben diese Zeit auch schon auf dem Buckel.

Der Stromkunde bezahlt mit seinen monatlichen Beiträgen natürlich auch für das Stromnetz. Nur investieren Energieversorger dieses Geld leider nicht. Wenn das Kind dann in den Brunnen gefallen ist, müssen plötzlich große Investitionen geschultert werden. Bin gespannt, wer dann die Zeche zahlen wird. Im Zweifelsfall der Stromverbraucher, also wir.

Übrigens soll unser Abwassersystem ebenfalls ziemlich marode sein. Auch hier drohen Milliarden an Investitionen. Aber das wäre wieder ein anderes Thema.

Foto Pixelio.de | Fotograf Krister67

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