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(2) Kopswerk II – Startphase

24. August 2008 von Gerd Kebschull

Im August dieses Jahres hatten wir die Chance das Korpswerk II zu besichtigen. Ein interessantes Projekt, das kurz vor der Fertigstellung ist.

Rückblick – Korpswerk I

Strom aus “Erneuerbarer Energie” gibt es nicht umsonst. Auch hier muss erst einmal viel Geld in die Hand genommen werden, damit der Strom am Ende fließt. Das Projekt Kopswerk II konnte nur deshalb relativ preiswert realisiert werden, weil die Infrastruktur (Stausee, Staudamm) durch den Bau des Kopswerk I schon vorhanden war. Ein kurzer Rückblick.

Illwerke

Die Illwerke wurden gegründet, um im Verbund die Wasserkraft zu nutzen. Zwischen 1925 und 1984 entstand so eine Kraftwerkgruppe mit neun Kraftwerken und vier Speicherseen. Die Gruppe ist in der Lage 1.248 Megawatt (MW) Turbinenleistung abzurufen und kann 533 MW Leistung aufnehmen, um diese via Pumpbetrieb zu speichern. Zusammengefasst bedeutet das, dass der Silvrettasee, Lünersee, Vermuntsee, Kopssee und mehrere zusätzliche Becken intelligent miteinander verbunden sind, umso die Wasserkraft aus der Region Tirol und Voralberg zu nutzen.

Silvrettasee

Der Silvrettasee, mit einem Nutzinhalt von 38,6 Mio. Kubikmetern, hat einen Energieinhalt von 134,69 Kilowattstunden (kWh). Er wird eingesetzt für die Jahresspeicherung. Bereits 1938 wurde mit dem Bau begonnen. Der See wird von der Ill und von dem übergeleiteten Bieltachbach gespeist. Der erste Teilstau erfolgte 1943 und der erste Vollstau erst im Jahre 1951.

Kopssee

In den Jahren 1962 bis 1969 wurden die zu Gefällestufe Kops – Partenen gehörenden Anlagen gebaut. Zu diesem Verbund gehören der Kopssee, das Kopswerk I, das Rifawerk und das Pumpwerk Kleinvermunt. Der Kopssee ist im Vergleich zum Silvrettasee, mit 42,9 Mio. Kubikmetern Nutzinhalt, nur unwesentlich größer. Der erste Vollstau erfolgte 1967.

Kopswerk II

Das Kopswerk II hat eine geplante Leistung von 450 kW und ist als Pumpspeicherwerk konzipiert. Es nutzt das Gefälle vom Kopssee nach Gaschurn-Rifa. Durch das neue Projekt wird die Kapazität der Illwerke im Pumpbetrieb um etwa 85 Prozent und im Turbinenbetrieb um zirka 36 Prozent erhöht.

Wie bereits erwähnt, war eine Hauptforderung bei diesem Projekt Spitzenenergie zu erzeugen und Regelenergie bereitzustellen. Um einen hohen Wirkungsgrad zu verwirklichen, dass heißt, so wenig wie möglich Verluste bei der Umwandlung der Energie zu haben, wurden Peltonturbinen eingesetzt. Eine technische Besonderheit ist, dass Pumpe und Turbine getrennt sind, was einen zusätzlichen Wandler (Kupplung) notwendig machte.

Insgesamt stehen drei Pumpe/Turbine/Wandler-Systeme zu Verfügung. Der Einbau dieser Maschinenbauteile, die teilweise über 200 Tonnen schwer sind, stellte an die Techniker und Ingenieure hohe Anforderung. Weitere Informationen im Teil 3.

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Foto / Grafiken © Illwerk AG

Über den Author

Gerd Kebschull bloggt für StromAuskunft seit dem Jahr 2006. Du kannst Ihm auch auf Google+ folgen.

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