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Teil 2: Interview mit Kerstin Andreae

26. April 2008 von Gerd Kebschull

Die Atomkraftwerke sollen sukzessive abgeschaltet werden. Aber wie wird die “Stromlücke” geschlossen? Zu diesem Thema werden wir Politiker und Verantwortliche der Stromindustrie befragen. Stromauskunft.de sprach mit der Energieexpertin Kerstin Andreae, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Mitglied des Deutschen Bundestages.

Die Szenarien hängen immer vom politischen Willen ab

Frage: Der Atomausstieg ist eine beschlossene Sache. Es stellt sich nun die Frage, wie kann die produzierte Energiedifferenz ausgeglichen werden?

Kerstin Andreae: Bis 2020 wollen Bündnis 90 / Die Grünen die Energieversorgung wie folgt umstellen: 40% durch erneuerbare Energien, 30% durch hocheffiziente KWK (Kraft-Wärme-Kopplung, Anm. d. Red.) und die restlichen 30 % durch konventionelle Kraftwerke.

Frage: Gibt es eine Prognose, wie hoch etwa der Anteil an Erneuerbaren Energien (EN) in fünf Jahren (2013) sein wird?

Andreae: Die Regierung entwickelt grad ein neues Erneuerbares-Energien-Gesetz (EEG). Das ist jetzt im Parlament. Die Regierung will 25 – 30 % bis 2020 umsetzen. Aber: 40 % wären möglich. Es gibt unterschiedliche Szenarien für 2013. Einen guten Überblick bietet www.erneuerbare-energien.de. Letztlich hängen die Szenarien immer am politischen Willen, das EEG engagiert fortzuentwickeln.

Frage: Wie bewertet die Bundesregierung die Option “Fusionsenergie”? Gibt es eine Chance, durch Erhöhung der Fördermittel den Fortschritt zu beschleunigen?

Andreae: Das müssen sie die Bundesregierung fragen. Wir sind in der Opposition. Die Fusionsenergie ist seit 50 Jahren in der Entwicklung und absehbar nicht einsehbar. Insofern kann sie für die in den nächsten Jahrzehnten anstehenden Probleme keine Lösung darstellen.

Linktipps

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Kraftwerk im Keller

25. April 2008 von Gerd Kebschull

Die Idee ist schon genial. Das eigene Kraftwerk im Keller. Möglich wird dies durch den Einsatz der Technik Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Fachleute halten die von der Bundesregierung angestrebte Förderung zum Ausbau des Stroms der aus dieser Technologie gewonnenen Energie für nicht ausreichend. “Es muss entscheidend nachgebessert werden”, fordert der Energiewirtschaftsexperte Hans-Joachim Ziesing gegenüber Frontal21.

Stromkonzerne behindern Energiesparer

Der Anteil der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) soll mit einer Gesetzesnovellierung bis 2020 auf 25 Prozent der gesamten Stromproduktion verdoppelt werden. Der Präsident des Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung, Dieter Attig, warnt, dass der vorliegende Gesetzentwurf nicht ausreiche: “Wir haben berechnet, dass etwa die Hälfte des Ziels damit erreicht werden könnte.” Wahrscheinlich müsse bei der nächsten Erfolgskontrolle des Gesetzes im Jahr 2011 erneut nachgebessert werden. Derzeit beträgt der Anteil der Kraft-Wärme-Kopplung an der Stromerzeugung nur rund zehn Prozent.

Zitat: „Heute wird so viel Wärme durch die Stromerzeugung weggeworfen, dass man mit der gesamten Menge alle Haushalte heizen könnte.“

Weiter Informationen auf der Homepage von Frontal21.de

Foto © Frontal 21

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Wärmepumpe: Preiswerte Wärme?

22. April 2008 von Gerd Kebschull

Wenig Energie zu verbrauchen, ist ein Ziel, das fast jeder anstrebt. Der Einsatz einer Wärmepumpe könnte ein richtiger Ansatz sein.

Wärme einfach bereitstellen

Logo WärmepumpeDas Prinzip der Wärmepumpe ist so einfach wie genial. Jedes Medium hat eine Energiemenge, die benutzt werden kann. Beispielsweise kann das Grundwasser mittels Grundwasserwärmepumpe von etwa 10 Grad abgekühlt werden. Als Wärmequelle kann auch die Luft oder Erdwärme benutzt werden. Die dabei freigewordene Energie wird dann zum Heizen benutzt. Der Vorteil: Die Energie kann unmittelbar vor Ort eingesetzt werden. Der Nachteil: Für die Umwandlung wird wiederum elektrische Energie benötigt. Wie bereits erwähnt, wird so Gas in Strom umgewandelt, transportiert und vor Ort mit Wärmepumpen in Wärme umgewandelt. Ein Energieprozess mit vielen Verlusten. Von der Energiebilanz wäre es daher ideal, wenn dieser Strom durch eine eigene Photovoltaik-Anlage erzeugt wird (s.a. Linktipps).

Wärmepumpen haben einen weiteren Nachteil: Die Technik ist aufwändig und daher teuer. Die Hersteller von Wärmepumpen stellen vor allem das Förderungsprogramm in den Vordergrund. Denn nur so rechnet sich die Technik. Weiterhin ist es notwendig, Strom für die Wärmegewinnung einzusetzen. Die Kosten dafür können schwer für die nächsten zehn Jahre eingeschätzt werden. Denn so lange dauert es etwa, bis sich so eine Heizungsanlage mittels Wärmepumpe amortisiert.

Linktipps:

Logo (c) Wärmepumpe

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Energiepolitik in Hamburg

20. April 2008 von Gerd Kebschull

Wir alle machen uns Sorgen, wie es nach dem Aus für die Kernenergie weitergehen soll. Deshalb werden hier auf dem Blog auch Politiker und Verantwortliche aus dem Bereich der Energieversorgung zu Wort kommen. Auch Hamburg macht sich Sorgen.

Zukunftsrat Hamburg fordert nachhaltiges Energieversorgungskonzept

Die Bürgerschaft und der künftige Senat werden aufgefordert, nachhaltige Energiepolitik zu betreiben. Sowohl das geplante Kraftwerk Moorburg (heute TOP in der Bürgerschaft) als auch die zunehmenden Befürchtungen einer drohenden Stromlücke müssen im Kontext eines nationalen Energieversorgungskonzeptes betrachtet werden. Hierzu vertritt der Zukunftsrat Hamburg folgende Position:

  • VeranstalltungskalenderDie Politik muss alle Anreize und ordnungspolitischen Mittel ausschöpfen, um den Energieverbrauch drastisch zu senken. Die entsprechende EU-Richtlinie ist konsequent umzusetzen.
  • Trotz des liberalisierten Strommarktes sollten Politik und Zivilgesellschaft ein nationales / norddeutsches Stromversorgungskonzept mit dem Ziel der bald möglichen Energiewende entwickeln, um es den betriebswirtschaftlichen Kraftwerksplanungen der Energieversorger als Nachhaltigkeits-Maßstab gegenüber zu stellen.
  • Die Bundesregierung sollte die EU-Kommission zu Rahmenbedingungen des europäischen Strommarktes drängen, die folgende Ziele verfolgen: Energieverbrauchseinsparung, Netzausbau und –anpassung an die dezentralen Einspeiser erneuerbarer Energie, Verringerung der CO2-Emissionen und Forschung entsprechend dem gewünschten Energie-Mix, einschließlich Speichertechniken.
  • Kraftwärmekopplung, Netzertüchtigung, virtuelle Kraftwerke und Speichermedien können auch in Hamburg modellhaft erforscht, entwickelt und erprobt werden. Hamburg sollte hier im Rahmen der Hochschulforschung, der Wirtschaftsförderung und des Klimaschutzprogramms eine Vorreiterrolle übernehmen.
  • Der Bau neuer Kohlekraftwerke aufgrund betriebswirtschaftlicher Renditeerwägungen ist abzulehnen. Erst ein bundesweites Energieversorgungskonzept kann den Neubau von wenigen effizienteren Kohlekraftwerken in Betracht ziehen, um alte, umweltbelastende Kraftwerke zu ersetzen (mit verbindlichem Abschaltzeitpunkt). Eine Steigerung fossiler Kraftwerkskapazitäten über den gegenwärtigen Stand hinaus steht nicht zur Debatte. Das Versorgungskonzept hat die Zunahme der erneuerbaren Energien und ihre Kombination zu einer Grundlastfähigkeit angemessen zu berücksichtigen und auch Gaskraftwerke als ergänzende Spitzenlastkraftwerke in den Energiemix einzubeziehen.
  • Bis 2020 werden gemäß der Atomrechtsnovelle von 2002 sämtliche AKWs in Norddeutschland außer Betrieb gehen (Brunsbüttel 2009, Unterweser 2012, Krümmel 2017, Grohnde 2018, Brokdorf 2019, Emsland 2020). Deshalb bedarf es eines zügigen Ausbaus alternativer Kraftwerke so wie in den vorangegangenen Punkten beschrieben. Die Bundesregierung sollte alle EU-Mitgliedsstaaten dazu drängen ebenfalls aus der Atomenergie auszusteigen und insbesondere keine neuen AKWs zu genehmigen. Der Übergang zu einer zukunftsfähigen Energieversorgung verpflichtet alle Staaten in Europa und der Welt.

Foto, Quelle © Zukunftsrat Hamburg

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Teil 1 – Interview: Atomkraftwerke – Nein Danke?

17. April 2008 von Gerd Kebschull

Die Atomkraftwerke sollen sukzessive abgeschaltet werden. Aber wie wird die “Stromlücke” geschlossen. Zu diesem Thema werden wir Politiker und Verantwortliche der Stromindustrie befragen. Stromauskunft.de sprach mit dem Energieexperten der SPD und Mitglied des Deutschen Bundestages Rolf Hempelmann.

Frage: Der Atomausstieg ist eine beschlossene Sache. Es stellt sich nun die Frage, wie kann die produzierte Energiedifferenz ausgeglichen werden?

Rolf HempelmannRolf Hempelmann: Um die durch den im Atomgesetz verankerten Kernenergieausstieg wegfallenden Erzeugungskapazitäten zu kompensieren, bedarf es zunächst einer signifikanten Steigerung der Energieeffizienz sowohl auf der Angebots- wie auch auf der Erzeugungsseite. Ziel der Bundesregierung ist hier die Verdopplung der Energieproduktivität bis zum Jahr 2020.

Flankiert werden muss diese Effizienzstrategie durch einen weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien, für den wir aktuell mit der Novelle des EEG die geeigneten Rahmenbedingungen schaffen.

Allein wird dies allerdings nicht ausreichen: Notwendig sind daher auch Investitionen in die Modernisierung des fossilen Kraftwerksparks. Ganz oben auf der Tagesordnung steht dabei die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWKG-Novelle), aber auch die Errichtung weiterer fossiler Kraftwerke als Ersatz für Altanlagen, die weit hinter dem Stand der Technik zurückliegen. Die Politik hat hier die Aufgabe, diese notwendigen Investitionen auch gegen öffentliche Widerstände argumentativ zu unterstützen.

Frage: Gibt es eine Prognose, wie hoch etwa der Anteil an Erneuerbaren Energien (EN) in fünf Jahren (2013) sein wird?

Rolf Hempelmann: Der Ausbau der Erneuerbaren Energien geht schneller voran als von vielen erwartet. Im Jahr 2007 konnte der Anteil Erneuerbarer am Stromverbrauch auf 14,2% und am Gesamtenergieverbrauch auf 8,5% gesteigert werden. Schon heute ist also das ursprünglich für das Jahr 2010 anvisierte Ziele eines EE-Anteils von 12,5% an der Stromerzeugung übertroffen. Diesen Weg wollen wir – auch durch eine entsprechende Gesetzgebung (u.a. EEG, EEWärmeG, KWKG) – fortsetzen. Realistische Ausbauszenarien für die Erneuerbaren Energien sind nach einer im Auftrag des BMU vom DLR erstellten Leitstudie Anteile von knapp 10% (2010) und 18% (2020) am gesamten Endenergieverbrauch. Die deckt sich übrigens auch mit dem von Deutschland zu leistenden Beitrag, um das EU-Ziel eines Ausbaus der Erneuerbaren Energien auf 20% bis 2020 zu erreichen.

Frage: Wie bewertet die Bundesregierung die Option “Fusionsenergie”? Gibt es eine Chance, durch Erhöhung der Fördermittel den Fortschritt zu beschleunigen?

Rolf Hempelmann: Ob die Fusionsenergie tatsächlich eine Option für die langfristige Energieversorgung sein kann, muss sich erst noch erweisen. Im Blick auf die Förderung dieser Technologie ist aber festzustellen, dass die Bundesregierung im Zeitraum von 2007-2010 Mittel in Höhe von über 450 Mio. Euro für die institutionell bei der Helmholtz-Gesellschaft angesiedelte Fusionsforschung bereitstellt. Hinzu kommen Projektfördermittel in Höhe von 11 Mio. Euro jährlich. Angesichts der Tatsache, dass auch finanzielle Ressourcen begrenzt sind und gerade im Bereich der Energieforschung eine erhebliche Fördermittelkonkurrenz besteht (Grundlagenforschung, rationelle Energieumwandlung, Erneuerbare Energien, Sicherheitstechnologien), ist dies ein durchaus beachtlicher Beitrag.

Foto © Deutscher Bundestag

Serie Atomkraftwerke – Nein Danke, »Interview Teil 2

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Rückblick: Erneuerbare Energie

13. April 2008 von Gerd Kebschull

Bundestag beriet Gesetze zur nachhaltigen Energieversorgung

Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien Am Donnerstag, dem 21. Februar 2008, diskutierte der Bundestag erstmals über geplante Neuregelungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (16/8148) und weitere Gesetzentwürfe im Zusammenhang mit nachhaltiger Energieversorgung. Nach dem Willen der Bundesregierung soll der Anteil erneuerbarer Energien erhöht werden, um die international und national vereinbarten Klimaschutzziele zu erreichen.Nach der Ersten Lesung im Plenum befassen sich nun die Fachausschüsse des Bundestages im Detail mit den Gesetzesvorhaben.

Umsetzung europäischer Richtlinien

Mit der Neuregelung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes aus dem Jahr 2000 sollen unter anderem die Bedingungen für die Windenergienutzung auf See (Offshore) und das Einspeisemanagement erneuerbarer Energien verbessert werden. Es dient der Umsetzung einer Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates zur Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen im Elektrizitätsbinnenmarkt.

Neue Pflichten für Netzbetreiber

Bereits jetzt sieht das geltende Gesetz den vorrangigen Anschluss von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien an die Netze für die allgemeine Versorgung mit Elektrizität vor. Seit 2004 sind Netzbetreiber gesetzlich auch verpflichtet, Strom aus erneuerbaren Energiequellen komplett abzunehmen und mit vorgeschriebenen Sätzen zu vergüten. Wollen Stromerzeuger ihren nachhaltigen Strom einspeisen, sollen Netzbetreiber jedoch künftig verpflichtet sein, ihre Netze auszubauen, um die Abnahme, Übertragung und Verteilung des Stroms aus erneuerbaren Energien sicherzustellen. Das geänderte Eneuerbare-Energien-Gesetz soll auch die Vergütungen für die verschiedenen Energiequellen neu regeln.

Steigerung auf 25 bis 30 Prozent

Dem Bundestag lagen am Donnerstag zwei weitere Gesetzentwürfe der Bundesregierung zum Thema erneuerbare Energien vor: das Gesetz zur “Förderung Erneuerbarer Energien im Wärmebereich” (16/8149) und eine Novelle des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (16/8150). Auch sie sind Teil des Energie- und Klimaschutzprogramms, auf das sich das Bundeskabinett im August 2007 geeinigt hatte. Insgesamt ist das Ziel, den Anteil erneuerbarer Energien bis 2020 auf 25 bis 30 Prozent zu steigern.

Ökowärme ausbauen

Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (16/8149) soll den Ausbau erneuerbarer Energien im Heizwärmebereich voranbringen, um fossile Brennstoffe zu sparen und den Ausstoß schädlicher Treibhausgase einzudämmen. Der Anteil an der Heizwärme aus klimafreundlichen Quellen wie Sonne, Biogas, Holz oder Erdwärme soll sich bis 2020 mehr als verdoppeln und auf 14 Prozent steigen. Hausbesitzer, deren Häuser nach dem 31. Dezember 2008 fertig gestellt werden, wären zur Nutzung eines bestimmten Anteils an Ökowärme verpflichtet. Das Förderprogramm für Altbauten soll gleichzeitig aufgestockt werden.

Bundesumweltminister Gabriel (SPD) erklärte dazu in der Debatte am Donnerstag: “Wir wollen den schlafenden Riesen wecken und dazu beitragen, dass die erneuerbaren Energien auch im Wärmesektor genutzt werden.”

Mehr Biokraftstoffe einsetzen

Das Gesetz zur Änderung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (16/8150) zielt darauf ab, den Anteil von Biokraftstoffen zu erhöhen und ab 2015 stärker als bisher auf die Minderung von Treibhausgasemissionen auszurichten. Dabei sollen auch die Treibhausgase der Biokraftstoffe berücksichtigt werden, die bei der Herstellung und Verwendung entstehen. Die Biokraftstoffquote an der Gesamtmenge von Kraftstoffen würde mit der Novelle durch eine Netto-Klimaschutzquote ersetzt. Der Anteil der Biokraftstoffe soll bis 2020 auf etwa 20 Prozent steigen.

Export von Technologien fördern

Der Bundestag beriet am Donnerstag auch über einen Bericht der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) über Entwicklung, Erfolge und weiteren Handlungsbedarf der Exportinitiative Erneuerbare Energien. Der Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit hat hierzu eine Beschlussempfehlung (16/4962) erarbeitet, in der er die Bundesregierung zu einer Reihe verschiedener Maßnahmen zur Umsetzung und Weiterentwicklung der Exportinitiative Erneuerbare Energien auffordert.

Die Initiative unterstützt deutsche Unternehmen beim Export von Erneuerbaren Energie-Technologien unter anderem durch Informationsangebote.

Quelle: Bundestag

Bundesumweltminister Gabriel (SPD) stellte die Vorschläge der Bundesregierung vor, © DBT/photothek

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Zank um die Netze

13. April 2008 von Gerd Kebschull

Strom- und Gasnetze sollen entflechtet werden. Die EU-Kommission will es so. Die Stromerzeuger sehen das natürlich anders. Der Wettbewerb soll zwar gestärkt werden, aber jetzt ist schon klar, dass es gegen diese Bestrebungen heftige Widerstände geben wird. Momentaufnahme.

Entflechtung der Stromnetze bleibt umstritten

Ausschuss für Wirtschaft und Technologie (Anhörung)

Berlin, 10.04.08 (hib/KOS) | Auf Ablehnung stößt bei der Bundesnetzagentur und beim Bundeskartellamt die Absicht der EU-Kommission, die Strom- und Gasnetze eigentumsrechtlich völlig von der Stromerzeugung und anderen energiewirtschaftlichen Tätigkeiten zu trennen. Bei einer Anhörung des Wirtschaftsausschusses über das dritte EU-Energie-Paket kritisierten am Mittwochmittag die Präsidenten Matthias Kurth und Bernhard Heitzer auch die von Brüssel vorgeschlagene Alternative einer Übertragung des Netzbetriebs an eine gesellschaftsrechtlich vom Netzeigentümer unabhängige Einrichtung. Stattdessen traten Kurth und Heitzer für die von Deutschland und sieben anderen EU-Staaten ins Spiel gebrachte “3. Option” ein, nämlich innerhalb von Energieunternehmen die Eigenständigkeit der Netzgesellschaften zu stärken. Brüssel solle diese Variante den Mitgliedsländern offen stehen lassen. Allerdings wurden die Konzepte der EU-Kommission bei dem Hearing auch differenziert befürwortet.

Weithin Übereinstimmung herrschte unter den Sachverständigen über die Notwendigkeit, den Wettbewerb zu stärken und dabei die Netze von der Strom- und Gaserzeugung wirksam zu trennen. Für Kurth ist das Modell der Bundesregierung eine auf die Situation in Deutschland zugeschnittene “pragmatische Lösung”, die “substanzielle Forschritte gegenüber dem ‘status quo’” bewirken werde. So sei etwa vorgesehen, dass Management und Personal einer Netzgesellschaft nicht mit dem Mutterunternehmen verbunden sein dürften. Heitzer gab zu bedenken, dass das Konzept der EU-Kommission wegen verfassungs- und eigentumsrechtlicher Probleme gerichtliche Klagen provozieren und deshalb zu jahrelangen Verzögerungen bei der Durchsetzung von mehr Wettbewerb führen werde. Auch bei Johannes Teyssen (E.ON) und Heinz-Werner Ufer (RWE) fand die Strategie der Regierung im Prinzip Zustimmung. Wie andere Sachverständige wertete Teyssen vor allem eine konsequente Regulierung des Netzbetriebs und der Leitungsgebühren als das zentrale Mittel, um mehr Wettbewerb zu erreichen. Wolfgang Brinkmann von den Bielefelder Stadtwerken warnte vor einer wirtschaftlichen Schwächung der Stadtwerke als Konkurrenten der Energiekonzerne, wenn die kommunalen Unternehmen gemäß dem EU-Modell ihre Netze und sonstigen Aktivitäten nicht mehr wie bisher zusammen managen könnten.

Quelle: Deutscher Bundestag

Der Bundestag in Berlin (Reichstagsgebäude)

Foto: Pixelio | Olaf Schneider

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Kraft-Wärme-Kopplung fördern

6. April 2008 von Gerd Kebschull

Berlin | Terminsache. Wer zufällig in Berlin ist, sollte sich dieses Thema nicht entgehen lassen. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung (16/8305) ist Thema einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Wirtschaft und Technologie am Montag, dem 7. April 2008. Insgesamt hat der Ausschuss elf Sachverständige eingeladen.

Ausschuss für Wirtschaft und Technologie

Die Novelle des geltenden Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes sieht vor, den Anteil von Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) an der Gesamtstromerzeugung bis 2020 auf rund 25 Prozent zu verdoppeln. Unter anderem sollen Modernisierung und Neubau von KWK-Anlagen gefördert und die Markteinführung der Brennstoffzelle gefördert werden.

Die Neufassung ist Teil des so genannten Integrierten Energie- und Klimaprogramms, auf das sich die Bundesregierung 2007 verständigt hat.

  • Zeit: Montag, 7. April 2008, 12.00 Uhr
  • Ort: Paul-Löbe-Haus, Sitzungssaal 2.600
  • Infos auf Wikipedia zum Thema
  • Stellungnahmen

Kraft-Wärme-Kopplung

Foto: Kraftwerk mit rauchenden Schornsteinen, im Vordergrund Strommasten.  © Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

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Auf dem Holzweg

6. April 2008 von Gerd Kebschull

Holz als Brennstoff für die Stromerzeugung? Macht das wohl Sinn? RWE ist davon überzeugt. Der Stromerzeuger will seine Biomasse-Aktivitäten und besonders den Einsatz von Holz als Brennstoff in Heizkraftwerken weiter ausbauen.

RWE Innogy legt Energieholzplantagen an

  • Erstes Projekt in Deutschland hat eine Größe von 10.000 Hektar
  • Einsatz in Biomasse-Kraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung

Dazu unterzeichneten die RWE Innogy Cogen GmbH, eine Tochter der RWE Innogy, und die renommierte Forstbaumschule P&P mit Sitz in Eitelborn einen Vertrag. Er bildet die Grundlage für die Anpflanzung von bis zu 10.000 Hektar Energieholzplantagen in den nächsten vier Jahren in Deutschland.

Die RWE Innogy Cogen betreibt bereits vier große Biomasse-Heizkraftwerke auf Basis von Altholz. Die Erschließung von Frischholz aus Energieholzplantagen ist ein bedeutender Schritt zur Absicherung der Brennstoffversorgung der zukünftig geplanten Biomasse-Heizkraftwerke. Diese Heizkraftwerke arbeiten nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Aufgrund der kombinierten Erzeugung von Strom und Dampf gelten sie als besonders energieeffizient. Hinzu kommt, dass Holz ein CO2-neutraler Brennstoff ist; d.h. bei der energetischen Nutzung von Holz entsteht nicht mehr CO2 als die Pflanze während des Wachstumsprozesses aufgenommen hat.

Auf dem Holzweg

Foto Pixelio.de | Fotograf: hauku

Fritz Vahrenholt, Vorsitzender der Geschäftsführung der RWE Innogy: „Dieses Modell, das wir kurzfristig in Deutschland umsetzen, ist für uns die Ausgangsbasis für den Ausbau unserer Biomasseaktivitäten im europäischen Ausland. Überall da, wo es sich anbietet, werden wir weitere Energieholzplantagen anlegen.“

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Kernenergie – Nein Danke?

2. April 2008 von Gerd Kebschull

Politiker debattieren immer noch ernsthaft über den Ausstieg aus der Kernenergie. Sind diese Überlegungen wirklich seriös? Haben wir eine Chance ohne Kernenergie aus zukommen?

Ein Tropfen auf dem heißen Stein

Erneuerbare Energie (EN) sind ein guter und richtiger Ansatz. Aber können wir damit allen ernstes die Energie-Lücke schließen, wenn wir alle unsere Atomkraftwerke (AKW) abschalten, vom Netz nehmen? Der Spiegel prognostiziert in seiner Ausgabe (Nov. 2007) eine Verdoppelung des Bedarfs bis 2050.  Leider habe ich bei meiner Recherche keine seriöse Studie gefunden, die uns vorrechnet, wie man ohne AKWs auskommt. Sind Sie fündig geworden? Einen Lösungsansatz haben wir schon einmal angerissen, Strom via Fusionsenergie. Diese Technologie wird aber voraussichtlich erst ab 2030 verfügbar sein – wenn überhaupt. Aber so lange können wir nicht warten.

Beim Stromsparen ist es wie beim Autofahren. Alle reden von sparsamen Autos, alle finden die Energiesparfahrzeuge toll, aber bislang konnten die sich nicht wirklich durchsetzen. Unsere Bundeskanzlerin hat einen Mercedes F-Cell in ihrem Fuhrpark – also ein Brennstoffzellenfahrzeug. Gesehen habe ich sie damit noch nie. Wie der Focus im April letzten Jahres berichtet hat die Bundesregierung nur “Spritfresser und Dieselstinker” im Fuhrpark. Ich werde zu diesem Thema einmal die Vorsitzende des Ausschusses Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung Ulla Burchardt (SPD) befragen und die Fragen an Greenpeace und an die CDU weitergeben. Wir bleiben an dem Thema dran – versprochen!
Pixelio | O. Fischer

Foto: Atomkraftwerk Mitten in der Natur © Pixelio | O. Fischer

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