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Umwelthauptstadt-Dialog „Masterplan Klimaschutz“

24. August 2011 von Gerd Kebschull

Meckern kann jeder. Mitgestalten auch, wenn er sich für eine umweltfreundliche Zukunft interessiert. Wer Lust, Zeit und Ideen hat, sollte sich beim Umwelthauptstadt-Dialog anmelden. Die Teilnahme ist kostenlos.

4. Umwelthauptstadt-Dialog

  • Beim 4. Umwelthauptstadt-Dialog am 1. September sind Ideen für eine umweltfreundliche Zukunft gefragt – von Bürgern, Politikern und Experten

Hamburg, Foto Kebschull

Mitmachen, mitreden, mitgestalten: Mit welchen konkreten Maßnahmen lassen sich Hamburgs Klimaschutz-Ziele bis 2050 erreichen? Das ist die zentrale Frage des ‚Masterplans Klimaschutz‘. Jetzt kann bei diesem hochwichtigen Thema jeder Einfluss nehmen und beim vierten Umwelthauptstadt-Dialog am 1. September 2011 auf Kampnagel eigene Ideen einbringen sowie sich über den aktuellen Stand des Masterplans informieren.

Als Stadt am Wasser ist Hamburg vom Klima ganz besonders abhängig, und als Großstadt ist sie weltweit gesehen für fast 80 Prozent des globalen Treibhauseffektes mitverantwortlich. Erneuerbare Energien, die energetische Sanierung von Gebäuden, eine effizientere Mobilität – mit einem Mix aus verschiedenen Maßnahmen soll der Ausstoß von Kohlendioxid in Hamburg bis 2050 gegenüber 1990 um 80 Prozent reduziert werden.

Alle Mitbürger sind herzlich eingeladen, sich beim nächsten Umwelthauptstadt-Dialog „2050 beginnt jetzt – Der Hamburger Masterplan Klimaschutz“ mit eigenen Ideen einzubringen oder aktuelle Maßnahmen des Klimaschutzes mit Experten und Politik zu diskutieren.

Die Teilnahme an allen Umwelthauptstadt-Dialogen ist kostenfrei. Zur besseren Organisation wird um eine Anmeldung gebeten:

Foto (c) Redaktionsbüro Kebschull

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Flucht vor hohen Strompreisen

23. August 2011 von Björn Katz

Das Projekt deutsche Energiewende ist kaum laut ausgeprochen, da geht das Gezeter über zu hohe Strompreise bereits los. Allerdings nicht von Seiten der privaten Verbraucher – selbige hatten in zahlreichen Umfragen deutlich zum Ausdruck gebracht, ein Plus an Ökostrom finanziell unterstützen zu wollen. Vielmehr ist es die deutsche Wirtschaft, die laut über eine Flucht in energetisch günstigere Länder nachdenkt.

Unternehmen drohen mit Abwanderung

522162_R_K_B_by_Gerd Altmann_pixelio.deMit Marijn Dekkers vom Chemie-Konzern Bayer und Robert Hoffmann vom Telekommunikations-Unternehmen 1&1 hatten unlängst gleich zwei Konzernspitzen namhafter deutscher Firmen im Interview mit der Wirtschaftswoche über zu hohe Strompreise am Standort Deutschland geklagt. Die hiesigen Energiekosten lägen bereits jetzt EU-weit an der Spitze, von Billigstromländern in Asien ganz zu schweigen. Bayer beschäftigt in Deutschland derzeit noch mehr als 36.000 Mitarbeiter, der Schwerpunkt von Neuinvestitionen, so Konzernchef Dekkers, sei aber mittlerweile nach China verlagert worden. Deutschland verliere aufrund der hohen Strompreise als Produktionsstandort für die Chemieindustrie zunehmend an Attraktivität. 1&1-Chef Hoffmann drückt es gegenüber der Wirtschaftswoche so aus: “In Sachen Datenschutz und Datensicherheit ist Deutschland ein Top-Standort, aber leider nicht beim Strom.” Sein Unternehmen beziehe ausschließlich Strom aus norwegischen Wasserkraftwerken, müsse aber trotzdem die EEG-Umlage zahlen. Hoffmann: “Wir subventionieren damit den Bau von Solardächern. Somit zahlen wir doppelt.” Deshalb denke man nun über alternative Standorte ohne Stromzusatzkosten nach.

Es ist mal wieder die leidige Diskussion um die ach so hohen Produktionskosten. Und sie ist beliebig austauschbar. Egal, ob es um Löhne, Steuern oder, wie in der aktuellen Debatte, um Energiekosten geht – die Unternehmen deuten jedes Mal drohend mit dem Zeigefinger Richtung Fernost. Aber natürlich bietet der Wirtschaftsstandort Deutschland auch unschätzbare Vorteile: Gut ausgebildete Arbeitskräfte, hohe technologische Standards und eine funktionierende Infrastruktur. Hinzu kommt von nun an auch der Faktor Energiewende und damit die Orientierung hin zu einer ökologisch nachhaltigeren Zukunft. Und Wirtschaftsunternehmen sind als entscheidende Akteure innerhalb der Gesellschaft in der dringenden Pflicht, diese auch finanziell mitzugestalten.

Foto © Pixelio, Gerd Altmann

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Forschungsschiff SONNE

21. August 2011 von Gerd Kebschull

Klimaschutz geht uns alle an. Das Klima wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst, unter anderen von den Weltmeeren. Daher ist es wichtig, das Thema Meeresforschung mit einem modernen Forschungsschiff voranzutreiben.

Start frei für das neue Forschungsschiff SONNE

  • Bundesministerin Annette Schavan unterzeichnet Bau- und Bereederungsvertrag / Impuls für Meeresforschung und deutsche maritime Wirtschaft

sonne_web1_(c)_meyer-werft_kleinBundesforschungsministerin Annette Schavan hat auf der Neptun Werft in Rostock-Warnemünde zusammen mit der niedersächsischen Wissenschaftsministerin Johanna Wanka den Vertrag zum Bau und zur Bereederung des neuen Tiefseeforschungsschiffes SONNE unterzeichnet. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung setzt damit die Erneuerung der deutschen Forschungsflotte fort. “Die deutsche Meeresforschung kann sich freuen”, sagte Schavan. Das neue Schiff soll 2015 das aus der Fahrt gehende 36 Jahre alte Tiefseeforschungsschiff SONNE ablösen.

Auftragnehmer ist die Tiefseeforschungsschiff GmbH & Co. KG, ein Konsortium bestehend aus der Meyer Werft (Papenburg) und der Reederei RF Forschungsschiffahrt (Bremen), das sich in einem europaweiten Ausschreibungsverfahren gegen starke Konkurrenz durchgesetzt hat. Das Schiff wird auf der Neptun Werft in Warnemünde gebaut, einem Schwesterunternehmen der Meyer Werft. Der Heimathafen des neuen Tiefseeforschungsschiffes wird Wilhelmshaven sein.

Gemeinsam mit den Küstenländern Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen hatte Ministerin Schavan im Jahr 2008 den Nachfolgebau vereinbart. Auch der Wissenschaftsrat hatte dies empfohlen. Die Kosten in Höhe von 124,4 Millionen Euro übernimmt das BMBF zu 90 Prozent, die Küstenländer investieren zusammen 10 Prozent. Davon trägt Niedersachsen gut die Hälfte.

Haupteinsatzgebiete des neuen Schiffes werden der Indische und Pazifische Ozean sein. Beide Weltmeere haben einen großen Einfluss auf das Weltklima, weshalb ihre Erforschung immer wichtiger wird. Die SONNE wird aber auch dazu beitragen, andere wissenschaftlich und gesellschaftlich besonders relevante Fragen zu beantworten, vor allem hinsichtlich der Versorgung mit marinen Rohstoffen und des Eingreifens des Menschen in die Ökosysteme. Das neue Forschungsschiff wird energieeffizient und damit besonders umweltfreundlich sein.

Linktipp:

Foto © RF Forschungsschiffahrt GmbH | Meyer Werft

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Brennstoffzellen-Busse mit Hybridtechnik in Hamburg

20. August 2011 von Gerd Kebschull

Mit dem Thema Elektromobilität haben wir uns hier im Blog schon häufig beschäftigt. Brennstoffzellentechnik, das heißt der Einsatz von Wasserstoff ist eine weitere Option, sich emissionslos zu bewegen. Das Konzept Wasserstoffbus überzeugt. Leider sind die Anschaffungskosten für die neuen Fahrzeuge sehr hoch.

Brennstoffzellen-Busse mit Hybridtechnik in Hamburg auf Linie

  • Vier Citaro FuelCELL-Hybrid für Hamburger Hochbahn
  • Elektrisch, Leise, Schadstofffrei
  • Mercedes-Benz Citaro FuelCELL-Hybrid

Stuttgart/Hamburg – Flüsterleise und ohne Schadstoffe kommt der Bus der Zukunft in Hamburg an. Die Hamburger Hochbahn AG hat im Rahmen des deutschen Förderprojekts „NaBuZ demo“ (Nachhaltiges Bussystem der Zukunft – Demonstration) vier Mercedes-Benz Citaro FuelCELL-Hybrid angeschafft.Weitere drei sollen im nächsten Jahr folgen.

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Gegenüber den Brennstoffzellen-Omnibussen, die ab dem Jahr 2003 in Hamburg in der Erprobung waren, hat der neue Citaro FuelCELL-Hybrid wesentliche Neuerungen aufzubieten: Hybridisierung mit Energierückgewinnung und Speicherung in Lithium-Ionen-Batterien, leistungsstarke Elektromotoren mit 120 kW Dauerleistung in den Radnaben, elektrifizierte Nebenaggregate und weiterentwickelte Brennstoffzellen. Diese sollen eine auf mindestens sechs Jahre oder 12 000 Betriebsstunden vergrößerte Dauerhaltbarkeit erreichen.

Dank der verbesserten Brennstoffzellenkomponenten und der Hybridisierung mit Lithium-Ionen-Batterien spart der neue Citaro FuelCELL-Hybrid im Vergleich zur Vorgängergeneration fast 50 Prozent Wasserstoff. Deshalb konnte die Anzahl der Tanks gegenüber den in Hamburg früher erprobten Brennstoffzellenbussen von neun auf sieben Behälter mit zusammen 35 kg Wasserstoff reduziert werden. Die Reichweite des Brennstoffzellenbusses beträgt rund 250 Kilometer. Zudem ist das Antriebssystem mit den Brennstoffzellen nahezu wartungsfrei und sehr langlebig. Mit diesen vielfältigen technischen Fortschritten kommen rein elektrische Omnibusse mit Brennstoffzellen als Energieerzeuger der Serienreife einen deutlichen Schritt näher.

Mit dem Engagement im NaBuZ demo-Projekt und im CHIC-Projekt knüpft Daimler Buses an die erfolgreichen CUTE- und HyFLEET:CUTE Projekte der Europäischen Union an, die von 2003 bis 2009 durchgeführt wurden. Insgesamt haben sich dabei 36 Mercedes-Benz Citaro mit Brennstoffzellenantrieb der zweiten Generation in zwölf Verkehrsbetrieben auf drei Kontinenten bestens bewährt. Mit mehr als 140 000 Betriebsstunden und über 2,2 Millionen Kilometern Laufleistung haben Mercedes-Benz Busse die Praxistauglichkeit des umweltverträglichen Brennstoffzellenantriebs nachgewiesen.

Foto © Daimler AG

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Anbaufläche für nachwachsende Rohstoffe 2011

18. August 2011 von Gerd Kebschull

Für viele Menschen ist es ein Unding, Lebensmittel anzubauen, um daraus Energie herzustellen. Ich meine, besser Anbaufläche sinnvoll nutzen, als das die Bauern Geld für “Brachlandschaft” bekommen.

FNR schätzt Anbau auf 2,3 Millionen Hektar

FNR510_Grafik_Anbau_2011_1024Zur Ernte 2011 wachsen Energie- und Industriepflanzen auf 2.282.500 Hektar, schätzt die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Dies entspricht etwa 19 Prozent der Ackerfläche Deutschlands und einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr um gut 150.000 Hektar. Energiepflanzen stehen derzeit auf 1,96 Millionen Hektar. Gegenüber dem Vorjahr wurde der Anbau von Biogaskulturen um 150.000 und der für Bioethanol um etwa 10.000 Hektar erweitert. Raps für Biodiesel und reines Pflanzenöl als Kraftstoff belegten hingegen etwa 30.000 Hektar weniger als in 2010. Der Flächenbedarf von Industriepflanzen blieb wie auch in den Vorjahren relativ konstant.

Auch wenn der Anbau für Biokraftstoffe leicht zurückging, bleibt der Raps die wichtigste Energie- und Industriepflanze in Deutschland. Einen deutlichen Anstieg verzeichnen Kulturen, die für die Biogas-Erzeugung zum Einsatz kommen. Mais und Getreide stellen hier den Löwenanteil, jedoch finden neue, zum Teil noch in Erprobung befindliche Pflanzen wie z. B. Hirsearten oder Durchwachsene Silphie wachsendes Interesse.

Der landwirtschaftliche Anbau von festen Brennstoffen nimmt 2011 ebenfalls zu. Angebaut werden bisher noch auf einem geringen Niveau vor allem schnell wachsende Baumarten wie Pappeln, Weiden und Robinien zur Erzeugung von Agrarholz sowie das Schilfgras Miscanthus.

Der Anbau von Industriepflanzen für chemisch-technische Zwecke bleibt im Vergleich zum Vorjahr weitgehend konstant, wobei Faserpflanzen wie Hanf und Flachs kaum noch nennenswert zu Buche schlagen.

Linktipps:

Grafik © FNR

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Wie wichtig ist Wasserstoff?

17. August 2011 von Gerd Kebschull

Eins ist sicher: Eine unserer wichtigsten Energiequellen Öl ist endlich. Daher ist es sinnvoll sich nach weiteren Optionen umzusehen. Wasserstoff wäre eine Möglichkeit.

Wasserstoff sichert Zukunft der Energieversorgung und Mobilität

  • Ergebnis des Experten-Workshops “Regelenergie” in Darmstadt: Wasserstoff ist idealer Energiespeicher und -träger in der Energiewende
  • Mit Strom aus Erneuerbaren Energien erzeugter Wasserstoff dient als Zwischenspeicher
  • In Wasserstoff gespeicherte Energie kann mittels Brennstoffzelle emissionsfrei in Fahrzeugen genutzt werden
  • Unternehmen in Hessen bieten interessante Ansätze und Lösungen, insbesondere um die Netze stabil zu halten

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Die Referenten des heute vom Hessischen Umweltministerium und der Wasserstoff- und Bennstoffzelleninitiative Hessen (H2BZ) veranstalteten Workshops “Regelenergie – Lösungsansätze mit Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie” waren sich am Ende einig: Wasserstoff ist ein idealer Energieträger und –speicher für die gerade anlaufende Energiewende und für die Zukunft der Mobilität.

Prof. Dr. Birgit Scheppat, Leiterin des Wasserstoff- und Brennstoffzellenlabors der Hochschule Rhein-Main und stellvertretende Vorsitzende der H2BZ-Initiative Hessen, stellte bereits in ihrer Keynote fest: “Im Jahr 2020 sollen eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs sein. Die elektrische Energie soll zu 30 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen kommen und gleichzeitig sind alle Atomkraftwerke abgeschaltet. Kann es überhaupt gelingen, wenn die heutigen Netze nicht dafür vorgesehen sind? Der Ausbau neuer Stromtrassen auf sich warten lässt? Es gibt bereits Lösungen und eine der vielversprechend: Zwischenspeicherung der fluktuierenden Stromquellen in Wasserstoff. Wieso Wasserstoff? Er ist klimaneutral, seit mehr als hundert Jahren im Einsatz – sicher, zuverlässig und in großer Menge speicherbar.

Roland Käppner von Siemens ist überzeugt, dass Wasserstoff “die einzige Option für größere und über längere Zeitperioden zu speichernde Energiemengen” ist. Und weiter: “Hochdynamische Elektrolysesysteme zur Wasserstofferzeugung lassen sich als flexible Regellast einsetzen, insbesondere dort, wo man Wasserstoff am Ende stofflich nutzt oder in einer anderen Energieform ausspeichert.” Dem pflichtete Reinhold Wurster von der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik bei: “Die Speicherung von großen Strommengen über zwei oder drei Tage hinaus ist nur mittels Wasserstoff in Salzkavernen möglich – das zeigt die jahrzehntelang geübte Praxis dieses Verfahrens. Die profitabelste Verwendung so gespeicherten Wasserstoffs ist die Nutzung in Brennstoffzellenfahrzeugen.” Damit würde Wasserstoff zum idealen Energieträger für emissionsfreie Mobilität.

Linktipps:

Screenshot (c) H2BZ-Hessen

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Renaissance der Kohlekraft

16. August 2011 von Björn Katz

Vor diesem Szenario hatten Umwelt- und Energieexperten bereits seit Beginn der Atomdiskussion in Deutschland gewarnt: Man dürfe den Ausstieg aus der Kernenergie nicht mit einem Plus an Kohlekraft bewältigen. Doch nun verdichten sich die Anzeichen, dass genau dies geschehen könnte, denn die Bundesnetzagentur dringt aktuell auf den außerplanmäßigen Weiterbetrieb von vier veralteten Kohlekraftwerken in Nordrhein-Westfalen.

Laufzeitverlängerung für Kohlekraftwerke in NRW

485116_R_K_B_by_Dieter Schütz_pixelio.deLaut Medienberichten hat die Bundesnetzagentur die nordrhein-westfälische Landesregierung aufgefordert, die in 2012 geplante Stilllegung von vier Kohlekraftwerken aufzuschieben. Konkret geht es um drei Blöcke in Datteln und eine Anlage in Herne – allesamt bereits seit mehr als 40 Jahren in Betrieb. Die Begründung ist nicht schwer zu erraten: Man befürchtet aufgrund der schwindenden Atomkraft mögliche Stromengpässe. Dies betreffe vor allem die Bereiche Fernwärme und Bahnstrom. Die NRW-Landesregierung ist nach eigenen Aussagen grundsätzlich gesprächsbereit und erwägt gar einen “geduldeten” Weiterbetrieb der Altanlagen. Kraftwerksbetreiber E.ON hat indes schon mal vorsorglich Klage gegen die ursprünglich geplante Stilllegung eingereicht. Wohl auch, weil sich im Fall Datteln noch immer ein umstrittener Kraftwerksneubau in der Schwebe befindet, den man in der Gunst der Stunde nun gerichtlich durchdrücken will.

Erinnert sich noch jemand an die hiesige Energiediskussion vor Fukushima? Die deutschen Atomkraftwerke sollten damals lustig weiterlaufen, weil sie als sicher und sauber galten. Das globale Klima war in aller Munde, und der Staatsfeind Nummer eins hieß CO2. Selbiges wird bis heute unvermindert aus den Schloten der Kohlekraftwerke geblasen, weil eine simple Werteverschiebung stattgefunden hat. Im Licht der monströsen Risikotechnologie Kernkraft wirkt die Kohle zwar immer noch schmutzig, aber eben nicht lebensbedrohlich. Zwar hatten zahlreiche Politiker, Umweltverbände und Energieexperten frühzeitig vor einer drohenden Renaissance der Kohlekraft im Zuge des Atomausstiegs gewarnt. Aber seien wir ehrlich: Der Klimakiller Kohle steht seit den Ereignissen in Japan völlig außerhalb der öffentlichen Debatte. Windparks und Solardächer werden ausgiebig gefeiert, dabei vergessen viele, dass die Kohlekraft noch immer unangefochten an der Spitze der deutschen Energieerzeugung steht.

Foto © Pixelio, Dieter Schütz

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Infopavillon in der Umwelthauptstadt Hamburg

11. August 2011 von Gerd Kebschull

Wer Zeit und Lust hat, sich in Hamburg um das Thema Umwelt zu kümmern, sollte den Infopavillon besuchen. Noch heute (11.08.) gibt es die Ausstellung “Biologische Vielfalt – Es geht uns alle an” zu sehen. Nette Idee: Vom 15. bis 31. August erhält jeder zehnte Besucher des Umwelthauptstadt-Infopavillons das Buch „So grün ist Hamburg“. Der Eintritt ist frei.

„Aktion Europa“ zu Gast in der Umwelthauptstadt

  • Die Informationstour “Biologische Vielfalt – Es geht uns alle an” ist heute und morgen vor dem Infopavillon am Hauptbahnhof zu sehen.

Wir treffen in unserem täglichen Leben ständig Entscheidungen, die direkt oder indirekt Einfluss auf unsere Umwelt und die Artenvielfalt haben. Die Ausstellung “Biologische Vielfalt – Es geht uns alle an”, die am 10. und 11. August vor dem Infopavillon der Umwelthauptstadt zu sehen ist, möchte das Bewusstsein stärken für genau diese Zusammenhänge der biologischen Vielfalt.

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20 Schautafeln erklären anschaulich, was biologische Vielfalt eigentlich bedeutet, nämlich nicht nur Artenvielfalt und ökologische Lebensräume, sondern auch Basis für unseren Alltag. Denn die biologische Vielfalt versorgt uns mit Nahrung, Arzneimitteln und Textilien. Die Ausstellung zeigt, dass deshalb auch der Schutz der Biodiversität kein Luxusproblem ist, sondern elementarer Bestandteil für unsere Lebensgrundlage. Wie Lebensräume miteinander verbunden sind und wie vielfältig die Natur in Europa ist, zeigt ein Film in eindrucksvollen Bildern. Der Besucher lernt, welchen Einfluss jeder Einzelne nehmen kann und welche Maßnahmen die Europäische Union ergreift, um die biologische Vielfalt zu erhalten. Zudem kommen Spatz, Eiche, Thunfisch, Apfel, Eichhörnchen und Frosch zu Wort.

Die Informationstour ist ein Projekt der „aktion europa“, in der sich Bundesregierung, Europäisches Parlament und Europäische Kommission zusammengeschlossen haben. Die Ausstellung tourt im Juli und August durch alle Bundesländer und macht anlässlich des Umwelthauptstadtjahres auch in Hamburg Halt.

Zum Ende der Sommerpause hält der Infopavillon zudem eine kleine Überraschung bereit: vom 15. bis 31. August erhält jeder zehnte Besucher des Umwelthauptstadt-Infopavillons das Buch „So grün ist Hamburg“. Das Buch stellt Hamburgs Naturschutzgebiete vor.

Adresse: Glockengießerwall 4, 20095 Hamburg (zwischen Kunsthalle u. Hauptbahnhof)
Öffnungszeiten: täglich 10:00 – 20:00 Uhr; Der Eintritt ist kostenfrei.

Screenshot © Umwelthauptstadt Hamburg

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Günstiges Gas für Mieter

9. August 2011 von Björn Katz

Knapp neun Millionen Haushalte in Deutschland haben nicht die Möglichkeit zum eigenständigen Gasanbieterwechsel. Der Grund: In vielen Mehrfamilienhäusern existiert lediglich ein zentraler Gaszähler, wodurch zahlreiche Mietparteien in Sachen Gasbezug direkt auf ihren Vermieter angewiesen sind. Laut Gesetz gilt trotzdem das Gebot zu möglichst günstigen Preisen.

Vermieter zu Gaspreisvergleich verpflichtet

394178_R_K_by_Dr. Klaus-Uwe Gerhardt_pixelio.deLaut § 560 BGB gilt bei der Vermietung einer Immobilie stets das Wirtschaftlichkeitsgebot. Selbiges soll die Betriebskosten für Mieter möglichst gering halten. Und darunter fallen natürlich zu einem erheblichen Teil die Energiekosten. Während es beim Strombezug in Mietshäusern kaum noch vereinheitlichte Abrechnungen gibt, und Mieter generell selbst über Anbieter und Tarife entscheiden, wird das Thema Gas noch immer sehr viel stiefkindlicher gehandhabt. Eine grobe Schieflage, denn immerhin heizt fast die Hälfte der 40 Millionen Haushalte in Deutschland mit Gas. Mieter, die keine Möglichkeit zum eigenmächtigen Gasanbieterwechsel haben, sind steigenden Gaspreisen oftmals hilflos ausgeliefert. Allerdings nimmt die Gesetzeslage in diesen Fällen durchaus den Vermieter in die Pflicht. Ab einer zehnprozentigen Steigerung der Betriebskosten im Vergleich zum Vorjahr müssen Vermieter die genauen Gründe für den Preisanstieg darlegen. Nicht selten stellen sich hierbei gestiegene Gaspreise als Kostentreiber heraus. In solchen Fällen sollten Mieter ihren Vermieter dringend zu einem Preisvergleich und etwaigem Anbieterwechsel anhalten. Abgesehen vom gesetzlich formulierten Wirtschaftlichkeitsgebot profitieren bei einem fairen Mietverhältnis mit möglichst geringen Betriebskosten ohnehin beide Parteien.

Die Gaspreise in Deutschland sind seit 2005 um rund 20 Prozent angestiegen. Auch zum August und September dieses Jahres haben ganze 90 Versorger erneute Preiserhöhungen angekündigt. Nach Zahlen der Bundesnetzagentur bleibt die Quote der Gasanbieterwechsel mit lediglich zehn Prozent dennoch gering. Dabei sind immense Sparpotenziale, auch für Mieter, möglich. Durch einen gezielten Gaspreisvergleich können Haushalte ihre Kosten um mehrere hundert Euro pro Jahr senken. Und der Wechsel des Gasanbieters ist in der Regel ebenso unkompliziert und sicher wie ein Stromanbieterwechsel.

Foto © Pixelio, Dr. Klaus-Uwe Gerhardt

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Windkraftwerke auf Helgoland

6. August 2011 von Gerd Kebschull

RWE, E.ON und WindMW stellen Pläne für Betriebsbasis auf Helgoland für Offshore-Windkraftwerke vor. “Helgoland wäre die erste Insel in der deutschen Nord- und Ostsee, die vom Ausbau der Offshore-Windkraft derart profitieren würde“, betont Jörg Singer, Bürgermeister der Gemeinde Helgoland.

Service und Betrieb von drei Offshore-Windparks von Helgoland aus geplant

  • Aufbau eines neuen Wirtschaftszweigs auf Helgoland
  • Schaffung von rund 150 Arbeitsplätzen auf der Insel

RWE, E.ON und WindMW haben am 05.08. auf Helgoland ihre Pläne zum Bau einer Betriebsbasis für Wartung und Betrieb ihrer in der deutschen Nordsee geplanten Offshore-Windparks vorgestellt. Die Pläne sehen vor, den Südhafen von Helgoland zu einer Service- und Betriebsstation auszubauen. Dazu sollen auf einer Fläche von rund 10.000 Quadratmetern insgesamt drei Servicegebäude mit Werk- und Lagerhallen entstehen.

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Noch in diesem Sommer sollen die planungstechnischen Voraussetzungen für die Errichtung der Betriebsbasis im Südhafen geschaffen werden. Die neugegründete Hafenbetriebsgesellschaft Helgoland (HGH) koordiniert die notwendigen Maßnahmen. Dazu gehören die Erschließung des Baugeländes, die Ertüchtigung der Kaikante sowie die Schaffung von insgesamt zehn Bootsanlegeplätzen durch die Errichtung eines zusätzlichen Landungsstegs.

Die Gemeinde Helgoland hat die erforderliche Änderung des Bebauungsplans für den Südhafen bereits eingeleitet. Im Laufe des nächsten Jahres könnte dann der Bau der Servicestation und die Ertüchtigung des Hafens stattfinden und gegen Ende 2012 abgeschlossen sein. Nach Umsetzung der Pläne würden auf Helgoland bis zu 150 Menschen für den Betrieb der Offshore-Windparks arbeiten und leben. Hinzu kämen noch weitere temporäre Arbeitsplätze bei Zulieferern, Bau- und Schifffahrtsfirmen.

Insgesamt sollen von Helgoland aus zukünftig drei Offshore-Windparks betrieben und gewartet werden. Neben dem Projekt Nordsee Ost (295 MW) von RWE Innogy sind das Amrumbank West (ca. 300 MW) von E.ON und das Projekt Meerwind (Süd und Meerwind Ost) (288 MW) des US-Finanzinvestors Blackstone. Dieses Offshore-Windkraftwerk wird von der WindMW GmbH gebaut und betrieben. Alle drei Windparks liegen zwischen 25 und 35 Kilometer vor Helgoland. Die Betriebsdauer eines Offshore-Windparks liegt bei rund 20 Jahren.

Grafik © RWE

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