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Netter Versuch, Steve!

Windows und GraffitiDass Vista nur über das Zwangsbundeln mit neuer Hardware, für die es in der Regel auch keine offizielle XP-Treiberunterstützung mehr gibt (geben darf?), verkauft werden kann, hat inzwischen wohl jeder, der sich ein bisschen für die Feld-, Wald- und Wiesen-IT interessiert mitbekommen. Tatsächlich gibt es derzeit aus Nutzersicht bis auf die umstrittene Sicherheitslösung UAC keine Gründe, die dafür sprechen würden, das bewährte XP an den Nagel zu hängen und gegen Vista einzutauschen.

Diese Situation bekümmert natürlich auch Microsoft. Verkaufte sich XP noch wie geschnitten Brot, liegen die Vistapakete bleiern in den Regalen. Daran hat selbst die Freigabe des Einzelverkaufes bei den Systembuilderversionen, die bei vollwertiger Ausstattung nur rund ein Drittel der “Vollversionen” kosten, nichts ändern können.

Offenbar schaute sich Steve die Befindlichkeiten des deutschen Kundenpotenziales näher an und stieß dabei darauf, dass man die “Geiz ist Geil”-Mentalität der Deutschen ansprechen sollte. Welches Thema eignet sich da besser als das stetig in aller Munde diskutierte Thema der Energiekosten? So kam es, dass Steve auf der CeBit vollmundig verkündete, Vista sei das energieeffizienteste Betriebssystem aller Zeiten und dabei eine englische Studie aus dem Hut zauberte, wonach 200 PCs auf denen Vista läuft, jährlich 45 Tonnen weniger Kohlendioxid erzeugen als solche, auf denen XP läuft. Klingt erstmal gut.

Komisch nur, dass bislang einhellig und durch Microsoft bestätigt diese Information schlichtweg anders lautete. Danach verbraucht Vista eindeutig MEHR Strom als XP. Insbesondere die Notebookhersteller hatten sich in der Vergangenheit massiv darüber beklagt und sogar eigene technische Lösungen angekündigt, sollte Microsoft diesen Zustand nicht ändern. MS selber räumte Strommehrverbräuche von etwas über 4 % bislang mehr oder weniger unumwunden ein, wurde dabei aber von verschiedener Seite stets nach oben korrigiert.

Verantwortlich für den gestiegenen Stromverbrauch soll vor allem die neue Optik des Betriebssystems sein, weil diese gesteigerte Anforderungen an Grafik- und Hauptprozessor stellt, die diese nur mit höherem Energieeinsatz erfüllen können. Möglicherweise lässt sich Vista demnach tatsächlich auf einen geringeren Stromverbrauch reduzieren. Man muss lediglich die gesamte Oberflächenoptik abschalten und zum hausbackenen Windows-2000-Look zurück kehren (Ja, das geht wirklich.). Schon stimmt Steves Aussage vielleicht doch. Aber nur, solange das Vergleichs-XP nicht auch in den optischen Sparmodus geschaltet wird…

[Fotoquelle: aboutpixel.de © siouxsi-boa]

Eine Reaktion zu “Netter Versuch, Steve!”

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