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Erdöl und Erdgas suchen – Sicherheit für die Zukunft

24. März 2008 von Gerd Kebschull

Hamburg/Kiel | Noch gibt es keine Panik. Aber wir alle wissen, dass unsere Erdöl- und Erdgasvorräte endlich sind. Umso wichtiger ist es, weitere neue Gebiete zu erschließen, um unsere Stromversorgung langfristig zu sichern.

Das Forschungsschiff Poseidon ist zurück

Nach dreiwöchiger Forschungsreise ist das Kieler Forschungsschiff FS POSEIDON mit ersten Ergebnissen in dem Entladungshafen Heraklion, Kreta, eingetroffen. Gefördert von RWE Dea war ein zehnköpfiges Team von Wissenschaftlern und Technikern unter der Leitung von Dr. Tomas Feseker vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) unterwegs, um den Zusammenhang zwischen Gasgenese und Schlammvulkanen im ägyptischen Nildelta zu untersuchen. Das Forschungsvorhaben soll ein tieferes Verständnis über Gasvorkommen und deren Wechselwirkung mit unterseeischen Emissionen erbringen.

Erstmalig machte eine umfassende Genehmigung der ägyptischen Behörden es möglich, Gebiete innerhalb der 50-Meilen-Zone vor der Küste Ägyptens zu untersuchen. Die beiden Schlammvulkane “Giza” und “North Alex” liegen etwa 50 Kilometer vor der Hafenstadt Alexandria in Wassertiefen von 700 und 500 Metern. Hier, im obersten Bereich eines gewaltigen Sedimentfächers, der der Mündung des Nils vorgelagert ist, bilden Schlammvulkane natürliche Austrittsstellen für Gas, Wasser und Schlamm aus kilometertiefen Quellen.

Erste Ergebnisse der POSEIDON-Reise zeigen nun, dass beide Schlammvulkane sehr aktiv sind. Nachgewiesen wurde dies durch hohe Temperaturen nur wenige Meter unter dem Meeresboden von mehr als 60 Grad. „Diese hohen Temperaturen belegen, dass der Schlammvulkan Sedimente aus großen Tiefen sehr schnell nach oben fördert“, erklärt Feseker. „Für uns bedeutet das, dass wir den Schlammvulkan als ein Fenster in die Tiefe des Meeresbodens betrachten können.“

Diese Forschungsreise wurde durch die Unterstützung von RWE Dea möglich. Das Unternehmen fördert die geowissenschaftlichen Untersuchungen an natürlichen Gas- und Fluid-quellen im Rahmen des „West Nil Delta-Projekts“ am IFM-GEOMAR. „Bei diesem Projekt sind daher für uns die umwelt- und sicherheitsrelevanten Aspekte bei der Gewinnung von Erdgas besonders interessant“, erklärt Dr. Christian Bücker, Koordinator Forschung und Entwicklung bei RWE Dea.

Durch weitere geochemische und sedimentologische Untersuchungen sowie Temperaturmessungen sollen die gewonnenen Erkenntnisse über die Aktivität der beiden Schlammvulkane vertieft werden. Weitere Expeditionen zu den Schlammvulkanen des westlichen Nildeltas sind im Herbst 2008 und in den kommenden Jahren geplant.

Forschungsschiff POSEIDON

Das Forschungsschiff FS POSEIDON aus Kiel, Foto © RWE Dea

Weiterführende Informationen:

  • „West Nil Delta – Projekt“ und der Expedition POSEIDON P362/2 auf den Seiten des IFM-GEOMAR

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