Teil 2: Interview mit Kerstin Andreae
26. April 2008 von Gerd KebschullDie Atomkraftwerke sollen sukzessive abgeschaltet werden. Aber wie wird die “Stromlücke” geschlossen? Zu diesem Thema werden wir Politiker und Verantwortliche der Stromindustrie befragen. Stromauskunft.de sprach mit der Energieexpertin Kerstin Andreae, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Mitglied des Deutschen Bundestages.
Die Szenarien hängen immer vom politischen Willen ab
Frage: Der Atomausstieg ist eine beschlossene Sache. Es stellt sich nun die Frage, wie kann die produzierte Energiedifferenz ausgeglichen werden?
Kerstin Andreae: Bis 2020 wollen Bündnis 90 / Die Grünen die Energieversorgung wie folgt umstellen: 40% durch erneuerbare Energien, 30% durch hocheffiziente KWK (Kraft-Wärme-Kopplung, Anm. d. Red.) und die restlichen 30 % durch konventionelle Kraftwerke.
Frage: Gibt es eine Prognose, wie hoch etwa der Anteil an Erneuerbaren Energien (EN) in fünf Jahren (2013) sein wird?
Andreae: Die Regierung entwickelt grad ein neues Erneuerbares-Energien-Gesetz (EEG). Das ist jetzt im Parlament. Die Regierung will 25 – 30 % bis 2020 umsetzen. Aber: 40 % wären möglich. Es gibt unterschiedliche Szenarien für 2013. Einen guten Überblick bietet www.erneuerbare-energien.de. Letztlich hängen die Szenarien immer am politischen Willen, das EEG engagiert fortzuentwickeln.
Frage: Wie bewertet die Bundesregierung die Option “Fusionsenergie”? Gibt es eine Chance, durch Erhöhung der Fördermittel den Fortschritt zu beschleunigen?
Andreae: Das müssen sie die Bundesregierung fragen. Wir sind in der Opposition. Die Fusionsenergie ist seit 50 Jahren in der Entwicklung und absehbar nicht einsehbar. Insofern kann sie für die in den nächsten Jahrzehnten anstehenden Probleme keine Lösung darstellen.
Linktipps
- Interview Teil 1
- Bundestag: Kerstin Andreae, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
- Die Homepage Kerstin Andreae
- Kraft-Wärme-Pumpen auf www.stromauskunft.de
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Tags: EEG, Erneuerbares-Energien-Gesetz, Kerstin Andreae, Kraft-Wärme-Pumpen, KWK
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