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Archiv der Kategorie ‘News‘

Wo bleibt der Wettbewerb?

Freitag, den 2. Mai 2008

Die steigenden Energiepreise geben Anlass zu Sorge. Aber gibt faire Energiepreise? Das “Stromgeflecht” ist zu kompliziert, findet die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen.

Bündnisgrüne fordern “echten Wettbewerb” auf den Energiemärkten

Berlin | Die Bundesregierung soll “echten Wettbewerb” auf den Energiemärkten schaffen und “faire Energiepreise” durchsetzen. Das fordert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in einem Antrag (16/8536), der am Donnerstag im Bundestag beraten wird. Dazu soll die Regierung ihren Widerstand gegen die Umsetzung der eigentumsrechtlichen Entflechtung innerhalb der EU unverzüglich aufgeben und die Kommission bei der Erstellung der entsprechenden Richtlinie unterstützen. Weiter soll den Energieversorgern das Eigentum an den Transportnetzen für Strom und Gas entzogen und eine vollständige eigentumsrechtliche Entflechtung verwirklicht werden. Zudem soll die Regierung das Bundeskartellamt und die Bundesnetzagentur bei einem aggressivem Vorgehen gegen Preismissbrauch seitens der Energiekonzerne und Netzbetreiber konsequent unterstützen und die Lobbymacht der Energiekonzerne einschränken, indem das Lobbyistenregister transparenter gemacht und so zu einem wirksamen Kontrollinstrument ausgebaut wird. Außerdem fordert die Fraktion die Bundesregierung dazu auf, die Beschäftigung von Unternehmensvertretern in Ministerien zu beenden und eine entsprechende Transparenzregelung zu schaffen. Zudem sollen Verbraucherinnen und Verbraucher auf den Energiemärkten das Recht bekommen, Sammelklagen einzureichen. Die Bündnisgrünen begründen ihren Antrag damit, dass die marktbeherrschende Stellung der großen Energiekonzerne im Wesentlichen auf ihrer Kontrolle über die Stromübertragungs- und Gasnetze beruhe. Deshalb sei eine eigentumsrechtliche Trennung von Transportnetzen einerseits und Stromerzeugung beziehungsweise Gasbeschaffung andererseits eine notwendige Voraussetzung für mehr Wettbewerb auf den Energiemärkten. Die auf eine volle eigentumsrechtliche Entflechtung abzielenden Pläne der EU-Kommission verdienten deshalb Unterstützung. Statt sich weiter an die alten Strukturen zu klammern, müsse die Bundesregierung jetzt die Voraussetzungen schaffen, eine Entflechtung erfolgreich durchführen zu können.

Linktipps:

Quelle: Bundestag

Foto: Pixelio | Olaf Schneider

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Probleme beim Stromanbieterwechsel

Mittwoch, den 30. April 2008

Wiso berichtet in der Ausgabe vom 21.04.2008 von den Problemen beim Wechsel des Stromanbieters. Einige Provider sind wohl vom Run auf diese Option schlichtweg überfordert. Mit 64.000 Anmeldungen hat man gerechnet – 400.000 wechselwillige Kunden sind es geworden.

Schlechter Service, lange Wartezeiten

Als “Klacks” wird in Anzeigen der Wechsel des Stromanbieters bezeichnet, doch viele Stromkunden haben in den letzten Monaten schlechte Erfahrungen gemacht: Lange Wartezeiten, überforderte Mitarbeiter und höhere Preise als in der Werbung versprochen.

Zehn Jahre nach der Liberalisierung des Strommarktes ist es für Verbraucher immer noch schwierig, den Anbieter zu wechseln. Für Christopher Wieland war der Stromanbieterwechsel nur eine Formalität. Nach kurzer Recherche im Internet hatte er einen Strompreisrechner gefunden, der ihm die günstigsten Preise anzeigte. Der Rechner verhieß ihm eine ordentliche Ersparnis, wenn er den Anbieter wechselte, also druckte er die Unterlagen aus, unterschrieb und freute sich auf den Wechsel zu TelDaFax.

Quelle: Wiso, weitere Infos auf der Homepage wiso.de

Foto Stromzähler Pixelio | Tim Heinrichs-Noll

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Wärmepumpe: Preiswerte Wärme?

Dienstag, den 22. April 2008

Wenig Energie zu verbrauchen, ist ein Ziel, das fast jeder anstrebt. Der Einsatz einer Wärmepumpe könnte ein richtiger Ansatz sein.

Wärme einfach bereitstellen

Logo WärmepumpeDas Prinzip der Wärmepumpe ist so einfach wie genial. Jedes Medium hat eine Energiemenge, die benutzt werden kann. Beispielsweise kann das Grundwasser mittels Grundwasserwärmepumpe von etwa 10 Grad abgekühlt werden. Als Wärmequelle kann auch die Luft oder Erdwärme benutzt werden. Die dabei freigewordene Energie wird dann zum Heizen benutzt. Der Vorteil: Die Energie kann unmittelbar vor Ort eingesetzt werden. Der Nachteil: Für die Umwandlung wird wiederum elektrische Energie benötigt. Wie bereits erwähnt, wird so Gas in Strom umgewandelt, transportiert und vor Ort mit Wärmepumpen in Wärme umgewandelt. Ein Energieprozess mit vielen Verlusten. Von der Energiebilanz wäre es daher ideal, wenn dieser Strom durch eine eigene Photovoltaik-Anlage erzeugt wird (s.a. Linktipps).

Wärmepumpen haben einen weiteren Nachteil: Die Technik ist aufwändig und daher teuer. Die Hersteller von Wärmepumpen stellen vor allem das Förderungsprogramm in den Vordergrund. Denn nur so rechnet sich die Technik. Weiterhin ist es notwendig, Strom für die Wärmegewinnung einzusetzen. Die Kosten dafür können schwer für die nächsten zehn Jahre eingeschätzt werden. Denn so lange dauert es etwa, bis sich so eine Heizungsanlage mittels Wärmepumpe amortisiert.

Linktipps:

Logo (c) Wärmepumpe

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Energiepolitik in Hamburg

Sonntag, den 20. April 2008

Wir alle machen uns Sorgen, wie es nach dem Aus für die Kernenergie weitergehen soll. Deshalb werden hier auf dem Blog auch Politiker und Verantwortliche aus dem Bereich der Energieversorgung zu Wort kommen. Auch Hamburg macht sich Sorgen.

Zukunftsrat Hamburg fordert nachhaltiges Energieversorgungskonzept

Die Bürgerschaft und der künftige Senat werden aufgefordert, nachhaltige Energiepolitik zu betreiben. Sowohl das geplante Kraftwerk Moorburg (heute TOP in der Bürgerschaft) als auch die zunehmenden Befürchtungen einer drohenden Stromlücke müssen im Kontext eines nationalen Energieversorgungskonzeptes betrachtet werden. Hierzu vertritt der Zukunftsrat Hamburg folgende Position:

  • VeranstalltungskalenderDie Politik muss alle Anreize und ordnungspolitischen Mittel ausschöpfen, um den Energieverbrauch drastisch zu senken. Die entsprechende EU-Richtlinie ist konsequent umzusetzen.
  • Trotz des liberalisierten Strommarktes sollten Politik und Zivilgesellschaft ein nationales / norddeutsches Stromversorgungskonzept mit dem Ziel der bald möglichen Energiewende entwickeln, um es den betriebswirtschaftlichen Kraftwerksplanungen der Energieversorger als Nachhaltigkeits-Maßstab gegenüber zu stellen.
  • Die Bundesregierung sollte die EU-Kommission zu Rahmenbedingungen des europäischen Strommarktes drängen, die folgende Ziele verfolgen: Energieverbrauchseinsparung, Netzausbau und –anpassung an die dezentralen Einspeiser erneuerbarer Energie, Verringerung der CO2-Emissionen und Forschung entsprechend dem gewünschten Energie-Mix, einschließlich Speichertechniken.
  • Kraftwärmekopplung, Netzertüchtigung, virtuelle Kraftwerke und Speichermedien können auch in Hamburg modellhaft erforscht, entwickelt und erprobt werden. Hamburg sollte hier im Rahmen der Hochschulforschung, der Wirtschaftsförderung und des Klimaschutzprogramms eine Vorreiterrolle übernehmen.
  • Der Bau neuer Kohlekraftwerke aufgrund betriebswirtschaftlicher Renditeerwägungen ist abzulehnen. Erst ein bundesweites Energieversorgungskonzept kann den Neubau von wenigen effizienteren Kohlekraftwerken in Betracht ziehen, um alte, umweltbelastende Kraftwerke zu ersetzen (mit verbindlichem Abschaltzeitpunkt). Eine Steigerung fossiler Kraftwerkskapazitäten über den gegenwärtigen Stand hinaus steht nicht zur Debatte. Das Versorgungskonzept hat die Zunahme der erneuerbaren Energien und ihre Kombination zu einer Grundlastfähigkeit angemessen zu berücksichtigen und auch Gaskraftwerke als ergänzende Spitzenlastkraftwerke in den Energiemix einzubeziehen.
  • Bis 2020 werden gemäß der Atomrechtsnovelle von 2002 sämtliche AKWs in Norddeutschland außer Betrieb gehen (Brunsbüttel 2009, Unterweser 2012, Krümmel 2017, Grohnde 2018, Brokdorf 2019, Emsland 2020). Deshalb bedarf es eines zügigen Ausbaus alternativer Kraftwerke so wie in den vorangegangenen Punkten beschrieben. Die Bundesregierung sollte alle EU-Mitgliedsstaaten dazu drängen ebenfalls aus der Atomenergie auszusteigen und insbesondere keine neuen AKWs zu genehmigen. Der Übergang zu einer zukunftsfähigen Energieversorgung verpflichtet alle Staaten in Europa und der Welt.

Foto, Quelle © Zukunftsrat Hamburg

Linktipps

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Zank um die Netze

Sonntag, den 13. April 2008

Strom- und Gasnetze sollen entflechtet werden. Die EU-Kommission will es so. Die Stromerzeuger sehen das natürlich anders. Der Wettbewerb soll zwar gestärkt werden, aber jetzt ist schon klar, dass es gegen diese Bestrebungen heftige Widerstände geben wird. Momentaufnahme.

Entflechtung der Stromnetze bleibt umstritten

Ausschuss für Wirtschaft und Technologie (Anhörung)

Berlin, 10.04.08 (hib/KOS) | Auf Ablehnung stößt bei der Bundesnetzagentur und beim Bundeskartellamt die Absicht der EU-Kommission, die Strom- und Gasnetze eigentumsrechtlich völlig von der Stromerzeugung und anderen energiewirtschaftlichen Tätigkeiten zu trennen. Bei einer Anhörung des Wirtschaftsausschusses über das dritte EU-Energie-Paket kritisierten am Mittwochmittag die Präsidenten Matthias Kurth und Bernhard Heitzer auch die von Brüssel vorgeschlagene Alternative einer Übertragung des Netzbetriebs an eine gesellschaftsrechtlich vom Netzeigentümer unabhängige Einrichtung. Stattdessen traten Kurth und Heitzer für die von Deutschland und sieben anderen EU-Staaten ins Spiel gebrachte “3. Option” ein, nämlich innerhalb von Energieunternehmen die Eigenständigkeit der Netzgesellschaften zu stärken. Brüssel solle diese Variante den Mitgliedsländern offen stehen lassen. Allerdings wurden die Konzepte der EU-Kommission bei dem Hearing auch differenziert befürwortet.

Weithin Übereinstimmung herrschte unter den Sachverständigen über die Notwendigkeit, den Wettbewerb zu stärken und dabei die Netze von der Strom- und Gaserzeugung wirksam zu trennen. Für Kurth ist das Modell der Bundesregierung eine auf die Situation in Deutschland zugeschnittene “pragmatische Lösung”, die “substanzielle Forschritte gegenüber dem ‘status quo’” bewirken werde. So sei etwa vorgesehen, dass Management und Personal einer Netzgesellschaft nicht mit dem Mutterunternehmen verbunden sein dürften. Heitzer gab zu bedenken, dass das Konzept der EU-Kommission wegen verfassungs- und eigentumsrechtlicher Probleme gerichtliche Klagen provozieren und deshalb zu jahrelangen Verzögerungen bei der Durchsetzung von mehr Wettbewerb führen werde. Auch bei Johannes Teyssen (E.ON) und Heinz-Werner Ufer (RWE) fand die Strategie der Regierung im Prinzip Zustimmung. Wie andere Sachverständige wertete Teyssen vor allem eine konsequente Regulierung des Netzbetriebs und der Leitungsgebühren als das zentrale Mittel, um mehr Wettbewerb zu erreichen. Wolfgang Brinkmann von den Bielefelder Stadtwerken warnte vor einer wirtschaftlichen Schwächung der Stadtwerke als Konkurrenten der Energiekonzerne, wenn die kommunalen Unternehmen gemäß dem EU-Modell ihre Netze und sonstigen Aktivitäten nicht mehr wie bisher zusammen managen könnten.

Quelle: Deutscher Bundestag

Der Bundestag in Berlin (Reichstagsgebäude)

Foto: Pixelio | Olaf Schneider

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Kraft-Wärme-Kopplung fördern

Sonntag, den 6. April 2008

Berlin | Terminsache. Wer zufällig in Berlin ist, sollte sich dieses Thema nicht entgehen lassen. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung (16/8305) ist Thema einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Wirtschaft und Technologie am Montag, dem 7. April 2008. Insgesamt hat der Ausschuss elf Sachverständige eingeladen.

Ausschuss für Wirtschaft und Technologie

Die Novelle des geltenden Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes sieht vor, den Anteil von Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) an der Gesamtstromerzeugung bis 2020 auf rund 25 Prozent zu verdoppeln. Unter anderem sollen Modernisierung und Neubau von KWK-Anlagen gefördert und die Markteinführung der Brennstoffzelle gefördert werden.

Die Neufassung ist Teil des so genannten Integrierten Energie- und Klimaprogramms, auf das sich die Bundesregierung 2007 verständigt hat.

  • Zeit: Montag, 7. April 2008, 12.00 Uhr
  • Ort: Paul-Löbe-Haus, Sitzungssaal 2.600
  • Infos auf Wikipedia zum Thema
  • Stellungnahmen

Kraft-Wärme-Kopplung

Foto: Kraftwerk mit rauchenden Schornsteinen, im Vordergrund Strommasten.  © Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

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Elektroauto Volvo C30 Recharge

Freitag, den 28. März 2008

Das Thema Elektroauto ist schon faszinierend. Sauber, individuell und leise zur Arbeit zu fahren – und das noch mit einem guten Gewissen.

Volvo sucht mit dem C30 Recharge einen neuen Weg

Das Konzeptauto C30 Recharge soll endlich die normale Strecke zur Arbeit und zurück bewältigen. Eine Distanz, an der einige Konzeptautos bereits scheitern, denn die meisten Akkus machen schon nach etwa 60 Kilometern “schlapp”. Volvo will dagegen eine Wegstrecke von etwas 100 bis 120 Kilometern bewältigen. Da kann man dann auch einen Umweg für den Einkauf riskieren. Der Ladevorgang soll auf etwa eineinhalb Stunden reduziert werden. Hat man einen netten Chef, könnte dieser auch erlauben, das Fahrzeug in der Firma mit Strom zu “betanken”.

Wie bereits erwähnt (s.a. Beitrag 0-Emission mit Elektroautos), ist es natürlich energetisch Unsinn, den wertvollen Strom für den Vortrieb einzusetzen. Die neue Begründung heißt: In einem öffentlichen Stromnetz gibt es immer Spannungsschwankungen, die bislang mit Zusatzaggregaten ausgeglichen werden mussten. Ein am Stromnetz angehängtes Elektromobil könnte hier für einen Ausgleich sorgen.

Etwas Skepsis bleibt natürlich. Was ist, wenn zu viele E-Fahrzeuge am Netz hängen? Ungeklärt ist weiterhin auch: Wie lange halten eigentlich die Batterien. Jeder kennt das Phänomen: Das Notebook, dass noch vor einem Jahr 1,5 bis 2 Stunden Betrieb garantiert hat, zeigt jetzt schon nach 1 bis 1,5 Stunden “low” an. Aus den 120 Kilometern werden dann schnell wieder nur 60 bis 80 und dann muss wieder mit Benzin “dazugeheizt” werden.

Pressefoto Volvo

Pressefoto © Volvo
Links:
• Stromauskunft: 0-Emission mit Elektroautos
Volvo

» Elektroauto Volvo C30 Recharge

Erdöl und Erdgas suchen – Sicherheit für die Zukunft

Montag, den 24. März 2008

Hamburg/Kiel | Noch gibt es keine Panik. Aber wir alle wissen, dass unsere Erdöl- und Erdgasvorräte endlich sind. Umso wichtiger ist es, weitere neue Gebiete zu erschließen, um unsere Stromversorgung langfristig zu sichern.

Das Forschungsschiff Poseidon ist zurück

Nach dreiwöchiger Forschungsreise ist das Kieler Forschungsschiff FS POSEIDON mit ersten Ergebnissen in dem Entladungshafen Heraklion, Kreta, eingetroffen. Gefördert von RWE Dea war ein zehnköpfiges Team von Wissenschaftlern und Technikern unter der Leitung von Dr. Tomas Feseker vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) unterwegs, um den Zusammenhang zwischen Gasgenese und Schlammvulkanen im ägyptischen Nildelta zu untersuchen. Das Forschungsvorhaben soll ein tieferes Verständnis über Gasvorkommen und deren Wechselwirkung mit unterseeischen Emissionen erbringen.

Erstmalig machte eine umfassende Genehmigung der ägyptischen Behörden es möglich, Gebiete innerhalb der 50-Meilen-Zone vor der Küste Ägyptens zu untersuchen. Die beiden Schlammvulkane “Giza” und “North Alex” liegen etwa 50 Kilometer vor der Hafenstadt Alexandria in Wassertiefen von 700 und 500 Metern. Hier, im obersten Bereich eines gewaltigen Sedimentfächers, der der Mündung des Nils vorgelagert ist, bilden Schlammvulkane natürliche Austrittsstellen für Gas, Wasser und Schlamm aus kilometertiefen Quellen.

Erste Ergebnisse der POSEIDON-Reise zeigen nun, dass beide Schlammvulkane sehr aktiv sind. Nachgewiesen wurde dies durch hohe Temperaturen nur wenige Meter unter dem Meeresboden von mehr als 60 Grad. „Diese hohen Temperaturen belegen, dass der Schlammvulkan Sedimente aus großen Tiefen sehr schnell nach oben fördert“, erklärt Feseker. „Für uns bedeutet das, dass wir den Schlammvulkan als ein Fenster in die Tiefe des Meeresbodens betrachten können.“

Diese Forschungsreise wurde durch die Unterstützung von RWE Dea möglich. Das Unternehmen fördert die geowissenschaftlichen Untersuchungen an natürlichen Gas- und Fluid-quellen im Rahmen des „West Nil Delta-Projekts“ am IFM-GEOMAR. „Bei diesem Projekt sind daher für uns die umwelt- und sicherheitsrelevanten Aspekte bei der Gewinnung von Erdgas besonders interessant“, erklärt Dr. Christian Bücker, Koordinator Forschung und Entwicklung bei RWE Dea.

Durch weitere geochemische und sedimentologische Untersuchungen sowie Temperaturmessungen sollen die gewonnenen Erkenntnisse über die Aktivität der beiden Schlammvulkane vertieft werden. Weitere Expeditionen zu den Schlammvulkanen des westlichen Nildeltas sind im Herbst 2008 und in den kommenden Jahren geplant.

Forschungsschiff POSEIDON

Das Forschungsschiff FS POSEIDON aus Kiel, Foto © RWE Dea

Weiterführende Informationen:

  • „West Nil Delta – Projekt“ und der Expedition POSEIDON P362/2 auf den Seiten des IFM-GEOMAR

» Erdöl und Erdgas suchen – Sicherheit für die Zukunft

Ölförderung in Deutschland?

Freitag, den 21. März 2008

Friedrichskoog/Hamburg | Es gibt sie noch. Die Erdölversorgung direkt vor der Haustür, die Bohr- und Förderinsel im südlichen Teil des schleswig-holsteinischen Wattenmeeres. Seit 1987 wurden dort mehr als 20 Millionen Tonnen Erdöl gefördert.

InfoPoint in Friedrichskoog wieder geöffnet

Die Ölproduktion im sensiblen Ökosystem Wattenmeer verläuft seit über 20 Jahren störungsfrei. Daher sind im In- und Ausland Informationen über das weltweit einmalige Sicherheitskonzept der künstlichen Insel gefragt.

Am letzten Wochenende wurde der so genannte „InfoPoint“ mit Informationen rund um die Erdölförderung Mittelplate wieder geöffnet. Bis zum 7. September 2008 erwartet der Diplomgeologe Günter Wangerin interessierte Besucher in der Deichpassage in Friedrichskoog-Spitze. Wangerin vermittelt im persönlichen Gespräch wie sorgfältig und sauber die Ölförderung im Wattenmeer abläuft. Der Experte erläutert die bewährten Konzepte am Computerbildschirm oder mit anschaulichen Grafiken. Mit Ausnahme des Ostersamstags ist der InfoPoint auch in diesem Jahr wieder jeweils von Donnerstag bis einschließlich Sonntag in der Zeit von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Ölförderung

Neuer Internetauftritt

Zusätzlich zu der Anlaufstelle vor Ort bietet der durchgängig zweisprachige Internetauftritt (Deutsch und Englisch) die Möglichkeit, sich ein genaues Bild von Mittelplate zu machen. Der Auftritt wurde komplett überarbeitet. Klar strukturierte Texte und Bilder geben einen detaillierten Einblick in die sichere und umweltgerechte Ölförderung in der einzigartigen Naturregion Wattenmeer. Die verbesserte Website www.mittelplate.de bietet Hintergrundinformationen und Studien sowie eine Chronik zur Projektentwicklung. Ansprechpartner können direkt über die Internetseite kontaktiert werden.

Weiterführende Informationen als Links:

» Ölförderung in Deutschland?

Bio ist IN

Mittwoch, den 19. März 2008

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) hat einen bundesweiten Wettbewerb Bioenergie-Regionen gestartet. Regionale Strukturen und Zusammenschlüsse, vom Dorf bis zur Großregion, sollen motiviert werden, neue Bioenergiekonzepte zu entwickeln.

Für die Umwelt: Mitmachen lohnt sich immer

16 ausgewählte Regionen werden dann bei der Umsetzung ihres Konzeptes bis 2011 drei Jahre lang mit jeweils bis zu 400.000 Euro und fachlichem Rat unterstützt. Die Frist zur Einreichung der Kurzbewerbung läuft bis zum 30. Juni 2008, die Bewerbung ist an die Geschäftsstelle des Wettbewerbes bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) zu senden.

www.bioenergie-regionen.de

Auch wenn die Auswahl zur Siegerregion nicht gelingt, kann sich das Mitmachen lohnen: Nach Ende der Kurzbewerbungsphase (30. Juni 2008) kommen zunächst 30 Regionen in die engere Wahl, die für die Entwicklung eines Regionalentwicklungskonzeptes 3.000 Euro erhalten. Zudem werden sie zu einem Workshop im Herbst 2008 eingeladen, der Hilfestellung bei der Erarbeitung des Konzeptes gibt. Mit dem Regionalentwicklungskonzept bewerben sich die 30 Regionen schließlich bis zum 30. November 2008 für die Auswahl zu einer von 16 Bioenergie-Siegerregionen, die mit jeweils bis zu 400.000 Euro gefördert werden.

  • Weitere Informationen unter:

Foto © BMELV

» Bio ist IN

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