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Neue Fernseher auf der IFA

1. September 2010 von Gerd Kebschull

Wie WISO in der aktuellen Ausgabe vom Montag berichtet, können die bunten, neuen Fernseher meist recht sparsam betrieben werden. Oft ist aber der Satelliten-Receiver dann der Stromfresser. Noch vor der Internationalen Funkausstellung (IFA, 03.-08. September in Berlin) versucht man die “alten” Geräte an den Mann zu bringen.

Die heimlichen Stromfresser

Die IFA in Berlin wird wie jedes Jahr ein großes Spektakel sein. Für uns Verbraucher eine wichtige Messe, auch wenn wir nicht live vor Ort sind. Denn hier werden die neuen Trends und Geräte präsentiert.

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IFA, Messe BerlinNatürlich nimmt das neue IPhone mit seinen Apps einen besonderen Stellenwert ein. In der IFA iZone in Halle 15.1/16 präsentieren Software- und App-Hersteller ihre neuen Produkte und Innovationen für diesen neuen Markt.
Die neuen Notebooks (z.B. Acer Aspire One D260) sollen mit einer Laufzeit von bis zu acht Stunden einen ganzen Arbeitstag durchhalten. Die neue bunte Welt der LED-Displays punkten mit einem Stromverbrauch von weniger als einem Watt im Standby-Betrieb.

Wer sich also jetzt ein neues Elektrogerät zulegen will, sollte aufpassen, dass man keinen stromfressenden Ladenhüter kauft.

Foto © Pressefotos IFA Berlin
Miss IFA begrüßt Kinderliebling „Bob der Baumeister“ (Super RTL/Halle 7.2a), Marie Sann, die berühmte Manga-Zeichnerin sowie Cosplayerin (Young IFA/Halle 7.2c) und den Zauberer Cody Stone (Super RTL/Halle 7.2a), bei der IFA Auftakt Pressekonferenz.

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Skepsis im Stromnetz

30. August 2010 von Björn Katz

Nicht nur in den Planungen der Bundesregierung spielen intelligente Netze eine zentrale Rolle. “Smart Grid” lautet das Zauberwort für das Energiekonzept der nahen Zukunft. Ob allerdings der Verbraucher die baldige Intelligenz der Netze überhaupt zum eigenen Vorteil nutzen kann und will, ist eine ganz andere Frage.

Verbraucher sehen Smart Grid misstrauisch entgegen

Susanne SchmichEine aktuelle Studie des Beratungsdienstleisters Accenture zeigt: Zwar trauen sich vier von fünf Stromkunden in Deutschland die Optimierung des eigenen Energieverbrauchs grundsätzlich zu, aber nur ein Drittel ist sich der Vielfalt an neuen Stromprodukten und Tarifen bewusst, die der Ausbau des intelligenten Stromnetzes künftig ermöglichen soll. Speziell gegenüber den ersten zeitvariablen Tarifmodellen, die bereits im kommenden Jahr verfügbar sein werden, ist die Skepsis noch groß. Mit dem fortschreitenden Einbau intelligenter Stromzähler hat die erste Stufe des Smart Grid deutsche Haushalte bereits punktuell erreicht. Aber trotz der Transparenz über den eigenen Stromverbrauch, die die neue Technik mit sich bringt, herrscht beim Bürger bislang vor allem Unwissenheit und Unsicherheit. Nur jeder Dritte etwa weiß, dass sich mit zeitvariablen Stromtarifen in Zukunft Energie und Kosten einsparen lassen, beispielsweise durch den gezielten Betrieb energieintensiver Geräte während verbrauchsarmer und damit kostengünstiger Tageszeiten. Das Energiewirtschaftsgesetz verpflichtet die Stromversorger nämlich ab 2011 dazu, genau solche Tarife anzubieten. Wie das lastvariable Stromangebot ihres jeweiligen Versorgers konkret aussieht, ist den meisten Kunden allerdings völlig unbekannt. Und wie so oft führt auch hier Unwissenheit zu Ablehnung: Laut Studie bewerten neun von zehn Befragten die neuen Tarifmodelle negativ. Man fühlt sich in der freien Gestaltung des eigenen Energieverbrauchs und dadurch im generellen Lebenskomfort eingeschränkt und hat darüber hinaus datenschutzrechtliche Bedenken. Auch befürchten die Kunden durch die Installation der neuen Technik eher steigende als sinkende Stromrechnungen.

Das Hauptproblem liegt wohl noch immer in der Wahrnehmung des Produktes. Viele Verbraucher sehen Strom nicht als frei wählbare Ware, die sie individuell gestalten können, sondern als selbstverständliches Gebrauchsgut, dass schlicht aus der Steckdose fließt. Aber: Der Strommarkt ist bereits seit zwölf Jahren liberalisiert und vollzieht nun durch den Ausbau intelligenter Netze einen weiteren Wandel. Das Produkt Strom wird in naher Zukunft noch liberaler, noch individueller.

Foto © Pixelio, Susanne Schmich

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Bundeskanzlerin Angela Merkel in Lingen

29. August 2010 von Gerd Kebschull

Die Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht auf ihrer Energie-Reise die „Atom-Stadt“ Lingen und die Medien (z.B. der Stern) springen dankbar mit auf den Zug. Worüber sollte man sonst in diesem Sommerloch berichten? Aber das Thema ist schon wichtig: Gibt es einen Ausstieg aus dem Ausstieg?

Atom-Dilemma: Wie geht es weiter mit der Atom-Politik?

Die Stadt Lingen an der Ems schreit hurra, denn natürlich wollen die Kommunen weiter an der Stromerzeugung mit verdienen.  Ärgerlich ist, dass der Steuerzahler, also wir alle, für die Erforschung der Energie zahlen und natürlich auch für die Altlasten aufkommen müssen (s.a. Asse auf Stromauskunft.de/blog).  Die Stromerzeuger drohen schon: Dann wird die Energie halt teurer.

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Die Bundesregierung versucht natürlich über die Brennelemetesteuer (wie auch immer das am Ende heißen wird), Geld in den Bundeshaushalt zu schaufeln. Die Stromerzeuger wollen lieber, dass dieses Geld, wenn es schon von ihnen „abgepresst“ wird, in „Erneuerbare Energien“ (EN) fließen soll. Kluger Schachzug, denn schon längst haben die Energieriesen erkannt, dass man auch hier Geld verdienen kann. Das Geld fließt also über einen Zwischenstopp zu den Stromerzeugern zurück.

Während der Michel sich noch die Augen reibt, wer letztlich hier das Rennen macht, habe die Stromgiganten das Geld schon wieder eingesackt.

Angela Merkel hat sogar meine Heimatgemeinde Emsbüren besucht. Die Emsflower stand auf dem Programm. Dort werden im großen Stil Blumen und Gartenpflanzen produziert. Im Frühstücksfernsehen hat der Emsflower-Chef  Bennie Kuipers sein neues Kraftwerk vorgestellt. Die Gewächshäuser werden mit eigener Biowärme und mit einem Naturholzkraftwerk beheizt. Als Energieträger werden Holzschnittabfällen aus der Umgebung eingesetzt. Eine kluge Lösung, die zur Nachahmung  anregt.

Linktipps:

Foto © Pixelio | Bernd Boscolo

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Atom-Talk

26. August 2010 von Björn Katz

Normalerweise sehe ich mir Late-Night-Talkshows, bei denen Gemischtrunden aus Politikern und Halb-Prominenten dazu angestiftet werden, sich zum Thema der Woche gegenseitig an die Gurgel zu springen, grundsätzlich nicht an. Zu laut, zu populistisch, zu platt. Und der gestrige Kreisch-Kreis bei „Hart aber fair“ mit dem illustren Untertitel „Der Atom-Showdown“ hat mich mal wieder bestätigt.

TV-Klamauk zu Brennelementesteuer und Co.

Sigrid RossmannDiesmal durften sich Bundesumweltminister Norbert Röttgen, Ex-Irgendwie-Alles-Minister Wolfgang Clement, Grünen-Griesgram Renate Künast, Mr. Atomkraft Ralf Güldner sowie Schwarm-Autor Frank Schätzing als Quotenpromi verbal an die Kehle. Blutig ist es geworden. Und konfus. Wolfgang Clement zum Beispiel, dauerbeleidigt, weil als Konzern-Marionette stigmatisiert, stellte nach anfänglichem Schwadronieren unter dem Motto „Gefälligst mehr Respekt für den verdienten Staatsmann“ schnell die Sachlichkeit ein. Danach machte er nur noch Werbung für das RWE-Subunternehmen, in dessen Aufsichtsrat er gerade sitzt. Ach ja, er sagte noch, für den Job gäbs nur 20.000 im Jahr – also kein Anreiz, gleich korrupt zu werden. Schon klar. Renate Künast konzentrierte sich auf ständige Blutgrätschen gegen den armen Norbert Röttgen, der zwar dieser Tage eine grünere Regierungspolitik vertritt, als es ihre eigene Partei jemals getan hat, aber schließlich immer noch der parlamentarische Feind ist. Am anderen Ende der sinnstiftend von rechts nach links eingeteilten Sitzreihe der Präsident des Deutschen Atomforums. Selten habe ich soviel ökonomisch schnittige Angriffslust in jemandes Augen gesehen, wie in denen von Ralf Güldner. Da wurde mir ganz eisig ums Herz. Dem Mann möchte man seine Meiler am liebsten für die nächsten tausend Jahre zusichern, nur, damit er einen in Ruhe lässt. Und wieso war Schätzing jetzt eigentlich nochmal da? Keine Ahnung, aber wissenschaftlich angehauchte Prosa scheint wohl ebenso quotenträchtig zu sein wie seine verdammt telegene Frisur. Außerdem gefallen mir Menschen, die anderen nicht ständig in den halb angefangenen Satz poltern.

Worum gings eigentlich noch? Ach ja, um die böse Brennelementesteuer, den Atomausstieg, darum, dass die Strom-Oligopolisten Land und Bevölkerung bedrohen, während die Umweltpolitiker die Industrie kaputtbesteuern. Und das Fazit: An einem Strang ziehen nur die Befürworter der Atomkraft. Nun ja, monetäre Interessen vereinen. Die Kontra-Seite ist zutiefst zerstritten, weil man in verschiedenen politischen Lagern sitzt und immer noch nur in Legislaturperioden und Dimensionen von Regierung und Opposition denkt. So wird das nichts.

Foto © Pixelio, Sigrid Rossmann

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Großes Einsparpotential bei Aufzügen

25. August 2010 von Gerd Kebschull

Beim Hausbau im Zusammenhang mit Energiesparen denkt man in erster Linie über Wärmedämmung nach. Dass man auch in anderen Bereichen große Einsparpotenziale hat, zeigt eine Untersuchung des  Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI.

EU-Projekt „Energy efficient elevators and escalators“, kurz E4-Projekt

470903_R_by_Gerhard-Fra-a_pixelio_aufzug_480x640Energieeffizienz war beim Bau von Aufzügen bis vor einigen Jahren kaum ein Thema. Stattdessen lag das Hauptaugenmerk auf Sicherheit, Komfort und Platzbedarf. Mittlerweile spielen Energieeffizienz- und –einsparmaßnahmen sowie die damit verbundene Reduzierung von CO2-Emissionen auch im Gebäudebau eine wesentliche Rolle.

Das EU-Projekt „Energy efficient elevators and escalators“, kurz E4-Projekt, wurde von der Universität in Coimbra, Portugal, koordiniert. Die Untersuchungen des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI im Rahmen des Projektes beschäftigten sich mit der Verbesserung der Energieeffizienz von Aufzügen und Fahrtreppen in Büro- und Wohngebäuden in Europa. Ergebnis der Studie: Mit einem jährlichen Gesamtenergiebedarf von 18 TWh ist der Stromverbrauch von Aufzügen in Europa so hoch wie der jährliche Verbrauch im deutschen Schienenverkehr.

Durch die Reduzierung des Stillstandverbrauchs sowie den Einsatz neuer Technologien sind Einsparungen von über der Hälfte der bislang eingesetzten Energie möglich. Zusätzlich müssen Maßnahmen getroffen werden, die das Bewusstsein für die Thematik bei Herstellern und Betreibern schärfen. Zudem sollten Informationen zur Verbesserung der Energieeffizienz und den damit verbundenen Investitionskosten breiter zugänglich gemacht werden.

  • Die Studie steht hier zum Download bereit.

Foto © Pixelio | Gerhard Fraßa
Gläserner Aufzugschacht am World Trade Center (Dresden)

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Bürger gegen Leitungen

23. August 2010 von Björn Katz

Die Bundesregierung plant für die nahe Zukunft den massiven Ausbau des deutschen Stromnetzes. Ein Vorgang, der bei vielen Bürgern, insbesondere bei betroffenen Anwohnern, auf wenig Gegenliebe stößt.

Akzeptanzstudie zum Netzausbau

JurecDer Sachzwang zum Ausbau des deutschen Stromnetzes ist ein im Prinzip hausgemachtes Problem. Durch die fortschreitende Integration erneuerbarer Energien, speziell der Windkraft, sind bei gleichzeitigem Nichtabschalten von Kohle- und Atomenergie zusätzliche Leitungskapazitäten von Nöten. Es fließt schlichtweg zuviel Strom durch die Trassen. Würde man die konventionellen Energieträger parallel zur Zunahme der erneuerbaren herunterfahren, ließe sich der kostenintensive Netzausbau wohl umgehen. Nicht aber die Interessen der Energiewirtschaft – und so verlegt der Bund lieber neue Kabel, anstatt den Energiemix früher als geplant anzupassen. Entsprechend wenig Akzeptanz findet der anstehende Netzausbau in der Bevölkerung. Im Rahmen einer aktuellen Studie der Universität Magdeburg im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe wurden von neuen Stromtrassen Betroffene befragt. Ergebnis: Um sich überhaupt mit dem Thema Netzausbau anfreunden zu können, fordern die Bürger beispielsweise Mindestabstände der Leitungen von ihren Wohngebieten bzw. eine grundsätzliche Erdverkabelung. Dafür wären viele Befragte sogar bereit, einen höheren Strompreis zu zahlen. Außerdem sind die Menschen eher gewillt, dem Netzausbau vor ihrer Haustür zuzustimmen, wenn dieser nachweislich der Integration erneuerbarer Energien dient. Desweiteren zeigt die Studie, dass der Informationsbedarf zum Um- und Ausbau der Stromnetze unter den regional betroffenen Bürgern sehr groß ist. Eine frühe Ausfklärung der Anwohner über geplante Stromtrassen ist für die Akzeptanz essentiell.

Die Ängste betroffener Bürger angesichts des geplanten Netzausbaus sind vielfältig: Viele befürchten einen negativen Einfluss auf das Landschaftsbild, gesundheitliche und ökologische Beeinträchtigungen durch elektromagnetische Felder bis hin zu einem möglichen Wertverlust ihrer Immobilien. Vor allem aber sehen viele Bürger schlichtweg weder Bedarf noch Nutzen neuer Stromleitungen in ihrer Region. Es sei denn, sie würden der Integration erneuerbarer Energien dienen. Tatsächlich aber dienen sie oftmals auch dazu, Kohle- und Atomkraft zu erhalten.

Foto © Pixelio, Jurec

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Vortrag – Geht uns das Wasser aus?

19. August 2010 von Gerd Kebschull

Sauberes Trinkwasser ist für uns selbstverständlich. Wir öffnen einfach den Wasserhahn und können auf große Mengen Trinkwasserzugreifen. Dass dies nicht selbstverständlich ist, wird uns zurzeit über die Medien in Pakistan gezeigt. Klima, Energie und Wasser habe eine hohe Affinität.

Klima, Strom Wasser

Vortrag von Prof. Dr. Markus Quante

„Geht uns das Wasser aus? Über die Verfügbarkeit der wichtigsten Naturressource und ihre wechselseitige Abhängigkeit vom Klima“, am
Dienstag, den 07.9.2010, um 19 Uhr, im Rudolf-Steiner-Haus (Mittelweg 11-12, 20148 Hamburg).
Der Eintritt ist frei.

Wasser eine der wichtigsten Naturressource

Klima und Wasser sind auf der Erde untrennbar miteinander verbunden. Der fortschreitende Klimawandel wird zu weiteren Veränderungen im globalen Wasserkreislauf führen, die regionalhöchst unterschiedlich ausgeprägt sein werden.

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In der Tendenz zeichnet sich eine Verschärfung der Situation ab für Regionen, die auch jetzt schon unter Wasserknappheit leiden. Die Verfügbarkeit von sauberem Wasser ist eine essentielle Lebensgrundlage für uns Menschen, aber weltweit leben eine Milliarde Menschen gänzlich ohne Zugang zu sauberem Wasser und bis zu 2,6 Milliarden Menschen ohne ausreichendes Sanitärwasser. Erst jetzt – 60 Jahre nach der Deklaration der Menschenrechte – hat Ende Juli die Generalversammlung der Vereinten Nationen eine Resolution zum Recht auf sauberes Wasser und sanitärere Grundversorgung angenommen.

Mit dem Klimawandel einhergehende prognostizierte Veränderungen betreffen auch die Intensität und Dauer von Dürreperioden. Aber zu viel Wasser zur falschen Zeit kann für ganze Regionen ebenfalls katastrophale Folgen haben, wie es jüngst in Pakistan zu sehen war. Der Vortrag wird die Rolle des Wassers im Klimasystem beleuchten und die möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf die zukünftige Verfügbarkeit von Süßwasser vor dem Hintergrund verschiedener sozioökonomischer Szenarien darlegen.

Foto © Pixelio | Rainer Sturm

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Strom und Geld fließt reichlich

16. August 2010 von Gerd Kebschull

Die Wirtschaft zieht an und alle freuen sich. Natürlich wird auch wieder mehr Strom benötigt, dass treibt leider den Preis hoch. Der “normale” Verbraucher kann sich nicht wehren. Doch! Man könnte mal prüfen, wie teuer der Strom bei anderen Anbietern ist.

RWE bestätigt die Prognose für 2010

  • Betriebliches Ergebnis steigt in den ersten sechs Monaten um 21 %
  • Nachhaltiges Nettoergebnis im ersten Halbjahr um 23 % erhöht

RWE ist im ersten Halbjahr 2010 auf Erfolgskurs geblieben und steuert zum Jahresende auf ein erfreuliches Ergebnis zu. Das betriebliche Ergebnis stieg in der ersten Jahreshälfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 21 % auf knapp 5 Mrd. Euro. Das nachhaltige Nettoergebnis – maßgeblich für die Dividende – erhöhte sich um 23 % auf 2,7 Mrd. Euro.

Strom- und Gasabsatz deutlich gestiegen

Der Außenabsatz von Strom und Gas hat sich im Halbjahres-Vergleich erhöht. Dieser Zuwachs ist hauptsächlich auf die Erstkonsolidierung von Essent zurückzuführen. Der Stromabsatz des RWE-Konzerns stieg um 8 % auf 155,3 Mrd. kWh, der Gasabsatz um 37 % auf 230,8 Mrd. kWh.

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2,5 Mrd. Euro in Sachanlagen investiert

RWE hat seine Investitionen in Sachanlagen um 17% auf 2,5 Mrd. Euro gesteigert. Sachinvestitionen fließen derzeit in großem Maße in den Ausbau von CO2-armer Erzeugungskapazität in den Kernmärkten und erneuerbarer Energien mit dem Schwerpunkt Wind und Biomasse. RWE Dea wird in den kommenden zwei Jahrzehnten 3,6 Mrd. US-$ in neue Gasfelder vor der Mittelmeer-Küste Ägyptens investieren. Dies ist die größte Einzelinvestition in der Geschichte von RWE Dea. Die Produktion soll 2014 anlaufen.

Ausblick 2010

Die wirtschaftliche Erholung dürfte sich auch im laufenden Jahr weiter festigen. Der Konzern rechnet mit Zuwächsen beim Absatz in allen RWE-Strom- und Gasmärkten. Vor diesem Hintergrund hält RWE an der Prognose für 2010 fest.

Linktipps:

Foto © Pixelio | Marko Greitschus

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Geheime Atomverhandlungen

16. August 2010 von Björn Katz

Um eine mögliche Laufzeitverlängerung ihrer Kernkraftwerke rentabel zu gestalten, handelt die Atomwirtschaft derzeit die Tische rund. Statt der drohenden Brennelementesteuer will man Einmalzahlungen an Vater Staat von sage und schreibe 30 Milliarden Euro leisten. Bei den kleineren und mittleren Energieversorgern stößt dieser Vorschlag auf massive Ablehnung.

Stadtwerke kritisieren Geschacher um Laufzeitverlängerungen

Marko GreitschusAktuell verhandelt das Bundesfinanzministerium hinter verschlossenen Türen mit den vier großen Kernkraftwerksbetreibern Deutschlands über Milliardenzahlungen als Gegenleistung für längere AKW-Laufzeiten. Die im Raum stehende Kompensation soll nach dem Willen der Atomwirtschaft die geplante Brennelementesteuer verhindern. Vor allem von Seiten der Stadtwerke und lokalen Versorger, vertreten durch den Verband kommunaler Unternehmen (VKU), löst dies heftige Kritik aus: “Es ist nicht akzeptabel, dass in Geheimverhandlungen zwischen dem Bundeskanzleramt und dem Bundesfinanzministerium mit den Kernkraftbetreibern am Bundesumweltminister vorbei Festlegungen getroffen und damit Entscheidungen präjudiziert werden, bevor ein geregeltes parlamentarisches Verfahren anlaufen kann. Für ein schlüssiges nationales Energiekonzept und eine marktwirtschaftliche Ordnungspolitik ist so eine Vorgehensweise nicht hilfreich”, ließ VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck verlauten. In den derzeitigen Verhandlungen zwischen Atomwirtschaft und Politik geht es um eine Sonderabführung der Konzerne in Höhe von 30 Milliarden Euro. Viele kleine und mittlere Energieversorger befürchten, dass eine solche Einmalzahlung die weitere Abschöpfung der AKW-Zusatzgewinne für Investitionen in erneuerbare Energien von vornherein verhindern würde. Darüber hinaus kritisieren gerade Branchenkenner, dass durch eine bedingungslose Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke die Marktverhältnisse weiter zementiert und der Wettbewerb damit zu Lasten kleinerer Versorger behindert würde.

Die Stadtwerke und kommunalen Versorger sind durch eine Verlängerung der AKW-Laufzeiten deshalb besonders betroffen, weil sie im Vertrauen auf den Atomausstieg in der jüngeren Vergangenheit immense Investitionen in umweltfreundliche Kraftwerkstechnologien getätigt haben. Dieser ehemalige Weitblick droht nun unwirtschaftlich zu werden. Als kompensatorische Maßnahme schlägt der VKU deshalb vor, einen überwiegenden Teil der aus etwaigen Laufzeitverlängerungen resultierenden Zusatzgewinne abzuschöpfen und zur Förderung klimafreundlicher Investitionen von Stadtwerken und anderen Wettbewerbern einzusetzen.

Foto © Pixelio, Marko Greitschus

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Ausgebremste Energiewende

12. August 2010 von Björn Katz

Warum sollte man eine funktionierende Technologie, die über Jahrzehnte kostenintensiv aufgebaut wurde und im Grunde immer gut funktioniert hat, einfach so abschalten? Diese Frage wird von den Befürwortern der Kohle- und Atomenergie mittlerweile offensiv gestellt – und sie geht weit über das beliebte Stichwort “Brückentechnologie” hinaus. Die Antwort ist einfach: Weil sie der Zukunft im Weg steht.

Warum Kohle und Kernkraft die Erneuerbaren blockieren

Rainer Sturm“Wer einerseits den Eintritt in das regenerative Zeitalter propagiert und andererseits auf verlängerte Laufzeiten für Atomkraftwerke setzt, treibt diese Gesellschaft in einen neuen Fundamentalkonflikt”, erklärte unlängst der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Rainer Baake. Behauptungen der Atomkraftwerksbetreiber und von Teilen der Regierungskoalition, wonach sich Kernkraft und erneuerbare Energien bestens ergänzen, seien nichts als eine interessengeleitete Irreführung der Öffentlichkeit. In Wirklichkeit gehe es bei der künftigen Stromversorgung nicht um ein “sowohl als auch”, sondern deutlich früher als die meisten Experten bisher angenommen haben, um ein glasklares “entweder oder”. Diese strikte Beurteilung basiert unter anderem auf aktuellen Prognosen, die im “Nationalen Aktionsplan für erneuerbare Energien” der Bundesregierung enthalten sind. Eine der Kernaussagen dieses Aktionsplans für lautet: 2020 werden fast 40 Prozent des deutschen Strombedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt. Die größten Zuwächse sind im Wind- und Solarstromsektor zu erwarten.

Das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik in Kassel hat auf Basis der aktuellen Prognosen der Bundesregierung und der Wetterdaten des Jahres 2009 die voraussichtliche Einspeisung erneuerbarer Energien in das Stromnetz im Jahr 2020 ermittelt. Ergebnis: In zehn Jahren werden die Erneuerbaren den nationalen Strombedarf immer häufiger stundenweise komplett abdecken. Jedoch können Atom- und Kohlekraftwerke aus technischen Gründen nicht ebenso stundenweise runter- und wieder raufgefahren werden. Der Druck auf die Politik, den Vorrang der Erneuerbaren zu beschneiden, würde also umso stärker, je mehr konventionelle Kraftwerke dann noch am Netz wären. Das Ergebnis des Konflikts ist aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe vorhersehbar: “Das Nachsehen hätten die Betreiber von Wind- und Solaranlagen und mittelfristig der Klimaschutz”, so Rainer Baake. Neben der ambitionierten Entwicklung intelligenter Stromnetze und besserer Speichertechnologien scheint also der beschleunigte Abbau unflexibler Atomkraftwerkskapazitäten sowie der Verzicht auf neue Kohlekraftwerke das Gebot der Stunde zu sein, um der Energiewende keinen Stock in die Speichen zu werfen.

Foto © Pixelio, Rainer Sturm

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