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Monatsarchiv für Januar 2012

ZDF-Doku-Reihe: Windparks an der Nordsee

Freitag, den 6. Januar 2012

Der TV-Tipp: Keiner will unbedingt ein Windrad unmittelbar vor seinem Garten stehen haben. Kein Mensch ist für Kohlekraftwerke. Auch die Atomkraftwerke werden weitgehend abgelehnt. Wo soll die Energie herkommen?

Zwei Umweltanliegen im Konflikt

  • ZDF-Doku-Reihe “planet e.” über Windparks an der Nordsee

Mit dem Thema Windparks an der Nordsee beschäftigt sich am Sonntag, 8. Januar 2012, 13.00 Uhr, die ZDF-Umweltreihe “planet e.”.

Großbaustelle Wattenmeer
Großbaustelle Wattenmeer: In dem Naturschutzgebiet bereiten Netzbetreiber die Einbringung von Seekabeln vor, mit denen künftig Windstrom von der Nordsee ins Inland geleitet werden soll.

Dass der Ausbau der regenerativen Energien das einzigartige Ökosystem Wattenmeer gefährden könnte, ist ein Aspekt des Films “Windkraft-Poker” von Michael Kaschner. Erstmals geraten damit in Deutschland zwei Umweltschutzanliegen miteinander in Konflikt.

“planet e.” richtet den Blick auch auf das lukrative Geschäftsfeld Energiewende, das mit Fördergeld der Bundesregierung vorangetrieben werden soll. Vor der Küste sollen sich bald 6000 Windräder drehen, das Pokern um die besten Bauplätze im Meer hat schon begonnen. Es herrscht Goldgräber-Stimmung an der Nordsee. Finanzstarke Investoren wittern das große Geschäft. “planet e.” besucht den schwäbischen Unternehmer Willi Balz, dessen Windräder schon montagefertig zur Abholung bereitstehen. Bereits im nächsten Jahr will Balz seinen ersten Windpark errichten und eine Millionen Deutsche mit grünem Strom vom Meer versorgen – ein Milliardengeschäft.

Dass es auch Alternativen zu den Großanlagen im Meer gibt, zeigt das Beispiel von Hans-Herman Albers und Reinhard Christiansen. Bereits in den 90er Jahren errichteten sie Windräder hinter dem Deich und entwickelten das Modell des Bürgerwindparks. Dies gerät jedoch nun durch die staatliche Förderung der Off-Shore-Windanlagen ins Hintertreffen.

Foto © ZDF | Daniel Meinl

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Mikroorganismen haben Kohlendioxid zum Fressen gern

Mittwoch, den 4. Januar 2012

Wir Klimaschützer freuen uns über jeden neuen Weg, der hilft, Energie umweltfreundlich zu erzeugen. Das Mikroorganismen CO2 verwerten, haben wir im Blog schon mehrfach vorgestellt. Ist das eine Lösung, um Braunkohlenkraftwerken sinnvoll zu verwenden?

Rauchgas als Rohstoff

  • Neu entdeckte Mikroorganismen verwerten CO2 besonders gut
  •  Zwischenstand nach zwei Jahren Zusammenarbeit: Strategischer Meilenstein bei Kooperation von RWE Power und BRAIN erreicht
  • Projektumfang soll jetzt noch einmal ausgeweitet werden

Spezialisierte und hierfür eigens entwickelte Mikroorganismen können CO2-haltige Rauchgase aus Braunkohlenkraftwerken direkt als „Futter“ verwerten und selbst bei einer Temperatur von 60 Grad Celsius wachsen. Das ist das viel versprechende Zwischenergebnis der Forschungskooperation zwischen der RWE Power und der BRAIN AG.

Vor genau zwei Jahren haben der Stromproduzent und das Biotechnologieunternehmen im Kraftwerk Niederaußem ihre Zusammenarbeit begonnen. Deren Ziel ist, Kohlendioxid mit Mikroorganismen in Biomasse oder direkt zu Wertstoffen umzuwandeln. Dabei sollen Mikroorganismen gezüchtet und mit ihnen innovative CO2-Umwandlungs- und Synthesewege erforscht werden. So entstehen Biomasse und industriell nutzbare Produkte wie neue Biomaterialien, Bio-Kunststoffe und chemische Zwischenprodukte. Für die werden Anwendungsmöglichkeiten zum Beispiel als Bau- und Dämmstoff sowie zur Herstellung von Fein- und Spezialchemikalien wie möglicherweise auch Massenchemikalien untersucht.

 „Unsere Pionierarbeit bei der Suche nach biotechnologischen Lösungen der CO2-Umwandlung trägt erste Früchte: Wir gehen bei der Klimavorsorge weiter voRWEg“, betont Dr. Johannes Heithoff, Leiter Forschung und Entwicklung bei RWE Power. Und weiter: „Wir sind von den Resultaten, die das Forscherteam von BRAIN zusammen mit unseren Kraftwerksexperten erarbeitet hat, so überzeugt, dass wir das Programm weiter ausbauen wollen.“

Bisher sind mehr als zwei Millionen Euro in das Forschungsvorhaben geflossen.

RWE Power will den Bogen noch weiter schlagen und andere kohlenstoffreiche Abfallströme, die zum Beispiel in Abwässern, bei der Produktion von Lebensmitteln oder in Raffinerieprozessen entstehen, mit in das Projekt einbeziehen. Das Unternehmen will hierzu eine Innovationsallianz formieren, in der sich insgesamt 21 Industrieunternehmen, kleine, mittelständische Unternehmen sowie akademische Forschungseinrichtungen zusammenschließen, um im intensiven Austausch Projekte zur Nutzung dieser Abfallströme voranzutreiben.

Linktipps:

Fotos © RWE

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2011: Jahr der Energiewende

Dienstag, den 3. Januar 2012

Die Chancen stehen gut, dass das Jahr 2011 irgendwann einmal als entscheidender Impuls für die deutsche, vielleicht sogar die globale Energiewende in den Geschichtsbüchern vermerkt sein wird. In den vergangenen zwölf Monaten ist in Sachen Energie auf politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene so viel wie selten zuvor passiert. Grund genug für einen Rückblick auf die wichtigsten Eckdaten.

Von A(tomausstieg) bis Z(wischenlager Gorleben)

Blickt man auf das abgelaufene Jahr zurück, so überschattet nicht nur aus energiepolitischer Sicht ein Ereignis alle anderen: Fukushima. Die anfängliche Naturkatastrophe mit all ihren menschlichen Tragödien mündete letztlich in eine Nuklearkatastrophe und hat damit unsere Angst vor dem Unbeherrschbaren gleich in doppelter Hinsicht geschürt. Fukushima war nicht nur ausschlaggebend für den politischen Beschluss zum Atomausstieg, es hat gleichzeitig in allen Teilen der Gesellschaft zu einem breiten Konsens für sichere und zukunftsfähige Energie geführt. Es folgten massenhafte Anti-Atom-Demonstrationen, verordnete Sicherheitsüberprüfungen für Kernkraftwerke, ein nie gekannter Run der Verbraucher auf Ökostrom und letztlich sogar der erste grüne Ministerpräsident der deutschen Geschichte. Auch in der zweiten Jahreshälfte manifestierte sich das Thema in den bis heute massivsten Castor-Protesten und der hitzigen Diskussion um das mögliche Atommüll-Endlager Gorleben. Möglicherweise ist Fukushima sogar der entscheidende Impuls für die zarten Annäherungsversuche notorischer Klimaschutz-Verweigererstaaten gewesen, die Anfang Dezember auf der Weltklimakonferenz in Durban zu erkennen waren.

Fasst man den Blick etwas enger, so hat sich in 2011 auch viel für uns Stromverbraucher getan – sowohl auf dem Energiemarkt als auch in den eigenen vier Wänden. Im September verschwand die klassische 60-Watt-Glühlampe aus den Ladenregalen und seit Dezember verfügen endlich auch TV-Geräte über ein eigenes Energielabel. Generell scheinen die Themen Energieeffizienz, Stromsparen und Modernisierung nicht nur als politische Konstrukte, sondern auch beim Verbraucher deutlich an Stellenwert gewonnen zu haben. Negativer Höhepunkt auf dem Strommarkt war zweifelsohne die TelDaFax-Pleite im Sommer 2011. Die Insolvenz des Troisdorfer Unternehmens hat nicht nur eine Vielzahl von Haushalten ins finanzielle Unglück gestürzt, sondern auch eine berechtigte Diskussion um strittige Geschäftsmodelle, speziell das Vorkasse-Prinzip, entfacht. Was bleibt, sind sensibilisierte Stromkunden sowie die im November eröffnete, von Verbänden und Politik unterstützte “Schlichtungsstelle Energie”, die künftig bei Konflikten zwischen Versorgern und Verbauchern vermitteln soll.

Und was wird das gerade begonnene Jahr 2012 bringen? In erster Linie viel Arbeit – denn die Energiewende hat schließlich bestenfalls begonnen. Die Themen Netzausbau, Stromspeicherung und Kraftwerksmodernisierung dürften ganz oben auf der Agenda stehen. Auch die weitere Integration von Wind- und Solarkraft, die bereits in 2011 Rekordergebnisse erzielten, wird entscheidend bleiben. Neue und alte Diskussionen werden mit ziemlicher Sicherheit zur Kohlekraft, zur Atommüll-Endlagersuche sowie über die umstrittene Technologie zur unterirdischen Verpressung von CO2 geführt. Und ebenso wahrscheinlich ist, dass wir Verbraucher uns erneut über steigende Strompreise ärgern werden, die wir aber – sofern man den Umfragewerten des vergangenen Jahres Glauben schenkt – gern zum Wohle der Energiewende bezahlen.

Foto © Pixelio, Kathrin Antrak

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