stromblog

Stromtarife, Stromanbieter, Nachrichten, Spartipps und mehr

Monatsarchiv für November 2011

Europas unsichere Atommeiler

Dienstag, den 29. November 2011

Die Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima löste Anfang des Jahres nicht nur in Deutschland eine Grundsatzdiskussion über die Sicherheit von Atomkraftwerken aus. Als unmittelbare Reaktion verordnete die EU sämtlichen europäischen Meilern sogenannte Stresstests, die mögliche Auswirkungen von Naturkatastrophen sowie menschlichem Versagen überprüfen sollten. Vor allem im Atomkraftland Frankreich dürften die nun veröffentlichten Ergebnisse für einige Kopfschmerzen sorgen.

Französische AKW fallen durch Stresstests

Innerhalb der Europäischen Union sind aktuell 143 Atomkraftwerke aktiv. Während die meisten EU-Mitgliedstaaten zwischen zwei und neun Meiler betreiben, befinden sich in Frankreich ganze 58. Unsere westlichen Nachbarn stützen ihre Stromversorgung zu rund 80 Prozent auf die Kernenergie. Die innerhalb der vergangenen Wochen durchgeführten Stresstests haben allerdings speziell für Frankreich erschütternde Ergebnisse zu Tage gefördert: Alle 58 Meiler weisen demnach erhebliche Sicherheitsmängel auf.

Laut EU-Richtlinie müssen Kernkraftwerke sowohl Bränden, Erdbeben und Überflutungen als auch starken Temperaturschwankungen widerstehen können. Viele europäische AKW, darunter jedes einzelne in Frankreich, halten, so das Fazit der ersten Stresstests, die dafür erforderlichen Sicherheitsstandards nicht ein. Zwar wurde im selben Atemzug beschwichtigt, dass keiner der Meiler stillgelegt werden müsse, die erforderlichen Nachrüstungen dürften allerdings millionenschwer ausfallen. Für das durch die Euro-Krise ohnehin schwer gebeutelte Frankreich sozusagen ein Super-GAU.

Besonders bedenklich ist die Tatsache, dass diese ersten Sicherheitsüberprüfungen ausschließlich von den Kraftwerksbetreibern und den nationalen Aufsichtsbehörden durchgeführt wurden. Wenn, wie geplant, bis Mitte nächsten Jahres weitere Auswertungen unabhängiger Experten auf dem Tisch liegen, könnte sich durchaus ein nochmalig verschärftes Bild ergeben. Und wie auch immer die Reaktion der einzelnen EU-Mitgliedstaaten dann ausfällt – Atomausstieg oder Nachrüstung – eins steht fest: Es wird teuer.

Foto © Pixelio, Bjoern Schwarz

» Europas unsichere Atommeiler

Rohstoffmangel gefährdet Energiewende

Dienstag, den 22. November 2011

In Zeiten des allgemeinen Aufbruchs Richtung Energiewende entsteht leicht der Eindruck, die Zukunft ließe sich allein auf Wind und Sonne gründen. Das ist leider ein Trugschluss, denn jenseits fossiler Brennstoffe entstehen neue Abhängigkeiten. Zahlreiche Zukunftstechnologien wie Elektroautos, Glasfaserkabel, Solarzellen oder Windkraftanlagen benötigen vor allem mineralische Rohstoffe. Und deren Versorgungslage wird aktuell als kritisch eingestuft.

Knappe Ressourcen für Zukunftstechnologien

Die von der KfW Bankengruppe in Auftrag gegebene Studie “Kritische Rohstoffe für Deutschland” hat erstmalig die prekäre Versorgungslage mit mineralischen Rohstoffen dargestellt. Dazu zählen Industriemineralien, Metalle, Steine und Erden, die für nahezu jede erdenkliche Zukunftstechnologie maßgeblich sind. Die Verknappung von 13 mineralischen Rohstoffen, die überwiegend den seltenen Metallen zuzuordnen sind, wird von der Studie aktuell als “kritisch” bzw. “sehr kritisch” eingestuft. Im einzelnen sind dies Germanium, Rhenium, Antimon, Indium, Wolfram, Seltene Erden, Gallium, Palladium, Silber, Zinn, Niob, Chrom und Bismut. Germanium wird beispielsweise für die Produktion von Glasfaserkabeln benötigt, Rhenium für hocheffiziente Gasturbinen, Gallium und Indium für die Dünnschicht-Photovoltaik, während Seltene Erden bei Magneten in der Windkrafttechnologie, bei Batterien für Elektroautos sowie in der Informations- und Kommunikationstechnik eingesetzt werden.

Laut Studie sind die aktuellen Versorgungsrisiken für die als kritisch eingestuften Rohstoffe vor allem aus zwei Gründen entstanden: Zum einen besteht ein zu großes Ungleichgewicht zwischen den verfügbaren Ressourcen und der global boomenden Produktion darauf basierender Technologie. Auch das Rohstoff-Recycling zeigt sich diesbezüglich nur bedingt effektiv. Zum anderen ist die Förderung der knappen Rohstoffe derzeit auf wenige Länder konzentriert, vor allem auf die Volksrepublik China. Deutschland gerät dadurch in eine starke Importabhängigkeit. Zur Lösung der Problematik empfiehlt die Studie neben der verstärkten Beteiligung Deutschlands an Bergbauprojekten vor allem Maßnahmen zum effizienteren Einsatz von Rohstoffen.

Foto © Pixelio, Susanne und Giovanni Romano

» Rohstoffmangel gefährdet Energiewende

Klimarat IPCC – Klimawandel ja oder nein?

Samstag, den 19. November 2011

Die einen sagen: Früher wurde viel mehr Dreck in die Luft gepustet (z.B. Ruhrgebiet zur Zeit der Hochkonjunktur 1970), die anderen sagen, wir sorgen schon mit Euro 5, 6 für die Autos und diversen Filtersystemen im Bereich der Stromversorgung für besseres Klima. Aber machen wir uns es da nicht zu einfach? Ist der Klimawandel nicht ein weltweites – also ein globales Problem?

Der Klimarat IPCC macht auf Extremereignisse aufmerksam.

  • Klimawandel und Extremereignisse Weltklimarat IPCC zeigt zukünftige Risiken auf
  • Röttgen und Schavan: Klimaschutz stärken und Wissensbasis verbessern

Extremereignisse wie lang andauernde Hitzeperioden oder Starkniederschläge werden in einigen Regionen der Welt wahrscheinlich zunehmen.

Herbts

Bei uns ist die Welt noch in Ornung - oder?

Maßnahmen zu Klimaanpassung und Risikomanagement sind weltweit bislang unzureichend und auf die künftigen Extremereignisse und ihre Folgen nur unzureichend vorbereitet. Das ist das Fazit des Weltklimarats IPCC in seinem aktuellen Sonderbericht “Management des Risikos von Extremereignissen und Katastrophen zur Förderung der Anpassung an den Klimawandel”.

Der Sonderbericht zeigt nachdrücklich, dass Maßnahmen zur Klimaanpassung und Risikomanagement gestärkt und besser miteinander verbunden sein müssen.

“Der fortschreitende Klimawandel wird voraussichtlich zu deutlich mehr Extremwetterereignissen überall auf der Welt führen. Wir können nicht endlos emittieren, weil sonst die Natur zurückschlägt. Die Folge unkontrollierter Erderwärmung sind Überflutungen, Dürren, Hitzewellen und die daraus entstehenden Konflikte um Wasser und Weideland”, sagte Bundesumweltminister Norbert Röttgen.

“Der Sonderbericht macht deutlich, dass die künftigen Risiken durch Extremereignisse auch davon abhängen, wie verwundbar Gesellschaften und Ökosysteme sind”, fasst Bundesforschungsministerin Annette Schavan zusammen.

Linktipps:

Foto © 2011 Redaktionsbüro Kebschull

» Klimarat IPCC – Klimawandel ja oder nein?

Windstrom im Erdgasnetz speichern

Montag, den 14. November 2011

Wasserstoff ist ein idealer Energiespeicher. Daher macht es Sinn, Strom in Wasserstoff umzuwandeln. E.ON errichtet im brandenburgischen Falkenhagen eine Pilotanlage zur Umwandlung von Strom aus Windenergie zu Wasserstoff und investiert dazu mehr als fünf Millionen Euro in die Erforschung dieser Technologie.

Wasserstoff marsch

  • “Power to Gas” als innovativer Beitrag zur Energiewende

Die Anlage soll ab 2013 aus regenerativ erzeugtem Strom durch Elektrolyse pro Stunde rund 360 Kubikmeter Wasserstoff produzieren. Dieser wird in das Ontras-Ferngasnetz eingespeist und wie normales Erdgas genutzt. Damit wird das Erdgasnetz zum Speicher für Strom aus wetterabhängigen Erneuerbaren Energien.

E.ON will diese Technologie in Falkenhagen intensiv testen und weiterentwickeln. Das Potenzial ist immens: Bereits heute kann dem Erdgas im Netz problemlos bis zu fünf Prozent Wasserstoff beigefügt werden, mittelfristig erwarten Experten bis zu 15 Prozent. Damit könnte die gesamte heutige regenerative Stromerzeugung im deutschen Erdgasnetz gespeichert werden. Ein Bedarf für Speicherkapazitäten in solchen Größenordnungen wird aber erst in einigen Jahrzehnten bestehen, wenn der größte Teil des Strombedarfs aus regenerativen Energien gedeckt wird.

Wenn Deutschland in den nächsten Jahren den Anteil fluktuierender Wind- und Sonnenenergie an der Stromerzeugung wie geplant erhöht, wird das Angebot zeitweise den Strombedarf übersteigen und das Stromnetz an die Grenzen seiner Belastbarkeit bringen. Deswegen investiert E.ON in Technologien zur Speicherung dieser überschüssigen Energie. Derzeit steht dabei vor allem der Ausbau der Kapazitäten an Pumpspeicherkraftwerken im Vordergrund. So plant E.ON eine Erweiterung des Pumpspeicherkraftwerks am hessischen Edersee und – gemeinsam mit Partnern – den Bau einer neuen Anlage an der deutsch-österreichischen Grenze.

Foto © E.ON

» Windstrom im Erdgasnetz speichern

Kabellose Aufladung von Elektrofahrzeuge

Samstag, den 12. November 2011

E-Autos haben ein Problem. Sie müssen häufig aufgeladen werden. Weiterhin die Frage: Habe ich den richtigen Adapter an Bord. Problemlösung: Kabellose Aufladung.

Erster Probelauf zur kabellosen Aufladung von Elektrofahrzeugen

Qualcomm (Nasdaq: QCOM) ist Teil des ersten Wireless Electric Vehicle Charging (WEVC)-Testlaufs in London. Im Rahmen der branchenführenden Initiative kooperiert Qualcomm mit der Regierung von Großbritannien sowie mit dem Bürgermeisteramt von London und dem „Transport for London“ (TfL), einer Dachorganisation, die für die Koordinierung des Londoner Verkehrssystems zuständig ist.

Der vorkommerzielle Test wird voraussichtlich Anfang 2012 beginnen. Etwa 50 Electric Vehicles (EVs) werden daran teilnehmen. Während des Probelaufs wird die kabellose Inductive Power Transfer (IPT)-Technologie zum Einsatz kommen. Diese ermöglicht hochleistungsfähige Energieübertragung auch über größere Luftdistanzen hinweg. Die Nutzung ist unkompliziert und stressfrei: Der Fahrer parkt das Fahrzeug einfach auf die übliche Weise und das System richtet sich automatisch für die Energieübertragung aus.

Foto © Qualcomm

» Kabellose Aufladung von Elektrofahrzeuge

ÖKO-TEST prüft LED-Lampen

Dienstag, den 8. November 2011

Die Energiesparlampe, genauer gesagt die Kompaktleuchtstofflampe, galt vor wenigen Jahren noch als erste Alternative unter den effizienten Leuchtmitteln. Heute allerdings scheint sie eher das Schicksal einer kurzlebigen Übergangstechnologie zu ereilen, denn längst gelten LEDs als die wahrscheinlichere Zukunft der Lichts. Das Magazin ÖKO-TEST hat sich in seiner November-Ausgabe den vielgepriesenen Leuchtdioden gewidmet.

Teuer aber effizient

455497_R_K_B_by_Jörg Siebauer_pixelio.deIm vergangenen September wurde die dritte Stufe des schrittweisen Glühlampenausstiegs erreicht. Die klassischen Birnen mit 100, 75 und nun auch 60 Watt sind aus den Supermärkten verschwunden, und die Verbraucher müssen sich zunehmend Gedanken um Alternativen machen. Nachdem der Durchbruch der Energiesparlampe eigentlich nie wirklich eingesetzt hat, ruhen nun die Hoffnungen auf der LED-Technologie. Selbige verspricht hohe Effizienzwerte und eine enorme Langlebigkeit. Nachteil: Lampenfassungstaugliche LEDS sind aktuell noch äußerst kostspielig – zwischen 30 und 80 Euro müssen Energiesparer derzeit pro Modell investieren.

Das Magazin ÖKO-TEST hat elf LED-Lampen hinsichtlich ihrer Helligkeit, Energieeffizienz, Lichtqualität und Haltbarkeit geprüft und dabei auch den Elektrosmog im Auge behalten. Vergleichsbasis war eine klassische 60-Watt-Glühbirne. Als oberstes Fazit geben die Tester vor allem einen Rat: Verbraucher sollten lieber zur LED-Leuchte als zur Energiesparlampe greifen. Die geprüften Modelle erwiesen sich bis auf wenige Ausnahmen als verlässlich und effizient. Allerdings konnten lediglich vier der elf LEDs – Leuchten von Osram, Philips, Toshiba und Heitronic – mit der Helligkeit der herkömmlichen Glühlampe Schritt halten, die übrigen sieben waren schlicht zu funzelig. Im Hinblick auf die Lichtfarbe überzeugten Leuchten von Osram und Ledon als durchaus “sonnenähnlich”, während ansonsten die Vorgabe “warmweiß” leider nicht entsprechend umgesetzt werden konnte. Trotzdem loben die Tester die deutlich bessere Lichtqualität sowie das umfangreichere Farbspektrum der LED-Technologie im Vergleich zur Energiesparlampe. Den teuren Anschaffungspreis, so ÖKO-TEST, gleichen hochwertige LED-Leuchten auf lange Sicht aus. Die Testsieger von Osram, Philips und Toshiba schaffen es locker auf eine Lebensdauer von 25.000 Stunden und erzielen dabei eine Energieersparnis von bis zu 85 Prozent gegenüber der herkömmlichen 60-Watt-Glühbirne. Nach rund drei Jahren amortisiert sich der Kaufpreis durch die niedrigeren Stromkosten. Von den hohen Elektrosmog-Werten der LEDs war ÖKO-TEST nicht angetan, selbige lassen sich allerdings in ähnlichem Maße auch bei Energiesparlampen nachweisen.

Foto © Pixelio, Jörg Siebauer

» ÖKO-TEST prüft LED-Lampen

Energie für morgen – Chancen für ländliche Räume

Montag, den 7. November 2011

Mitmachen lohnt sich. Der Wettbewerb Bioenergie-Regionen ist der national, aber auch international stärkste regionale Ansatz im Bereich der erneuerbaren Energien.

Bioenergie-Regionen werden bis 2015 weiter unterstützt

  • Bioenergie-Regionen_250x33725 Bioenergie-Regionen setzen bei Energiewende auf Wertschöpfung, Energieeffizienz und Wissenstransfer

Damit dieses Netzwerk von Experten und Leuchtturmprojekten zur regionalen Bioenergienutzung weiterentwickelt und etabliert werden kann, führt das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) die Maßnahme in einer zweiten Phase bis 2015 fort.

Die wesentliche Aufgabe der 25 Bioenergie-Regionen besteht darin, mit Hilfe von Netzwerken langfristige Strukturen zum Ausbau von Bioenergie im ländlichen Raum zu schaffen und auf diese Weise die notwendigen Investitionen zu generieren. Ziel ist es, langfristig zu mehr Eigenständigkeit bei Erzeugung und Einsatz von Bioenergie zu gelangen und die Entwicklung des ländlichen Raums voranzutreiben. Dabei sollen die regionalen Bioenergie-Potenziale stärker ausgeschöpft und die besonderen Stärken der Regionen genutzt werden.

Die Fördermittel des BMELV können für kommunikative Maßnahmen, wie z. B. die Einrichtung von Netzwerkbüros, Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungen oder auch ergänzende Studien eingesetzt werden. Die Geschäftstelle bei der FNR koordiniert die Modellvorhaben. Nähere Informationen zum Wettbewerb und zu den Regionen finden Sie auf www.bioenergie-regionen.de.

Karte © Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)

» Energie für morgen – Chancen für ländliche Räume

Bürgerdialog – Energietechnologien für die Zukunft

Montag, den 7. November 2011

Mündige Bürger wollen mitreden, mitbestimmen. Daher gibt es beispielsweise in Hamburg den Zukunftsrat Hamburg. Jetzt gibt es die Initiative Bürgerdialog, die sich beispielsweise mit den Energietechnologien beschäftigt.

Dezentrale Energieversorgung für Bürger besonders wichtig

Bürgerinnen und Bürger aus ganz Deutschland übergeben Bundesforschungs- ministerin den Bürgerreport “Energietechnologien für die Zukunft” / Schavan: “Wichtige Orientierung für die Gestaltung der Energiewende”.

Buerger_dialog_540

Etwa 90 Bürgerinnen und Bürger haben Bundesforschungsministerin Annette Schavan heute im Paul-Löbe-Haus konkrete Empfehlungen für die Gestaltung der Energiewende überreicht. Dieser Bürgerreport als Abschluss des Bürgerdialogs “Energietechnologien für die Zukunft” wurde gestern und heute auf dem Bürgergipfel erarbeitet.
Die zentralen Empfehlungen der Bürgerinnen und Bürger sind:

  • In allen Bereichen der Bildung neue Standards und ein Wertebewusstsein schaffen
  • Nachhaltigkeit durch Dezentralisierung schaffen – je nach lokalen und regionalen Gegebenheiten
  • Gesetze, Regeln und Anreize schaffen für energieeffiziente und -verbrauchsmindernde Strukturen
  • Stromerzeugung, Netz- und Speicherinfrastruktur müssen den Erfordernissen der regenerativen Energieerzeugung angepasst werden und auf allen Ebenen miteinander kooperieren.

“Der tiefgreifende Umbau der Energieversorgung in Deutschland ist eine Herausforderung für die nächsten Jahrzehnte – er ist ein Gemeinschaftswerk. Er kann nur gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern gelingen.”, sagte Bundesforschungsministerin Schavan bei der Abschlussdiskussion im Paul-Löbe-Haus. “Für die Bürgerinnen und Bürger haben wir mit dem Bürgerdialog ein Forum geschaffen. Die Teilnehmer werden Botschafter für die Energiewende sein, wenn sie diesen Raum verlassen”, so die Ministerin weiter. “Jetzt ist wichtig, die Ergebnisse dieses Bürgerdialogs in die Gremien einzubringen, die sich mit der Gestaltung der Energiewende beschäftigen – in der Politik, in der Wissenschaft, in der Wirtschaft, in der Zivilgesellschaft.” Schavan betonte: “Das Ergebnis zeigt: Die Bürgerinnen und Bürger sind viel weiter, als wir gedacht haben. Die Vorschläge machen deutlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind, und wie wichtig es ist, die Bürger bei der Gestaltung der Energiewende mitzunehmen.

Bürgerdialog Energietechnologien für die Zukunft

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung veranstaltete in den vergangenen Monaten den Bürgerdialog “Energietechnologien für die Zukunft”. Die Ideen und Vorschläge aus acht eintägigen Bürgerkonferenzen, 22 lokalen Bürgerwerkstätten sowie dem parallel geführten Online-Dialog auf www.buergerdialog-bmbf.de mit seinen 9.500 Beiträgen waren die Diskussionsgrundlage für die etwa 90 Teilnehmenden am Bürgergipfel, die zuvor schon an einer der Bürgerkonferenzen teilgenommen hatten.

Einblick gewinnen. Mitreden.

Der Bürgerdialog ist Teil eines umfassenden Beteiligungsprozesses, den das Bundesministerium für Bildung und Forschung über einen Zeitraum von vier Jahren zu verschiedenen Zukunftstechnologien initiiert. Dieser Bürgerdialog Zukunftstechnologien ist einer der größten Politikberatungsprojekte in der Geschichte der Bundesrepublik.

Foto © Flickr | www.flickr.com

» Bürgerdialog – Energietechnologien für die Zukunft

Wind-Messstation in der Nordsee

Sonntag, den 6. November 2011

RWE Innogy hat die Installation eines Messmastes in der deutschen Nordsee erfolgreich abgeschlossen. Das Messgerät wurde im Baufeld des Offshore-Windparks Nordsee Ost etwa 30 Kilometer nördlich von Helgoland errichtet.

Messmast liefert Daten zur Steuerung des Windparks Nordsee Ost

  • Modernste Lasertechnik erfasst Winddaten in bis zu 200 Meter Höhe
  • Test des großen Blasenschleiers zur Schallminderung durchgeführt

Wind-Messstation in der Nordsee_(c)_RWE_300x400Anfang 2012 wird RWE Innogy mit den Offshore-Arbeiten für den Bau des Windkraftwerks starten. Der Messmast mit einer Gesamthöhe von rund 97 Metern über dem Meeresspiegel wird ab jetzt Wetterdaten zu Windgeschwindigkeiten, Windrichtung, Turbulenzen sowie Temperaturen, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit liefern. Darüber hinaus werden permanent Messungen zur Wellenhöhe, zum Wasserstand und zur Sichtweite erhoben.

Dafür ist der Messmast auch mit einem lasergestützen Messsystem ausgestattet. Damit können Windgeschwindigkeit und Windrichtung sowohl horizontal als auch vertikal bis in 200 Meter Höhe gemessen werden. Diese Daten werden während des Betriebs des Windkraftwerks an die Leitstelle an Land zur optimalen Einstellung der Windkraftanlagen übermittelt.

Einen zweiten, baugleichen Messmast hat RWE Innogy Anfang Oktober auch vor der niederländischen Küste installiert. Circa 85 Kilometer vor der Küste von IJmuiden wird auch diese Messstation weitere Erkenntnisse zu Wind- und Wetterbedingungen auf hoher See liefern. Die Errichtung dieses Messmastes ist Teil des Offshore Forschung- und Entwicklungsprojektes „Flow“, das von der niederländischen Regierung unterstützt wird.

Das Offshore-Windkraftwerk Nordsee Ost soll voraussichtlich 2013 in Betrieb genommen werden und über eine Gesamtleistung von 295 Megawatt verfügen. Damit können jedes Jahr ca. 1.000.000.000 kWh erzeugt werden – ausreichend um 310.000 Haushalte mit Strom zu versorgen.

Foto © RWE

» Wind-Messstation in der Nordsee

Öl in Norddeutschland?

Sonntag, den 6. November 2011

Gute Nachrichten für Autofahrer. Texas liegt in Niedersachsen, genauer an der  niedersächsischen Küste vor Cuxhaven. Lohnt es sich, diese Erdölvorkommen auszubeuten?

RWE Dea reicht Anträge für Erkundungsbohrungen ein

RWE Dea vermutet im Umfeld des größten deutschen Ölfeldes Mittelplate sowie an der niedersächsischen Küste vor Cuxhaven weitere Erdölvorkommen. Zu deren Untersuchung plant RWE Dea als Betriebsführer zweier Konsortien an insgesamt vier Bohrpunkten im schleswigholsteinischen und niedersächsischen Wattenmeer Erkundungsbohrungen.

Aufbau Offshore-Windpark Thornton Bank, BelgienPartner der RWE Dea sind bei diesem Projekt die Unternehmen Wintershall sowie Gas de France Suez*. Mit Hilfe der Bohrungen sollen vermutete Reserven von insgesamt rund 23 Millionen Kubikmetern Erdöl nachgewiesen und Erkenntnisse für eine potenzielle spätere Förderung gewonnen werden. Die Einreichung der detaillierten Antragsunterlagen ist in Kürze in beiden Bundesländern vorgesehen.

Zeitlich begrenzte Erkundungsarbeiten im Watt

Die Erkundungsbohrungen werden in einem begrenzten Zeitraum auf höchstem Sicherheitsniveau vertikal niedergebracht. Mit den Landesregierungen von Niedersachsen und Schleswig-Holstein wurde vereinbart, dass eine potenzielle spätere Ölförderung nur von außerhalb des Nationalparks oder von der bestehenden Bohr- und Förderinsel Mittelplate (Schleswig-Holstein) aus erfolgen wird.

Planung unter besonderer Berücksichtigung der ökologischen Umgebung
Bereits im Rahmen des Anerkennungsverfahrens des Wattenmeeres zum Weltnaturerbe wurden für die Erkundungsbohrungen drei temporäre Enklaven abgestimmt und vom Weltnaturerbe ausgenommen. Die Reihenfolge und die Zeitfenster der Erkundungsbohrungen wurde nach ökologischen Gesichtspunkten festgelegt, um die Beeinträchtigungen und Störungen im Watt zu minimieren. Nach Abschluss der Arbeiten können Enklaven-Flächen nachträglich dem Weltnaturerbe hinzugefügt werden.

Foto (c) Repower Systems AG | Foto: Jan Oelker/Repower

» Öl in Norddeutschland?