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Monatsarchiv für Mai 2011

Klimaschützer fahren mit der Bahn

Sonntag, den 29. Mai 2011

Ganz ehrlich, natürlich fahre ich lieber mit dem Auto. Aber so oft, wie in diesem Jahr, bin ich in meinem ganzen Leben noch nie mit der Bahn gefahren. Meine Erfahrung: Die Bahn ist besser als ihr Ruf.

Früh buchen, preiswert fahren

Wer früh weiß, wann er wo hin muss, sollte sich frühzeitig sein Ticket holen. Sogar 1. Klasse ist dann erschwinglich. Das elektronische Ticket holt man sich im Internet (Bahn.de) oder kann es sogar via App. buchen.

Vor dem Bahnhof in Ingolstadt

Vor dem Bahnhof in Ingolstadt

Wichtig: Rechtzeitig eine Kontoabbuchung organisieren. Denn das geht bei der Bahn sehr konservativ und sicher mit einer PDF und einer Kopie des Personalausweises mit der “Gelben Post” nach Berlin. Ab da kann man im Sekundentakt buchen. Zug raussuchen, es gibt immer zahlreiche Optionen (kurze Strecke, wenig umsteigen usw.), Buchung bestätigen, Ticket ausdrucken – losfahren.

Als ob die Bahn wusste, dass hier ein “Tester” an Bord ist. Der Schaffner (heute nennt man ihn Zugbegleiter) extrem gut gelaunt, murrt auch nicht, obwohl ich meinen Personalausweis nicht griffbereit hatte. Die Zugverbindungen extrem pünktlich. Die fünf Minuten Verspätung durch einen Regionalzug wurden auf den letzten Metern fast wett gemacht.

Montag bin ich schon wieder mit der Bahn unterwegs. Wir Klimaschützer fahren mit der Bahn. Nicht immer, aber immer öfter.

Linktipps:

Foto © Redaktionsbüro Kebschull

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Klimaschutz: Offshore-Wind in Deutschland

Donnerstag, den 26. Mai 2011

Mit Wind ist gut Geld zu verdienen. Denn sonst würde E.ON nicht so viele Euros in diese Projekt stecken. Wir Klimaschützer begrüßen das natürlich!

Projekt Hochsee-Windpark

  • 40-köpfiges Projektteam im Hamburg
  • Weitere 1.100 Megawatt für Deutschland in Planung

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40 Windkraft-Experten hat die Düsseldorfer E.ON AG in ihrem Hamburger Projektbüro zusammengezogen, um die letzten Planungsarbeiten für den nächsten großen Hochsee-Windpark des Unternehmens zu stemmen. Der Offshore-Windpark Amrumbank West soll rund 35 km nördlich von Helgoland und rund 37 km westlich der nordfriesischen Insel Amrum entstehen. Die Windturbinen sollen in einer Wassertiefe von rund 25 m errichtet werden. Geplant sind 80 Windturbinen der neuesten Generation mit einer Gesamtleistung von rund 300 Megawatt (MW). Damit könnten etwa 300.000 Haushalte mit Energie versorgt werden.

Das Hamburger Projektteam bringt das Projekt im Rahmen des sogenannten „Detailed Engineering“ derzeit zur Baureife. Dies beinhaltet die detaillierte Bauplanung, Vertragsverhandlungen mit den Lieferanten von Komponenten und Logistik sowie den Netzanschluss. Im Sommer kann dann die endgültige Investitionsentscheidung erfolgen, Baubeginn ist für 2013 geplant. Wichtige Erfahrungen haben die Spezialisten mit der Realisierung des ersten weltweiten Hochsee-Windparks alpha ventus sowie in vier weiteren europäischen Offshore Projekten gesammelt.

Darüber hinaus arbeitet E.ON an drei weiteren deutschen Offshore-Projekten in Nord- und Ostsee mit einem Gesamtumfang von bis zu 1.100 MW (darunter Delta Nordsee mit max. 480 MW, Arkonabecken Südost mit max. 480 MW). E.ON hat 2010 mehr als eine Milliarde in Erneuerbare Energien investiert und dabei die Kapazität bei Windkraft und Solarenergie um 600 Megawatt auf aktuell gut 3.600 Megawatt ausgebaut. Für den Zeitraum von 2011 bis 2013 sind weitere 2,6 Milliarden Euro vorgesehen.

Foto (c) Alpha Ventus

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Von den Zinsen leben, nicht von der Substanz

Mittwoch, den 25. Mai 2011

Jedes Unternehmen in Deutschland benötigt Energie. Strom für Anlagen in der Produktion, Wärme für Gebäude. Größere, produzierende Mittelständler benötigen dabei häufig soviel Strom und Wärme, die jeweils dem Verbrauch einer Kleinstadt entsprechen können. Klimaschützer sprach mit Prof. Dr. Andreas Schulte, Leiter des Wald-Zentrums der Universität Münster, über die Möglichkeiten von Unternehmen, Energie zu sparen und damit nicht nur im Sinne der Umwelt, sondern auch im Sinne der Wirtschaftlichkeit zu handeln.

Klimaschützer:
Prof. Schulte, vorab die wichtigste Frage: Kann Klimaschutz für ein Unternehmen überhaupt wirtschaftlich sein?

Prof. Schulte:portrait-andreas-schulte
„Ich behaupte sogar: Umwelt- und Klimaschutz sind heute Voraussetzung für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg! Aber fangen wir von vorne an. Unternehmen, die sich für erneuerbare Energien interessieren, haben natürlich die enorm gestiegenen Energiepreise im Blick – oder besser im Nacken. Durch Optimierungen im Produktionsprozess können der Energieverbrauch und damit die Kosten gesenkt werden, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und damit volatilen, stark steigenden Preisen bleibt jedoch bestehen. Natürlich ist ein Umstieg auf erneuerbare Energien mit einer Investition verbunden. Neue Anlagen müssen angeschafft und installiert, ggf. Personal angelernt und neue Zulieferer gefunden werden. Das Beispiel einer von uns durchgeführten Studie für die Krombacher Brauerei zeigt, dass sich diese Investition bereits nach deutlich weniger als 10 Jahren bezahlt macht. Das Unternehmen reduziert damit bereits mittelfristig die CO2-Emissionen, die Abhängigkeit von großen Energieversorgern und Energiekosten in Millionenhöhe jährlich.“

Klimaschützer:
Wie wird man als Unternehmen klimaneutral?

Prof. Schulte:
„Der Weg zur sogenannten Klimaneutralität beginnt mit der Erfassung der Treibhausgasbilanz des Unternehmens, des Corporate Carbon Footprint. Um diesen zu ermitteln werden nach vorgegebenen Standards möglichst sämtliche Stoff- und Energieströme des Unternehmens identifiziert und quantifiziert. Ist dies geschehen, ist der 1. Schritt die Vermeidung von Emissionen durch z. B. Steigerung der Energieeffizienz bei der Produktion, dem Umstieg vom Flugzeug auf die Bahn, etc. Im 2. Schritt wird geprüft, welche Möglichkeiten bestehen, aus der fossilen in die regenerative Energieversorgung am Standort selbst einzusteigen. Hierbei gibt es keine allgemeingültigen Lösungen, sondern nur einzelbetriebliche Betrachtungen, die dann mit Vorschlägen von der Geothermie bis zum Biomasse-Blockheizkraftwerk reichen können.

Trotz Vermeidung und Substitution verbleiben grundsätzlich klimarelevante Emissionen, die nicht vermieden werden können. Um diesen ‚Rest-Fußabdruck’ auszugleichen kann ein Unternehmen dann als 3. Schritt Natur- und Umweltschutzprojekte initiieren oder unterstützen, die z. B. über die Wiedervernässung von Mooren oder Moorwäldern, Waldschutzprojekte bzw. Aufforstungen von degradierten Agrar- und Weideflächen CO2 binden oder natürliche Emissionen stoppen.“

Klimaschützer:
Viele Unternehmen geben sich einen grünen Anstrich. Ist Nachhaltigkeit nur ein Modetrend für Unternehmen.

Prof. Schulte:
„Im Jahr des Waldes muss man darauf verweisen, dass das heute fast überstrapazierte Prinzip des nachhaltigen Wirtschaftens erstmalig vor etwa 300 Jahren in forstwirtschaftlichen Schriften beschrieben wird. Von den Zinsen leben, nicht von der Substanz, bringt das Prinzip der nachhaltigen Waldbewirtschaftung auf den Punkt und meinte damals, nur soviel Holz dem Wald zu entnehmen, wie nachwächst. Heute wird der Begriff der Nachhaltigkeit auch in Unternehmen, die auf den ersten Blick weit von der Forst- und Holzwirtschaft entfernt sind, zum Leitprinzip erhoben. Ökologische Aspekte des Umwelt- und Naturschutzes werden heute mit sozialen und wirtschaftlichen Zielen verknüpft.
Grüne Verpackungen, die aus dem Marketing kommen, reichen längst nicht mehr aus und werden schnell als ‚Greenwashing’ erkannt. Eins ist klar: Der Wille zum nachhaltigen Wirtschaften muss langfristig in einer Nachhaltigkeitsstrategie und damit auch in der Unternehmensleitung verankert sein. Diese rechnet sich bereits kurz- bis mittelfristig nicht nur für die Natur und das Klima, sondern auch den betriebswirtschaftlichen Erfolg.“

Das Team des Wald-Zentrums berät Unternehmen, die zukünftig nachhaltig bzw. klimaneutral arbeiten und dabei auch noch Kosten einsparen wollen. Dazu entwickeln die Wissenschaftler Machbarkeitsstudien, die eine wissenschaftliche und unabhängige Entscheidungsgrundlage für die Unternehmen darstellen. Neben der Krombacher Brauerei gehören u.a. auch die Provinzial Rheinland Versicherung AG und die Klasmann-Deilmann GmbH zu den Kunden des Wald-Zentrums in Sachen nachhaltig erfolgreichem Wirtschaften.

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„Jugend forscht“: Thema Synthesegas

Montag, den 23. Mai 2011

Wir sind ein Volk der Denker und Dichter. Auch im Bereich der Erfindung hat Deutschland immer ein Platz unter den besten halten können. Dass das hoffentlich so bleibt, dafür sorgt der Bundeswettbewerb “Jugend forscht”.

„Jugend forscht“ zeichnet Arbeit über Synthesegas aus nachwachsenden Rohstoffen aus

  • Sonderpreis „Nachwachsende Rohstoffe“ verliehen

jugend-forscht-2011-(c)Beim 46. Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ sind zwei 19jährige Schüler mit dem Sonderpreis „Nachwachsende Rohstoffe“, gestiftet vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), ausgezeichnet worden. Christian Dangel und Christian Steinhardt vom Kreisgymnasium der Donau-Stadt Riedlingen untersuchten die Gewinnung energiereicher Synthesegase aus Biomasse mittels Mikrowellen und dessen Optimierung mithilfe unterschiedlicher Reaktionszusätze. Dabei entwickelten sie ein kontinuierliches Verfahren der Synthesegasherstellung, das bei einer Weiterentwicklung industriell genutzt werden kann. Der Einsatz des Gases als abgasarmer Kraftstoff wurde erfolgreich getestet.

Die beiden Jugendforscher wollten ein Verfahren entwickeln, das sowohl umweltverträglich als auch wirtschaftlich sowie den herkömmlichen Verfahren in Effizienz und Einfachheit überlegen ist. So verwendeten die Nachwuchswissenschaftler Holz und Stroh als Ausgangsstoff und untersuchten die Zusammensetzung des entstehenden Synthesegases bei Einsatz unterschiedliche Reaktionsgemische.

„Ganz nebenbei“ entwickelten sie ein kontinuierliches Verfahren zur Synthesegasherstellung, das einem Batchverfahren aufgrund des Kosten/Nutzen-Verhältnisses überlegen wäre. Die Umweltfreundlichkeit konnten die Schüler damit belegen, dass das Synthesegas weniger als 0,05% umweltschädlicher Aromaten enthielt. Hinzu kommt eine überzeugende Energiebilanz. Abschließend testeten die Jungforscher die Einsatzfähigkeit in einem auf Gasbetrieb umgebauten Motor mit Erfolg. Das Synthesegas kann ebenso als chemischer Grundstoff oder verflüssigt wiederum in Automotoren eingesetzt werden.

Um ein derartiges Engagement zu würdigen, stiftet das BMELV den Sonderpreis „Nachwachsende Rohstoffe“ im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend forscht“. Mit ihm wurden bereits in den letzten Jahren über 100 junge Nachwuchswissenschaftler auf Regionalebene ausgezeichnet. In diesem Jahr ist nun zum zweiten Mal auch auf Bundesebene eine herausragende Arbeit mit dem mit 1.500 Euro dotierten Bundespreis „Nachwachsende Rohstoffe“ gewürdigt worden.

Foto © Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)

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Eine Millionen Elektroautos?

Dienstag, den 17. Mai 2011

Das ist ein Ziel, das die Bundesregierung anstrebt. Die Industrie hält schon die Hand auf. Etwa eine Milliarde Euro an Forschungsgelder sollen dafür locker gemacht werden. Was haben wir Bürger davon? Man munkelt zehn Jahre keine Kfz-Steuer. Reicht das, um ein sündhaft teures eMobil an den Bürger zu bringen?

Nationale Plattform Elektromobilität

Anlässlich der Übergabe des Berichtes der Nationalen Plattform Elektromobilität an Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE), die Verknüpfung von Elektromobilität und Erneuerbaren Energien von Anfang an ins Zentrum der Förderkonzepte für Elektroautos zu stellen.

Foto (c) DaimlerDie bisherigen Empfehlungen des von der Bundesregierung einberufenen Beratungsgremiums greifen nach Ansicht des BEE in dieser Hinsicht zu kurz. Wesentliche Vorschläge der Erneuerbaren-Branche wie auch der Umweltverbände wurden trotz wiederholter Hinweise bisher nicht berücksichtigt. Vielmehr behindert die Orientierung an den Interessen der großen Auto- und Energieunternehmen eine schnelle und flächendeckende Einführung von Elektroautos in Verbindung mit Erneuerbaren Energien.

„Elektromobilität und Erneuerbare Energien gehören zusammen. Denn nur in dieser Kombination können wir Automobilität künftig klima- und ressourcenschonend gestalten. Daher müssen alle Fördermaßnahmen das Zusammenspiel mit den Erneuerbaren Energien verbessern. Neue Hürden beispielsweise durch eine teure und unflexible Ladeinfrastruktur darf es dagegen nicht geben“, verlangt BEE-Präsident Dietmar Schütz.

Aus Sicht der Erneuerbaren sei entscheidend, beim Aufbau der Ladeinfrastruktur einen einfachen Zugang für verschiedene Anbieter und alle Endkunden zu schaffen. Dieser werde am besten durch kostengünstige öffentliche Steckdosen ermöglicht, die mit einer intelligenten Leistungselektronik im Fahrzeug kombiniert würden.

„Mit der richtigen Software ausgestattet können die Fahrzeug dann über alle verfügbaren Steckdosen durch intelligentes Laden die Netzstabilität verbessern, indem sie auf das Angebot an regenerativem Strom im Netz reagieren“, erklärt Thomic Ruschmeyer, Sprecher der AG Mobilität im BEE.

Linktipp: BEE-Position zum Thema E-Mobilität

Foto (c) Daimler AG

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Stromtransport per Deutsche Bahn

Freitag, den 13. Mai 2011

Wenn Sie in Zukunft nach Feierabend in den Zug nach Hause steigen, dann könnte es sein, dass ihr Strom gleich mitfährt. Denn in einer Machbarkeitsstudie soll demnächst geprüft werden, ob und in welchem Ausmaß das Stromnetz der Deutschen Bahn genutzt werden kann, um Ökostrom von A nach B zu schicken.

Bahn-Netz soll Ökostrom befördern

502982_R_B_by_Erich Westendarp_pixelio.deNicht erst seit der Diskussion um einen vorzeitigen Atomausstieg ist der Politik eines klar: Die Energiewende wird teuer. Einen erheblichen Kostenfaktor im Versorgungskonzept der Zukunft stellen vor allem die Netze dar. Selbige sollen nämlich nicht nur möglichst intelligent sein – Stichwort Smart Grid – sondern auch massiv ausgebaut werden. Schließlich will man vom sauberen Windstrom aus der Nordsee auch im alpinen Bayern noch was haben. Ergo muss der Ökostrom transportiert werden. Ob dies zu einem gewissen Teil künftig über das Netz der Deutschen Bahn realisiert werden kann, wollen nun Vertreter der Bundesministerien für Wirtschaft und Verkehr, der Bahn, des Eisenbahn-Bundesamtes sowie der Bundesnetzagentur überprüfen. Die rund 7.800 Kilometer langen Hochspannungsleitungen der Bahn werden bislang ausschließlich für die Versorgung der Züge genutzt. Würden diese zusätzlich zu Gütern und Fahrgästen in Zukunft auch noch Strom transportieren, könnte sich die Regierung so manche neue Trasse und damit vielleicht die ein oder andere Million sparen.

Laut einer Studie der Deutschen Energie-Agentur müssten 3.600 Kilometer an neuen Stromtrassen errichtet werden, um den im Norden der Republik erzeugten Windstrom künftig bundesweit effektiv zu verteilen. Neben den immensen Kosten stehen diesem Vorhaben auch zahlreiche Bürgerproteste im Wege, die negative Auswirkungen der Hochspannungsleitungen auf Mensch und Umwelt befürchten. Warum also nicht ein bereits landesweit bestehendes Netz nutzen und den Bau neuer Trassen minimieren? Die Bahn zumindest steht diesem Konzept noch eher skeptisch gegenüber. Die möglichen Gewinnmargen gelten als niedrig, und man fragt sich im Unternehmen, ob man mit der Stromdurchleitung überhaupt ein neues Geschäftsfeld aktivieren kann und will. Immerhin äußerte ein Vertreter der Bahn kürzlich gegenüber dem Magazin Spiegel: “Alles ist möglich, wenn für die Bahn keine zusätzlichen Kosten entstehen.” Tja, wer weiß, vielleicht kommt unser Strom bald auch immer zehn Minuten später als laut Fahrplan angekündigt.

Foto © Pixelio, Erich Westendarp

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CO2-Ausstoß auf Null

Montag, den 9. Mai 2011

Durch einen neuen Versorgungsvertrag schont die Universität der Bundeswehr München die Umwelt und reduziert die Betriebskosten. Der neue Energiepartner E.ON Bayern Wärme GmbH übernimmt die komplette Wärmelieferung der Universität und greift dabei fast ausschließlich auf regenerative Energien zurück.

Universität der Bundeswehr München schont Umwelt und Geldbeutel

Uni_München_Hirschkäfer01_1024Die Wehrbereichsverwaltung Süd schrieb als Betreiberin der Liegenschaft den Vertrag aus, um die Wärmeversorgung der Universität wirtschaftlicher und umweltverträglicher zu gestalten. Kriterien für den Zuschlag waren deshalb neben der Wirtschaftlichkeit (Gewichtung 60 Prozent) auch die Umweltbilanz gemessen am CO2-Ausstoß (40 Prozent). Die E.ON Bayern Wärme GmbH erhielt als wirtschaftlichste Anbieterin den Zuschlag.

Durch die neue Kooperation reduziert die Wehrbereichsverwaltung Süd künftig die Betriebskosten um etwa 295.000 EUR pro Jahr. Bei der Wärmeerzeugung für die Universität der Bundeswehr München verwendet die E.ON Bayern Wärme GmbH zu 97 Prozent regenerative Energien wie Biomasse, Bioerdgas und Geothermie.

Dadurch und durch die Nutzung der Vorteile der Kraftwärmekopplung erfolgt die Wärmeversorgung künftig ohne CO2-Emissionen. Da die Wehrbereichsverwaltung Süd bereits zum 1. April 2010 die Stromversorgung auf 100 Prozent Strom aus Wasserkraft umgestellt hat, wird die gesamte Energieversorgung der Universität der Bundeswehr München künftig ohne CO2-Emissionen erfolgen. Dies entspricht einer Reduzierung um 31.000 Tonnen pro Jahr.

Foto © Redaktionsbüro Kebschull

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Platzverweis für TelDaFax

Freitag, den 6. Mai 2011

Obwohl der angeschlagene Energieversorger TelDaFax in letzter Zeit zum Teil hoffnungsfrohe Nachrichten von neuen Investoren und einem Eigentümer- und Vorstandswechsel verlauten ließ, scheint das Troisdorfer Unternehmen mehr denn je in argen Nöten zu stecken. Seit Jahresbeginn ist TelDaFax von mehr als 40 Netzbetreibern im wahrsten Sinne des Wortes ausgesperrt worden.

Netzbetreiber sperren TelDaFax

420235_R_by_Torsten Bogdenand_pixelio.deLaut Informationen des Handelsblattes haben im ersten Quartal 2011 zwischen 40 und 60 Netzbetreiber TelDaFax den Zugang zu ihren Netzen verweigert. Grundlage sind Zahlen der Bundesnetzagentur, die besagen, dass die Häufigkeit der verhängten Sperren seit April sogar noch an Dynamik gewonnen habe. Allein in Baden-Württemberg, so berichtete die dortige Verbraucherzentrale dem Handelsblatt, habe ein Drittel der ansässigen Netzbetreiber TelDaFax den Netzzugang aufgekündigt bzw. stehe kurz davor. Zuletzt hatten unter anderem die örtlichen Betreiber in München, Essen, Bielefeld, Osnabrück und Chemnitz angekündigt, die Strom- und Gaslieferungen von TelDaFax künftig zu sperren. Grund sind nach wie vor ausstehende Zahlungen. Als bundesweit aktiver Energieanbieter muss TelDaFax Netznutzungsgebühren für die lokale Durchleitung von Strom und Gas entrichten, denen das Unternehmen in letzter Zeit offensichtlich nicht mehr nachkommen konnte. Die Preispolitik des Troisdorfer Versorgers basierte in der Vergangenheit auf Discounttarifen mit Vorkasse-Prinzip. Zwar wurde dieses Geschäftsmodell mittlerweile überarbeitet, aber das Kind in Form einer akuten finanziellen Schieflage scheint bereits in den Brunnen gefallen zu sein.

Besonders prekär wirken sich die zunehmenden Netzsperren natürlich für viele betroffene TelDaFax-Kunden aus. Unter diesen haben nicht wenige ihre Strom- und Gasbezüge bereits per Vorkasse bezahlt, fallen aber nun zwangsweise in die lokale Grundversorgung und werden damit ein zweites Mal zur Kasse gebeten. Ob diese Verbraucher ihr Geld jemals wiedersehen – dahinter steht zumindest ein großes Fragezeichen. Schließlich muss TelDaFax, sobald liquide, noch einige Säumigkeiten bei Netzbetreibern begleichen.

Eine etwas kuriose Meldung noch zum Schluss: Bekanntermaßen ist TelDaFax Sponsor des Fußball-Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen. Laut eines Berichtes von Spiegel TV ist die Vereinsführung ob der jüngsten Negativschlagzeilen offenbar leicht nervös geworden und hat die noch ausstehenden Sponsorengelder für die laufende Saison, immerhin in Millionenhöhe, prompt eingefordert – und erhalten. Es gibt viele Stromkunden, aber eben nur einen Rudi Völler.

Foto © Pixelio, Torsten Bogdenand

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Gaskraftwerk in Lingen

Mittwoch, den 4. Mai 2011

Gleich bei mir hinterm Haus, südlich Lingen (Ems) entsteht ein neues Gaskraftwerk. Sauberer Strom für das Emsland. Wie lange das Atomkraftwerk (AKW) dort noch betrieben wird? Warten wir es ab.

RWE Power startet neue Turbinen im Erdgaskraftwerk

  • 200 Millionen Euro für Effizienzsteigerung und Flexibilität investiert
  • Erweiterung der Anlage im Emsland stärkt Kraftwerksposition im Gasbereich

vgt_lingen_bild_1_-_intranet_350pxRWE Power hat in Lingen einen wichtigen Meilenstein beim Umbau des Erdgaskraftwerks erreicht: Zwei Gasturbinen wurden erfolgreich gezündet und erstmals mit dem Stromnetz synchronisiert. Insgesamt werden hier vier Gasturbinen vom Typ Rolls Royce Trent 60 WLE mit einer Leistung von je 58 MW errichtet.

Sie ersetzen die bisher eingesetzten Turbinen und erhöhen dadurch die elektrische Leistung der beiden existierenden Kraftwerksblöcke B und C auf jeweils 475 MW. Gleichzeitig steigert sich der Wirkungsgrad des Kraftwerks um gut fünf Prozentpunkte auf 46 Prozent, was jährlich zu einer Einsparung von bis zu 45.000 Tonnen CO2 führt. Außerdem wird die Anlage für einen „Schwarzstart“ ertüchtigt: Käme es in Deutschland zu einem größeren Stromausfall, können die Gasturbinen in kürzester Zeit hochgefahren werden und helfen, das Stromnetz wieder aufzubauen.

RWE Power investiert 200 Millionen Euro in die Maßnahmen. Zusammen mit dem neuen Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD), das im März 2010 offiziell in Betrieb gegangen ist, verfügt das Unternehmen am Standort Lingen im Gasbereich über eine Leistung von 1.800 Megawatt. Mit einer so genannten Optimierungsleitung zur Gaszwischenspeicherung, die schon seit Anfang 2009 genutzt wird, können die Anlagen besonders wirtschaftlich und flexibel eingesetzt werden. Aufgrund der positiven Erfahrungen wird dieses System jetzt ausgebaut.

Mit dem modernisierten Erdgaskraftwerk, der neuen, hocheffizienten GuD-Anlage und dem Kernkraftwerk Emsland ist Lingen einer der größten Stromerzeugungsstandorte Europas. Rund sechs Millionen Haushalte können von hier aus zuverlässig mit Strom versorgt werden.

Foto © RWE

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Massenhaft Biomasse

Montag, den 2. Mai 2011

23 Prozent unserer Primärenergie könnte bis 2050 aus heimischer Biomasse erzeugt werden. Dies ist das Ergebnis der Energieszenarien der Bundesregierung in Verbindung mit Potenzialzahlen des Bundesumweltministeriums und Berechnungen der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR).

Raus aus der Energiekrise mit Biomasse?

Bioenergie-Potenzial-WŸürfelBis zum Jahr 2050 soll sich der Primärenergiebedarf in Deutschland gegenüber dem Bezugsjahr 2008 von rund 14.000 auf 7.000 PJ halbieren – so wird es im Energiekonzept der Bundesregierung vom September letzten Jahres und den Energieszenarien der Institute Prognos, EWI und GWS, die dem Energiekonzept zugrunde liegen, skizziert. Knapp 2.200 der insgesamt 7.000 PJ stammen dann möglicherweise aus Biomasse, so die Szenarien weiter. Dass davon wiederum 1.640 PJ oder etwa 23 Prozent des Gesamtprimärenergiebedarfs aus einheimischen Quellen kommen könnten, geht aus verschiedenen Studien (u.a. Leitstudie 2008 des Bundesumweltministeriums, Nationaler Biomasse-Aktionsplan) und aus Berechnungen der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) hervor: Energiepflanzen vom Acker, Energieholz aus dem Wald, Koppelprodukte und biogene Reststoffe würden die benötigte Energie liefern, und zwar unter weitgehender Ausschöpfung der technisch nutzbaren heimischen Biomassepotenziale. Die restlichen knapp 600 PJ Biomasse müssten dementsprechend importiert werden.

Sinnvolle Nutzung von Energiepflanzen

Energiepflanzen stellen das größte einheimische Biomassepotenzial dar, 2050 könnten sie hierzulande unter Berücksichtigung naturschutzfachlicher Restriktionen auf bis zu 4 Millionen Hektar (heute: 1,8 Mio. Hektar) wachsen. Unter der Annahme eines Biomasseertrages von 10 Tonnen pro Hektar (bei 100 % Trockenmasse, Wassergehalt 0 %) und eines Brennwertes von 18,5 GJ pro Tonne ließen sich so auf einem Hektar 185 GJ und auf 4 Millionen Hektar 740 PJ erzeugen. Voraussetzung hierfür sind hohe Erträge und effiziente Umwandlungsverfahren. Schließlich sind verschiedene Reststoffe, Koppelprodukte und Energieholz aus dem Wald verwertbar. Insgesamt ergibt sich daraus ein einheimisches Bioenergiepotenzial von rund 1.640 PJ.

Ausblick

Damit dieses Szenario Realität wird, müssen aber noch zwei weitere Annahmen eintreffen: Unser heutiger Selbstversorgungsgrad mit Lebensmitteln bleibt konstant, die Anteile von Nahrungs- und Futtermittelim- und -exporten verändern sich nicht wesentlich. Und die sogenannte Kaskadennutzung hat sich durchgesetzt, d.h. aus nachwachsenden Rohstoffen, die zunächst chemisch-technisch genutzt wurden, gewinnt man am Ende ihres Lebenszyklus Energie.

Grafik © FNR

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