Ökostrom-Label mit grüner Garantie
Dienstag, den 26. April 2011Im Zuge der aktuellen Atomdiskussion verzeichnen viele Energieversorger eine drastisch erhöhte Nachfrage nach Ökostromtarifen. Mehr und mehr Verbraucher stellen bewusst den Umweltgedanken über einen möglichst günstigen Strompreis. Aber: Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom. Wer in Sachen Nachhaltigkeit sicher gehen will, sollte in jedem Fall auf entsprechende Zertifikate achten.
Auf die Verpackung kommt es an
Grundsätzlich müssen Verbraucher für den Bezug von Ökostrom noch immer tiefer in die Tasche greifen als bei günstigen Tarifen auf Basis konventioneller Erzeugung. Allerdings schrumpfen die Preisunterschiede zusehends, so dass Ökostrom oftmals schon heute günstiger zu beziehen ist als zum Beipiel die generell teuren Tarife der Grundversorgung. Wer aus ebendieser zu einem Ökostrom-Anbieter wechselt, kann durchaus spürbar sparen. Für viele Verbraucher ist diese Diskussion allerdings längst nicht mehr entscheidend – sie sind bereit, einen höheren Preis für sauber erzeugten Strom zu zahlen. Wie sauber ist aber ein bestimmter Ökostromtarif? An dieser Stelle gehen die Definitionen nämlich aufgrund mangelnder gesetzlicher Vorgaben deutlich auseinander. Manche Versorger deklarieren auschließlich die Erzeugung aus erneuerbaren Quellen als Ökostrom, andere fassen darunter beispielsweise auch Energieprodukte aus Kraft-Wärme-Kopplung, die zwar ressourcenschonend aber eben nicht rein regenerativ angelegt ist. Und für den harten Kern ist Ökostrom nur dann wirklich öko, wenn die erzielten Gewinne auch in den Ausbau erneuerbarer Energien investiert werden. Auf dieses Kriterium sollten Verbraucher stets achten, sofern sie mit ihrem grün gemeinten Strompreis nicht letztenendes den Bau neuer Kohlekraftwerke finanzieren möchten.
Ökostrom-Label, die strenge Richtlinien nicht nur bei der Erzeugung, sondern auch im Hinblick auf nachhaltiges Wirtschaften der Energieversorger ansetzen, sind das ok-power-Label, das Grüner Strom Label sowie TÜV-Zertifikate. Diese drei Gütesiegel garantieren eine ausschließlich regenerative Stromerzeugung sowie die Reinvestition der Gewinne in erneuerbare Energien. Eine explizite Warnung sprechen Verbraucherschützer und Energieexperten in Bezug auf RECS-Zertifikate (Renewable Energy Certificate System) aus. Diese ermöglichen es Versorgern, konventionelle Stromprodukte durch den Kauf von Zertifikaten in Ökostrom umzudeklarieren. Verbraucher, die den Gütesiegel-Dschungel umgehen und in jedem Fall auf Nummer sicher gehen wollen, sollten auf einen Anbieter zurückgreifen, der ausschließlich Ökostrom vertreibt. Hier ist nachhaltiges Wirtschaften schon im Ansatz garantiert.
Foto © Pixelio, Robert Melzer
Die Energiesparlampe hat seit ihrer schritt- aber eben auch zwangsweisen Einführung schon so manchen kritischen Bugtreffer einstecken müssen. Wurden zu Beginn des Glühlampenausstiegs noch hitzige Debatten über Preis und Lichtqualität der alternativen Stromsparer geführt, befinden wir uns nunmehr tief im Sumpf der Quecksilber-Diskussion. Energiesparlampen vergiften Mensch und Umwelt, sagen die Kritiker, die Hersteller halten eine niedrige Konzentration und weitestgehende Bruchsicherheit der Leuchten dagegen. Wie auch immer, Recht hat letztlich der Kunde – und der kann mittlerweile mehr als nur ein Produkt kaufen. Deshalb hat die Stiftung Warentest im jüngsten Sparlampen-Vergleich (Ausgabe 03/2011) auch gleich drei Beleuchtungssysteme gegeneinander antreten lassen. Ring frei für: Energiesparlampen vs. LED-Leuchten vs. Halogenglühlampen.


Die CCS-Technologie (Carbon Dioxide Capture and Storage) soll der Abscheidung und unterirdischen Speicherung von CO2 dienen, welches beim Betrieb von Kohlekraftwerken anfällt. Das klimaschädliche Gas wird dabei in tiefe Gesteinsschichten verpresst, um nicht in die Atmosphäre zu gelangen. Befürworter des Prinzips sind der Auffassung, dass CCS die Klimafolgen der Kohlekraft abmildern und damit einen entscheidenden Beitrag zu einer CO2-ärmeren Energieversorgung leisten könne. Die CCS-Gegner – und dazu zählen sämtliche Umweltverbände des Landes sowie zahlreiche Bürgerinitiativen – betonen vor allem zwei entscheidende Negativaspekte der Technologie. Zum einen berge CCS ein unkalkulierbares Risikopotenzial, vor allem hinsichtlich der Dichtigkeit von CO2-Lagern sowie in Bezug auf eine mögliche Trinkwassergefährdung. Zum anderen sei die Verpressung von CO2 lediglich ein Vorwand, um in Deutschland auch langfristig an der klimaschädlichen Kohlekraft festzuhalten. In diesem Sinne würde die CCS-Technologie den Ausbau erneuerbarer Energien klar konterkarieren. Immerhin: Der beschlossene Gesetzentwurf sieht eine Klausel vor, die es den Bundesländern ermöglicht, konkrete Gebiete als CO2-Lager auszuweisen oder auch kategorisch abzulehnen.
Laut Greenpeace-Berechnungen, die auf der Basis aktueller Kraftwerksplanungen des Bundesverbandes der Energiewirtschaft vorgenommen wurden, wäre ein Atomausstieg bis 2015 machbar, ohne dass dadurch negative Auswirkungen in Sachen Versorgungssicherheit, Klimaschutz oder Energiekosten entstehen würden. Die sieben ältesten AKW sowie der Pannenmeiler Krümmel könnten laut Greenpeace abgeschaltet bleiben und der Reaktor Neckarwestheim 2 noch in diesem Jahr stillgelegt werden. Zwischen 2012 und 2015 könnten dann pro Jahr zwei weitere Meiler vom Netz gehen, so dass der Atomausstieg bereits in vier Jahren vollendet wäre. Dies sei möglich, so Greenpeace, weil bereits im derzeitigen Kraftwerkspark klare Überkapazitäten bestehen und sich zudem mehr als 50 neue Kraftwerke in Bau oder Planung befinden.
Der “Sustainable Energy Europe Award” zeichnet Initiativen aus, die mit ihrer Arbeit und ihren Ideen die Themen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Klimaschutz unterstützen, fördern und publik machen. Der Award wird in sechs Unterkategorien vergeben: Communicating, Consuming, Learning, Living, Producing und Travelling. “Die Klimaschützer” ist eine von fünf nominierten Kampagnen in der Kategorie “Communicating”. Am 12. April 2011 werden die Gewinner im Rahmen der “EU Sustainable Energy Week” in Brüssel bekanntgegeben. Bereits die Nominierung für einen europaweiten Wettbewerb von hohem öffentlichen Interesse ist eine große Auszeichnung für “Die Klimaschützer” und bestätigt die Ideen und Ziele der Initiative.